FanverhältnisSVW-FCK

Aus WikiWaldhof
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die Rivalität zwischen den Anhängern des SV Waldhof und des 1. FC Kaiserslautern ist erst in den 80er Jahren entstanden
Bührer: Das hat sich damals hochgeschaukelt


Von Alexander Müller

Mannheim. 1954 war die Fußballwelt diesseits und jenseits des Rheins noch in Ordnung. Bundestrainer Sepp Herberger (Mannheim) vertraute seinem Lauterer Block mit den Walter-Brüdern, Horst Eckel, Werner Liebrich und Werner Kohlmeyer, der am "Wunder von Bern" maßgeblichen Anteil hatte.

Die Rivalität zwischen dem SV Waldhof und dem 1. FC Kaiserslautern, die beim Regionalliga-Spiel beider Klubs unter der Woche zu schweren Krawallen von Randalierern beider Lager missbraucht wurde, entstand nach langen Jahren friedlicher Koexistenz. Nachdem die Mannheimer 1983 in die Fußball-Bundesliga aufgestiegen waren, musste der SV Waldhof mangels einer eigenen erstligatauglichen Arena ins Ludwigshafener Südweststadion ausweichen. Den Sprung ins linksrheinische Ausweichquartier empfanden die Lauterer als Einbruch in ihr Revier: "Das hat sich damals hochgeschaukelt", erzählt Waldhof-Stürmerlegende Karl-Heinz Bührer. "Wir haben in Ludwigshafen gespielt und dem FCK dadurch viele Anhänger in der Vorderpfalz streitig gemacht."

Denkwürdiges Spiel 1987

Bührer selbst lieferte sich bei den Derbys regelmäßig heiße Duelle mit Kaiserslauterns Torwart Gerry Ehrmann, die die Emotionen zwischen Pfälzern und Kurpfälzern weiter hochkochen ließen - wie bei der denkwürdigen Partie im April 1987, die der Waldhof am Ende mit 4:3 gewann. Die Mannheimer bekamen vier Elfmeter zugesprochen, von denen sie zwei verwandelten, der Ausgleich der Lauterer in der letzten Minute wurde wegen angeblichen Abseits nicht anerkannt. "Gegen Kaiserslautern, das waren immer Spiele mit Brisanz. Die Duelle mit Ehrmann haben mich auf dem Platz besonders motiviert", erinnert sich Bührer.

Nach dem Waldhöfer Abstieg 1990 kreuzten sich die Wege der Südwest-Traditionsklubs zwar nur noch sporadisch, doch die Animositäten zwischen beiden Fanlagern blieben bestehen. Dass die sportliche Rivalität aber als Vorwand für Gewaltexzesse wie bei der Skandal-Begegnung am Mittwochabend benutzt wird, dafür hat Waldhof-Urgestein Bührer kein Verständnis: "Was dort passiert ist, war einfach nur erschreckend und traurig."

Quelle: Mannheimer Morgen vom 05.09.09



Hier könnte Ihre Werbung stehen

in allen mehr als 20.000 Artikeln