Frank Lippmann

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Frank Lippmann
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Spielerinformationen
Voller Name Frank Lippmann
Geburtstag 23. April 1961
Geburtsort Dresden, Deutschland
Größe 173 cm
Position Angriff
Vereinsinformationen karriereende
Vereine in der Jugend
Bis 1979
07/1979 - 04/1980
DDRDDR Empor Tabak Dresden
DDRDDR Dynamo Dresden
Vereine als Aktiver
Jahre Verein Spiele (Tore)1
04/1980 - 03/1986
03/1986 - 06/1987
07/1987 - 12/1988
01/1989 - 06/1989
07/1989 - 12/1989
01/1990 - 06/1990
07/1990 - 06/1993
DDRDDR Dynamo Dresden
DeutschlandDeutschland 1.FC Nürnberg
DeutschlandDeutschland SV Waldhof Mannheim
OsterreichÖsterreich Linzer ASK
OsterreichÖsterreich Vorwärts Steyr
SwasilandSwasiland FC Zug
DeutschlandDeutschland Dresdner SC
089 (09)
05 (00)
16 (1)
00? (0?)
003 (00)
00? (0?)
00? (0?)
Stationen als Trainer
07/1993 - 06/1999
07/1999 - 04/2008
07/2008 - 06/2009
07/2009 - 06/2012
07/2012 - 06/2016
07/2017 - 06/2019
DeutschlandDeutschland Dresdner SC U19
DeutschlandDeutschland Dynamo Dresden Jugend
DeutschlandDeutschland Bischofswerdaer FV 08
DeutschlandDeutschland SV Pirna-Süd
DeutschlandDeutschland Bischofswerdaer FV 08 II
DeutschlandDeutschland Königswarthaer SV

1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.
 Stand: 1. Mai 2020

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Frank Lippmann (* 23. April 1961 (59 Jahre) in Dresden) war Fußballspieler in der DDR, nach seiner Flucht in der deutschen Bundesliga, sowie in Österreich und in Schweiz. Mit Dynamo Dresden gewann er zweimal den DDR-Fußballpokal. Nach dem Ende seiner Spielerlaufbahn wurde er Fußballtrainer.

DDR-Oberliga-Spieler

Lippmann wuchs im Dresdner Ortsteil Zschachwitz auf und spielte dort auch bis 1979 bei der TSG Blau-Weiß, zuletzt mit der Männermannschaft in der viertklassigen Bezirksklasse. Zu Beginn der Saison 1979/80 wurde Lippmann zum DDR-Oberligisten Dynamo Dresden delegiert. Dort wurde er zunächst für die Nachwuchs-Oberliga nominiert. Doch bereits in dieser Saison kam er zu seinem ersten Einsatz in der Männer-Oberliga. Am 12. April 1980, dem 21. Spieltag, wurde er in der Begegnung Dynamo Dresden - Wismut Aue (4:2) für sieben Minuten eingewechselt. Für die Spielzeit 1980/81 wurde der 1,73 m große Angriffsspieler für die erste Mannschaft nominiert und spielte für sie von Saisonbeginn an auf unterschiedlichen Positionen in der Angriffsformation. In seiner ersten Oberligasaison kam er auf 18 Punktspieleinsätze, allerdings ohne Torerfolg. In diese Saison fiel auch sein einziges Auswahlspiel, das er mit der DDR-Nachwuchs-Nationalmannschaft bestritt.

In der Saison 1981/82 konnte er sich gegen den Paradesturm Schülbe, Minge, Döschner nicht durchsetzen und kam nur auf sieben Oberligaspiele, von denen die meisten nur Kurzeiteinsätze waren. Auch in den beiden folgenden Spielzeiten blieb Lippmann nur die Rolle des Ersatzspielers, gehörte aber am 26. Mai 1984 als Linksaußenstürmer zur Dynamo-Mannschaft, die mit einem 2:1-Sieg über den Berliner FC Dynamo den DDR-Fußballpokal gewann. 1984/85 gelang ihm der Durchbruch zum Stammspieler, in 24 von 26 ausgetragenen Punktspielen stand er in der Oberligaelf, in der Regel weiter als Linksaußen. Auf dieser Position war er auch am 8. Juni 1985 an der Pokalverteidigung beteiligt, diesmal siegten die Dresdner mit 3:2 erneut über den BFC Dynamo.

Flucht in den Westen

Auch die Saison 1985/86 setzte Lippmann als Stammspieler fort. Bis zum 16. Spieltag hatte er 14 Spiele als Linksaußen absolviert. Zu diesem Zeitpunkt hatte Dynamo Dresden das Viertelfinale im Europapokal der Pokalsieger erreicht und sich mit einem 2:0-Heimsieg über Bayer Uerdingen eine gute Ausgangsposition für das Halbfinale geschaffen. Diese wurde am 19. März 1986 mit einer 3:7-Niederlage zunichte gemacht. Es war Lippmanns 14. Europapokalspiel, und mit dem zwischenzeitlichen 2:1-Führungstor für Dresden schoss er sein sechstes Tor im Europapokal, von denen er allein fünf im laufenden Wettbewerb erzielte.

