Fanprojekt Mannheim/Ludwigshafen

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Fanprojekt Mannheim/Ludwigshafen

Das Fancafé des Fanprojektes
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Historie

Die Geschichte des Fanprojekts begann genau genommen 1983 in Ludwigshafen, als die Stadt einen Streetworker zur Betreuung der Mannheimer Anhänger abstellte - Waldhof war seinerzeit in die Bundesliga aufgestiegen und trug seine Heimspiele auf der anderen Seite des Rheins im Südweststadion Ludwigshafen aus.

Auch in Mannheim gab es von ca 1986 bis 1991 eine Art Vorläuferprojekt, im Jahr 2006 wurde dann ein vielversprechender Neuanfang gemacht. Zwar beruhte das Fanprojekt zu diesem Zeitpunkt auch schon auf dem Nationalen Konzept Sport und Sicherheit (NKSS), eine Besonderheit lag hier jedoch in der Finanzierung. Gewöhnlich gilt für alle Fanprojekte eine Drittelfinanzierung, was bedeutet, dass sich Bundesland, Kommune und DFB zu gleichen Teilen an der Fianzierung eines Fanprojektes beteiligen.

Da sich zu diesem Zeitpunkt das Land Baden-Württemberg jedoch nicht an den Kosten beteiligte, wurde das Fanprojekt durch die Städte Mannheim und Ludwigshafen finanziert. Durch den Einstieg des Landes Baden-Württemberg konnte die Stellenzahl im Jahr 2009 von 1,5 auf 1,8 erhöht werden. Mit Ablauf des Jahres 2010 stieg die Stadt Ludwigshafen leider aus der Finanzierung des Fanprojekts aus. Dennoch wurde es ermöglicht, die Stellenzahl nochmals auf aktuell 2,0 Stellen zu erhöhen.

Quelle: Fanprojekt Mannheim/Ludwigshafen Saisonbericht 2010/2011


"Das Fanprojekt Mannheim/Ludwigshafen wurde im Herbst 2006 gegründet und ist beim Sportkreis Mannheim e.V. angesiedelt. Nach langjähriger Überzeugungsarbeit möchte nun auch endlich die Stadt Mannheim nicht mehr auf ein erfolgreiches Modell der Gewaltprävention rund um Fußballspiele verzichten. Das Engagement der Stadt Mannheim ist um so höher zu bewerten, da sich das Land Baden Württemberg immer noch beharrlich weigert, Fan Projekte zu finanzieren.

Dem Fanprojekt Mannheim/Ludwigshafen liegt das Nationale Konzept Sport und Sicherheit (NKSS) zugrunde, welches feststellt, dass Fußballfans oft nur unzureichend von der allgemeinen Jugendsozialarbeit erreicht werden. Daher wird deutlich, dass die pädagogischen Methoden für eine erfolgreiche Sozialarbeit mit jugendlichen Fußballfans andere sein müssen als die der allgemeinen Jugendsozialarbeit. Die Arbeit in den Fan-Projekten ist also eine besondere und innovative Form der Jugendsozialarbeit. Die Mitarbeiter begleiten die Fans zu Heim- und Auswärtsspielen und sind an den beliebtesten Treffpunkten der Szene in Stadt und Stadionnähe präsent. Es ist ein erklärtes Ziel, die Gewaltbereitschaft zu vermindern aber auch den Interessen der Fans eine Stimme in der Öffentlichkeit zu geben.

Die Arbeit des neuen Fan-Projektes in Mannheim kann auf die von Erwin Ress seit Jahren kontinuierlich geleistete Arbeit aufbauen, legt das Augenmerk jedoch nun zusätzlich auf die Arbeit mit den jüngeren Fußballfans, die sich hauptsächlich der Ultraszene zuorden. Die momentane Arbeit besteht zur Zeit noch größtenteils aus der Kontaktaufnahme und der Vertiefung der bestehenden Kontakte.

Das Fan-Projekt kümmert sich vorrangig um die Probleme, die Fans haben. Bei individuellen Problemlagen wie bspw. Arbeitslosigkeit, Sucht oder familiären Konflikten versucht man, die Fans über Einzelfallhilfen zu unterstützen. Einzelfallhilfe geht auf spezielle Problemstellungen einzelner Personen gezielt ein, leistet Hilfe zur Selbsthilfe, fördert und stärkt die persönlichen Handlungskompetenzen und sucht nach optimal auf den Adressaten abgestimmten Lösungen. Bei Fragen, die die gesamte Szene betreffen, dient das Fan-Projekt als Vermittlungs- und Übersetzungsinstanz. So zählt u.a. die kritische Auseinandersetzung mit als überzogen empfundenen Maßnahmen der Polizei im Umfeld von Fußballspielen zum Aufgabengebiet.

Die enge Zusammenarbeit mit Pro-Waldhof, dem Verein SV Waldhof, kommunalen Einrichtungen der Jugendarbeit, der Koordinationsstelle Fan-Projekt (KOS), der Bundesarbeitsgemeinschaft der Fan-Projekte (BAG) und vieler Bestandteile der Fan-Projektarbeit.

Die Mitarbeiter des Fan-Projektes leisten zielgruppenorientierte Straßensozialarbeit und wenden sich an Fußballfans, die sich vor allem in Cliquen und Szenen im öffentlichen Raum aufhalten. Ein wesentlicher Bestandteil der Arbeit ist es, bestehende Vorurteile gegenüber Fußballfans entgegen zu wirken und ihnen größere individuelle Handlungsfreiräume zu ermöglichen.

Dieser Ansatz setzt den Schwerpunkt auf den Ausbau von sozialen Kompetenzen und die Stärkung positiven Verhaltens.

