Endrunde um die Deutsche Meisterschaft, Qualifikationsspiel 41/42 1. FC Kaiserslautern - SV Waldhof

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1. FC Kaiserslautern 7:1 (4:1) SV Waldhof Mannheim 07
Logo 1 FC Kaiserslautern.png Endrunde um die Deutsche Meisterschaft

Qualifikationsspiel
Sonntag, 10. Mai 1942, Betzenberg

Endstand 7:1

Zuschauer: 10.000
Schiedsrichter: Stein (Koblenz)

Waldhof Mannheim
Startelf:

Baumann – Kohlmeyer, Flohr – Liebrich, Schaub, Jergens – Marker, F.Walter, A.Adam, W.Baßler, O.Walter – Trainer: Karl Berndt

Startelf:

KeimigMayer, SchneiderSättele, Grünhag, GünderothHelfrich, Lautenbach, Ahlbach, Erb, Zimmermann – Trainer: Fritz Ruchay

Scored after 4. minutes 4.' 1:0 O. Walter
Scored after 22. minutes 22.' 2:1 Baßler
Scored after 40. minutes 40.' 3:1 F. Walter
Scored after 44. minutes 44.' 4:1 O. Walter
Scored after 65. minutes 65.' 5:1 F. Walter
Scored after 73. minutes 73.' 6:1 F. Walter
Scored after 84. minutes 84.' 7:1 Marker


Scored after 7. minutes 7.' 1:1 Ahlbach

Bericht:

Das war auf dem Kaiserslauterer „Betzenberg“ für uns Badener eine schwere Ernüchterung. Die Niederlage wirkte wie eine kalte Dusche. Die an sich noch routinierten und mannschaftlich geschlossenen Waldhöfer fielen von dem pfälzischen Temperament auseinander wie trockener Kuchen. Eine halbe Stunde dauerte der Widerstand der Mannheimer Abwehr, dann schon zeigten Mayer und Günderoth als linker Verteidiger bzw. linker Läufer Ermüdungserscheinungen, die sich in schlechter Deckungsarbeit bemerkbar machten. Es war Pech für Waldhof, daß die Kaiserslauterer Rothemden auf dieser Seite ihren besten Flügel gegenüberstehen hatten: den großartigen deutschen Nationalspieler Fritz Walter und den Läuferwind Jakob Marker. Die beiden verstanden es, Mayer und Günderoth nach allen Regeln geschliffener Fußballkunst auszumanöverieren.

Günderoth war wohl der stärkste Ausfall auf der Seite der Schwarzblauen. Hätte an seiner Stelle der zähe energische Adam gestanden, dann wäre die Deckungsreihe kaum so leicht eingebrochen. Adam war aber nicht verfügbar und so mußte Günderoth aus dem Sturm zurückgeholt werden. Auf Linksaußen war der junge, noch viel zu schwache Zimmermann eingesetzt und auch am rechten Flügel erschien mit Helfrich ein neuer Mann, der sich nicht sonderlich bewähren konnte. Die einzigen, die auf der Seite der Mannheimer befriedigten, waren Torwart Keimig, Helmut Schneider und der junge Grünhag als Mittelläufer. Doch standen sie in einem Wirbel, der ihnen Atem und Übersicht nahm. Die Arbeit des Innentrios LautenbachAhlbachErb blieb ohne Mitwirkung der Außenleute Stückwerk.

Den Kaiserslauterern lachte das Glück und die Sonne. Was sie anpackten, gelang. Der Ball lief wie am Schnürchen, Überraschend fest standen die hinteren Reihen, in denen der nicht mehr ganz junge, doch nach wie vor mit rassiger Wucht verteidigende Neustadter Flohr der auffälligste Spieler war. Er und der schlanke Mittelläufer Schaub gingen den Waldhöfern mit der Zeit auf die Nerven. Liebrich und der Gastspieler Jergens spielten Außenläuferpartien, wie sie die Fußballfibel lehrt. Sie halfen zuerst den Stoß der kurzen Waldhöfer Eröffnungsoffensive auffangen und schossen dann Zug um Zug nach vorne auf. Das beste Stück der Pfälzer war der Sturm: spritzig, witzig, wieselflink, schußhart – kurzum: auf Hochglanz poliert. Der große Zauberer war natürlich Fritz Walter. Drei Tore kamen auf sein Konto, davon ein ganz raffiniertes per Absatzkick, wie man es alle Schaltjahre einmal zu sehen bekommt. Nicht wenig erfolgreich war Fritz Walters Bruder Ottmar, der als Linksaußen zweimal ins Schwarze traf. Der Halblinke Baßler und der schon genannte Jakob Marter machten „die bösen Sieben“ voll. Als Mittelstürmer sah man im rot-weißen Dreß voll Verständnis den Mannheimer VfR-Mann Adam wirken.

Waldhof begann recht flott auf dem gepflegten grünen Rasen seine flache Schule vorzuführen, doch übertrieb der Angriff das Zusammenspiel und lief sich langsam, aber sicher fest. Dann kam der Torregen: in der vierten Minute 1:0 durch Ottmar Walter, 7.Minute Ausgleich durch Ahlbach, 22.Mintue 2:1 durch Baßler, 40.Minute 3:1 durch Fritz Walter, 44.Minute 4:1 durch Ottmar Walter – Pause. 20.Minute 5:1 durch Fritz Walter, 28.Minute 6:1 durch Fritz Walter, 39.Minute 7:1 durch Marter. 10.000 Pfälzer tobten vor Begeisterung über den Bombensieg „ihrer“ Mannschaft.

Quelle: Badische Presse v. 11.05.1942




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