Nach dem Spiel verließ Lippmann die Mannschaft und setzte sich zu Verwandten nach Nürnberg ab, wo er auf einer Pressekonferenz erklärte, nicht wieder in die DDR zurückkehren zu wollen. Entgegen früheren Gepflogenheiten, als flüchtige DDR-Sportler totgeschwiegen wurden, meldete die DDR-Nachrichtenagentur ADN: „Der Spieler Frank Lippmann hat für eine hohe Geldsumme, die ihm sportfeindliche Kreise boten, seine Kameraden verraten.“ (lt. Munzinger-Archiv 19/1986 vom 28. April 1986). Lippmann hinterließ in der DDR seine Familie und seine Verlobte mit einem drei Monate alten Kind. Familie und Verlobte wurden vom DDR-Staatssicherheitsdienst massiv gedrängt, Lippmann zur Rückkehr zu bewegen, hatten aber keinen Erfolg. Vielmehr gelang es Lippmann, Braut samt Kind mittels eines Fluchthelfers über Ungarn aus der DDR herauszuschleusen.

Profifußballer im Westen

Unmittelbar nach seiner Ankunft in Nürnberg hatte Lippmann Kontakt zum Präsidenten des 1. FC Nürnberg, Gerd Schmelzer aufgenommen und erhielt einen Profivertrag bis zum Ende der Saison 1986/87. Der erste Einsatz ließ jedoch auf sich warten. Zunächst verhängte der europäische Fußballverband UEFA eine einjährige Sperre und dann zog sich Lippmann im Training einen Kreuzbandriss zu. So kam er erst am 22. Spieltag der Saison 1986/87 für den 1. FC Nürnberg zum Einsatz, wo er mit den künftigen Waldhöfern Günter Güttler und Dieter Eckstein zusammenspielte. Bis zum Saisonende absolvierte er insgesamt fünf Spiele.

Sein Vertrag wurde nicht verlängert, und Lippmann schloss einen neuen Zweijahres-Vertrag mit dem Bundesligisten Waldhof Mannheim ab. Unter Trainer Felix Latzke sollte er dazu beitragen, den Abgang des Torjägers Fritz Walter auszugleichen. Er kam jedoch nur in der Saison 1987/88 in der Bundesliga zum Einsatz und verzeichnete, überwiegend in der Rückrunde, 16 Einsätze. Das einzige Tor gelang ihm dabei am 14. November 1987 bein 1:1 in Uerdingen.

Bei den Blau-Schwarzen hatte er wieder Pech. Weil die Mannschaft zu einem Trainingslager nach Jugoslawien fuhr, reiste er vorsichtshalber nicht mit, da dieses Land dem Ostblock angehörte. Beim Training mit den Amateuren in Deutschland verletzte er sich erneut schwer.[1]

Im Januar 1989 ließ sich Lippmann vom österreichischen Erstligaabsteiger LASK Linz verpflichten. Noch während der laufenden Saison wanderte er zum österreichischen Erstligisten Vorwärts Steyr ab und beendete schließlich die Saison beim Zweitligisten FC Zug in der Schweiz.

Rückkehr nach Sachsen

Im Sommer 1990, wenige Monate nach der politischen Wende in der DDR, ließ sich Lippmann wieder in Dresden nieder. Dort schloss er sich dem wiedergegründeten Dresdner SC an, mit dem er 1991 in die viertklassige Landesliga und 1992 in die Amateur-Oberliga aufstieg. Nach Abschluss der Saison 1992/93, in der er sich einen Knöchel- und Schienbeinbruch zuzog, beendete Lippmann seine Laufbahn als Fußballspieler.

Trainer

Nach dem Ende seiner Spielerlaufbahn wurde er zunächst Nachwuchstrainer beim DSC, 1999 kehrte er nach neun Jahren wieder zu Dynamo Dresden zurück, wo er für die U19 verantwortlich war, aber auch als Honorartrainer des DFB tätig wurde.

Nach einer überraschenden Beurlaubung bei Dynamo am 9. April 2008 führte ihn der Weg zum Bischofswerdaer FV 08. Fast zehn Jahre war Lippmann dort Trainer. Ab 2010 leitete er die Gerschäftsstelle und ist bis heute Sponsorenbeauftragter des Vereins.[2]

2009 übernahn er außerdem das Traineramt beim sächsischen Bezirksklassenverein SV Pirna-Süd, den er 2010 in die siebtklassige Bezirksliga führte. Im Juni 2011 verlängerte man den Vertrag nochmals,[3] bevor im Folgejahr die Trennung erfolgte.

Seit 2017 ist Lippmann in der Westlausitz Trainer beim Königswarthaer SV in der Kreisoberliga.[4]

Bilder

Einzelnachweise

  1. Mit dem Fußball Frieden geschlossen saechsische.de vom 23.3.2018, abgerufen am 1. Mai 2020
  2. "Wo ist denn der Lippmann hin?" dnn.de vom 9.9.2015, abgerufen am 1. Mai 2020
  3. Frank Lippmann und Christian Helm auch in der neuen Saison Trainer die-fans.de vom 17.6.2011, abgerufen am 1. Mai 2020
  4. Saison 2018/19 ksv-sport.de, abgerufen am 1. Mai 2020

Quellen

Weblinks

Literatur

  • Hanns Leske, Enzyklopädie des DDR-Fußballs. Die Werkstatt, Göttingen 2007, ISBN 978-3-89533-556-3
  • Horn/Weise, Lexikon des DDR-Fußballs. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2004, ISBN 3-89602-536-8
  • Baingo/Horn, Geschichte der DDR-Oberliga. Göttingen 2007, ISBN 978-3-89533-428-3
  • Uwe Nuttelmann, DDR-Oberliga. Eigenverlag 2007, ISBN 3-930814-33-1
  • Munzinger-Archiv, Internationales Sportarchiv, 19/1986 vom 28. April 1986




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