Kurzfristig wird eine der Hauptaufgaben des Fan Projektes Mannheim/Ludwigshafen sein, einen Treffpunkt für die Fans des SVW zu etablieren, in dem regelmäßige Treffen sowie Gesprächsrunden stattfinden können und durch welches sich die Arbeitsbedingungen erheblich verbessern würden." (KOS: "Fan-Projekte 2007 nach dem Nationalen Konzept Sport und Sicherheit")

Als Vorgänger des heutigen Fanprojektes Mannheim/Ludwigshafen wurde bereits 1986 das Fanprojekt gegründet, nachdem 1985 der Stadtjugendring Mannheim einen Arbeitskreis "Fußballfanbetreuung" ins Leben rief. In diesem Arbeitskreis waren die Stadtjugendämter MA & LU, die Stadtjugendringe MA & LU, Polizei MA & LU, Jugendpfarrer der ev. und katholischen Kirche sowie der SV Waldhof vertreten. Ab November 87 waren Cornelia Brückl und Ulrike Matt bei der Stadt Mannheim als Halbtagsbeschäftigte für das Fanprojekt angestellt. Beim Stadtjugendring hatten beide zweimal pro Woche Sprechzeiten für die Waldhof-Fans, bei denen sie auch verbilligte Eintrittskarten verkauften.

Politik zu Gast im Fan-Café

Fancontainer

Jugendhilfe: Anlaufstelle für jugendliche Fußball-Anhänger des SV Waldhof am Carl-Benz-Stadion offiziell eröffnet
Container als Fan-Café und Treffpunkt


Es war gestern bei der Einweihung des neuen Fan-Cafés am Carl-Benz-Stadion viel von Liebe zum Verein die Rede, von einer tiefen, inneren Verbindung gerade von jugendlichen Fans zum SV Waldhof. Aber Barbara Theis, die Leiterin des Fanprojekts Mannheim/Ludwigshafen sprach darüber hinaus die Probleme an, die junge Leute dann auch mal bei den beiden Fan-Betreuern Martin Willig und Thomas Balbach abladen können, "wenn es jemand dreckig geht". Dazu, und für noch viel mehr, ist der neue Treffpunkt gleich unterhalb der Stehplatz-Ränge der treuen SVW-Anhänger gedacht.

Nach den offiziellen Reden zur Eröffnung des Containers trafen sich gleich die jungen Fans, meist Schüler und Auszubildende, um am Abend gemeinsam das Fußball-Länderspiel Deutschland-England zu gucken. Außerdem stand der neue, gebrauchte Kleinbus vor der Tür, mit dem die Jugendlichen U 18 nun bald zu Fahrten starten können. "Für ein bisschen Kultur, ein bisschen Fußball", versprach Barbara Theis

"Die jungen Fans brauchen einen Ort, wo sie hingehören", betonte Hans-Werner Eggemann-Dann von der Jugendförderung in Ludwigshafen. Und er würdigte die Arbeit des Sportkreises, des Vereins und der Jugendhilfe für "ein friedliches Miteinander" der jungen Leute. Dazu sei das Fan-Projekt der "Brückenbauer", übernehme die Vermittlerrolle zwischen den verschiedenen Fankulturen, dem SV Waldhof, den Medien, der Polizei und der Jugendarbeit. "Eine Brücke mit vielen Abzweigungen", ergänzte Rainer Spagerer, SPD-Stadtrat und Waldhof-Urgestein. Denn er wisse schon, die jungen Fans seien "keine Lämmer", und das ein oder andere schwarze Schaf gebe es auch. Aber der ganz große Teil der Waldhof-Anhänger habe mit Gewalt nichts zu tun. Er schätze den präventiven Ansatz, die sozialpädagogische Arbeit der beiden Fan-Betreuer mit den Jugendlichen. "Und endlich ist aus den Plänen für einen Fan-Treffpunkt etwas geworden", erklärte Spagerer. Zu Bundesligazeiten des SVW, 1983 bis 1990, sei das Projekt damals in Ludwigshafen gestartet worden.

Und Volker Goll, der stellvertretende Leiter der bundesweiten KOS (Koordinationsstelle Fan-Projekte) hatte sogar das Länderspiel in Berlin sausen lassen, um den Container in Mannheim mit einzuweihen. Dabei schrieb Goll der baden-württembergischen Regierung ins Stammbuch, dass sie jetzt endlich auch ihren finanziellen Beitrag für die Fan-Projekte im Land leisten soll. "Alle anderen Bundesländer tun das mittlerweile schon", berichtete Goll.

Quelle: Mannheimer Morgen von Martin Tangl 20. November 2008


Anschrift

Fanprojekt Mannheim/Ludwigshafen
Sportkreis Mannheim e.V.
Merowingerstraße 15
68259 Mannheim

Fan-Café

Carl-Benz-Stadion Mannheim
68165 Mannheim

Das Fan-Café befindet sich unter der Tribüne des Blocks G.
Öffnungszeiten: Dienstag und Donnerstag 17.00 Uhr - 21.00 Uhr
Vor und nach jedem Heimspiel des SV Waldhof Mannheim 07 e.V.

Das Team

Projektleiter Bernd Stezycki
Mail: stezycki@sportkreis-ma.de

Streetworker Martin Willig
Mail: willig@sportkreis-ma.de
Mobil: 0157 - 759 614 19

Streetworker Thomas Balbach
Mail balbach@sportkreis-ma.de
Mobil: 0157 – 783 498 45

Weblink

Fanprojekt Mannheim-Ludwigshafen
Sportkreis Mannheim

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