Chemie Böhlen

Aus WikiWaldhof
Wechseln zu: Navigation, Suche
Datei:SV Boehlen Logo.png
aktuelles Vereinslogo

Der SV Chemie Böhlen ist ein Sportverein in der nordwestsächsischen Kleinstadt Böhlen.

Geschichte

Betriebssportgemeinschaft

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die südlich von Leipzig gelegenen Stadt Böhlen zu einem wichtigen DDR-Industriestandort der Braunkohle- und Erdölverarbeitung entwickelt. Da in den Nachkriegsjahren das Sportwesen in der DDR auf der Basis von Betriebssportgemeinschaft (BSG) organisiert wurde, bot Böhlen mit seinen wirtschaftsstarken Betrieben gute Möglichkeiten für die Sportförderung. So wurden im November 1949 in der nur rund 6.000 Einwohner zählenden Stadt gleich zwei Betriebssportgemeinschaften gegründet, die BSG Benzinwerk und die die BSG Brennstoff. Mit der Gründung von zentralen nach Produktionsbereichen gestaffelten Sportvereinigungen wurden die Böhlener Betriebssportgemeinschaften im Juli 1951 in Aktivist West und Aktivist Mitte umbenannt. Beide fusionierten dann schließlich im Oktober 1952 zur BSG Aktivist Böhlen.

Fußball in der DDR

Datei:BSG Chemie Böhlen 1969-1989.png
Logo der BSG Chemie Böhlen (1969-1989)

Die BSG trat hauptsächlich mit ihrer Fußballsektion in das Licht der Öffentlichkeit. Von der untersten Ebene des Spielbetriebes stieg Aktivist schon 1954 in die zu dieser Zeit drittklassigen Bezirksliga Leipzig auf. Nach zwei Jahren errang die Mannschaft den Titel des Bezirksmeisters, der zur Teilnahme an der Aufstiegsrunde zur 1955 neugeschaffenen II. DDR-Liga, nun dritte Ebene im DDR-Fußball, berechtigte. Mit Platz 2 erreichten die Böhlener den Aufstieg. In den Folgejahren gehörten sie mit teilweisen guten Mittelfeldplätzen zum Stamm der II. Liga. Ausgerechnet nach Erreichen der besten Platzierung in der Saison 1962/63 fiel die BSG Aktivist der Abschaffung der II. Liga zum Opfer. Der 3. Platz reichte nicht zur Qualifikation zur I. DDR-Liga, und so blieb Böhlen zwar weiter drittklassig, musste für die nächsten Jahre aber wieder in der weniger anspruchsvollen Bezirksliga Leipzig antreten. 1964 wurde man erneut Bezirksmeister, verpasste aber mit Platz 4 in der Aufstiegsrunde die DDR-Liga klar. Nach der abermaligen Bezirksmeisterschaft 1966 machte es die Mannschaft besser und erkämpfte sich mit dem 2. Platz in der Aufstiegsrunde die Qualifikation für die zweitklassige DDR-Liga. Es reichte jedoch nicht für den Klassenerhalt, und die Böhlener mussten in der Saison 1967/68 einen erneuten Anlauf nehmen, der über Bezirksmeisterschaft und Gewinn der Aufstiegsrunde erfolgreich abgeschlossen wurde. Inzwischen hatte sich die Mannschaft so weit gefestigt, dass sie sich dauerhaft in der Zweitklassigkeit etablieren konnte. Die am 1. Januar 1969 in BSG Chemie Böhlen umbenannte Mannschaft klopfte nach fünf Jahren Ligazugehörigkeit 1974 erstmals an das Tor der höchsten DDR-Fußballklasse Oberliga an, doch Platz 4 in der Aufstiegsrunde reichte nicht aus. Erst 1977 hatte Böhlen eine Mannschaft, deren Qualität für die Erstklassigkeit ausreichte. Sie hatte sich mit den oberligaerfahrenen Spielern von Lok und Chemie Leipzig Bernd Hubert (Chemie), Eberhard Köditz (Lok), Friedhelm Schneider (Chemie) und Manfred Zaspel (Lok) verstärkt und besaß mit Klaus Havenstein einen erfolgreichen Torjäger. Zwischen 1977 und 1983 verbrachte Böhlen unterbrochen von zweimaligen Abstiegen vier Spielzeiten in der DDR-Oberliga. Gleich im ersten Oberligajahr wurde Havenstein mit 15 Treffern Torschützenkönig der Oberliga. 1981 hatte Chemie Böhlen im DDR-Pokal-Wettbewerb sein bestes Ergebnis. Nach einem 3:1-Heimsieg über Wismut Aue erreichte man das Viertelfinale des FDGB-Pokals, wo dann allerdings im Heimspiel gegen Dynamo Dresden mit 0:3 der Schlusspunkt gesetzt wurde. Nach dem Oberliga-Abstieg 1983 blieb Böhlen bis zur Auflösung des DDR-Fußballspielbetriebes 1990 Stammgast der zweitklassigen DDR-Liga.

Weblinks



Hier könnte Ihre Werbung stehen

in allen mehr als 20.000 Artikeln