Fußball-Bundesliga 1998/99

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Fußball-Bundesliga 1998/99
Logo der Bundesliga
Meister FC Bayern München
Pokalsieger Werder Bremen
Absteiger 1. FC Nürnberg, VfL Bochum, Borussia Mönchengladbach
Mannschaften 18
Zuschauer replace  (ø replace pro Spiel)
Torschützenkönig Michael Preetz (Hertha BSC)
Fußball-Bundesliga 1997/98

Erster in der Saison 1998/99 der deutschen Fußball-Bundesliga und somit Deutscher Meister der Herren wurde der FC Bayern München.

Saisonüberblick

Szene aus dem Spiel Borussia Mönchengladbach - Borussia Dortmund im Mai 1999
Partie Schalke 04 - 1. FC Nürnberg am 12. September 1998

Während Bayern München überlegen Deutscher Meister und der fast abgestiegene SV Werder Bremen sensationell DFB-Pokalsieger gegen die Bayern wurde, bleibt die Saison vor allem wegen zwei Details in Erinnerung: Das denkwürdige Finale der Champions League zwischen Bayern München und Manchester United (1:2, zwei Tore Manchesters in der Nachspielzeit) und die dramatische Abstiegsentscheidung am letzten Spieltag der Bundesliga. Überraschend war auch der dritte Platz für Hertha BSC. Es war deren beste Platzierung seit 1978. Ein Punkt und vier Tore fehlten zur Vize-Meisterschaft.

Letzter Spieltag

Vor dem letzten Spieltag am 29. Mai 1999 standen Borussia Mönchengladbach und der VfL Bochum bereits als Absteiger fest. Für die Gladbacher war es der erste Abstieg überhaupt nach 34-jähriger Bundesligazugehörigkeit. Zwischen dem 1. FC Nürnberg, dem VfB Stuttgart, dem SC Freiburg, Hansa Rostock und Eintracht Frankfurt musste der dritte Absteiger ermittelt werden.

Die Situation vor dem letzten Spieltag:

Verein R S U N Tore Diff. Punkte
12. 1. FC Nürnberg 33 7 16 10 39:48 –9 37
13. VfB Stuttgart 33 8 12 13 40:48 –8 36
14. SC Freiburg 33 9 9 15 34:43 –9 36
15. Hansa Rostock 33 8 11 14 46:56 –10 35
16. Eintracht Frankfurt 33 8 10 15 39:53 –14 34

Stuttgart gewann sicher gegen Werder Bremen und schaffte den Klassenerhalt. In den anderen Partien, Nürnberg – Freiburg, Bochum – Rostock und Frankfurt- Kaiserslautern, entwickelte sich jedoch eine Dramaturgie, die die Abstiegsentscheidung zur bisher dramatischsten der Bundesligageschichte machte:

  • 68. Minute

Zu diesem Zeitpunkt deutete viel auf einen Abstieg Frankfurts, ohnehin mit den geringsten Chancen in diesen Spieltag gegangen, hin: Die drei direkt vor Frankfurt platzierten Vereine lagen in ihren Spielen in Führung: Stuttgart mit 1:0 gegen Bremen, Rostock mit 1:0 in Bochum, Freiburg mit 2:0 in Nürnberg. Der Club wiederum schien trotz des Rückstands gerettet, denn für den Abstieg Nürnbergs hätte nicht nur Nürnberg selbst verlieren und Rostock in Bochum gewinnen müssen, sondern vor allem Frankfurt gegen Kaiserslautern mit drei Toren Differenz gewinnen müssen, wenn es beim 0:2-Rückstand Nürnbergs geblieben wäre. Die Eintracht, die mit 5 Toren Unterschied hätte gewinnen müssen, um den Klassenerhalt aus eigener Kraft zu schaffen, führte zwar zunächst gegen Kaiserslautern, doch die Roten Teufel, die noch die Teilnahme an der Champions League erreichen konnten, glichen nach 68 Minuten aus, es stand 1:1 – zu wenig für Frankfurt. Doch nun, in den letzten zwanzig Minuten der Saison, begannen sich die Ereignisse zu überschlagen:

Die Situation nach 68 Minuten:

Verein R S U N Tore Diff. Punkte
12. VfB Stuttgart 34 9 12 13 41:48 –7 39
13. SC Freiburg 34 10 9 15 36:43 –7 39
14. Hansa Rostock 34 9 11 14 47:56 –9 38
15. 1. FC Nürnberg 34 7 16 11 39:50 –11 37
16. Eintracht Frankfurt 34 8 11 15 40:54 –14 35
  • 70. bis 74. Minute

Frankfurt ging gegen Kaiserslautern wieder in Führung (70. Spielminute). Als Bochum fast gleichzeitig gegen Rostock aus einem 0:1 ein 2:1 (71. und 74.) machte, wäre Rostock abgestiegen und Frankfurt gerettet gewesen.

Die Situation nach 74 Minuten:

Verein R S U N Tore Diff. Punkte
12. VfB Stuttgart 34 9 12 13 41:48 –7 39
13. SC Freiburg 34 10 9 15 36:43 –7 39
14. 1. FC Nürnberg 34 7 16 11 39:50 –11 37
15. Eintracht Frankfurt 34 9 10 15 41:54 –13 37
16. Hansa Rostock 34 8 11 15 47:58 –11 35
  • 77. bis 82. Minute

Rostock glich wieder aus (77.), das hätte aber zu Rettung nicht gereicht, erst recht nicht, als Frankfurt unter großem Jubel des Publikums zwei weitere Tore schoss (80. und 82.) und beim Spielstand von 4:1 jetzt sogar Nürnberg im Hinblick auf die Tordifferenz ein- und wegen der mehr geschossenen Tore auch überholt hatte. Zu diesem Zeitpunkt wäre nach wie vor Hansa Rostock abgestiegen, denn die Ostseestädter brauchten zu diesem Zeitpunkt einen Sieg.

  • 83. Minute

Rostock ging in Bochum erneut in Führung. Dadurch wären die Hanseaten gerettet gewesen und plötzlich wäre Nürnberg, das immer noch 0:2 gegen Freiburg zurücklag, abgestiegen.

  • 85. Minute

Nürnberg schoss das 1:2, und obwohl die Franken noch immer zurücklagen, hätte sie dieser Spielstand gerettet, denn nun hatten sie die bessere Tordifferenz gegenüber der Frankfurter Eintracht, der auch ein hoher 4:1-Sieg gegen Kaiserslautern nun nichts mehr genutzt hätte.

  • 89. Minute

Frankfurts Jan Åge Fjørtoft gelang nach einem Alleingang und einem phantastischen Übersteiger doch noch das unglaubliche 5:1 gegen Kaiserslautern – und damit die Rettung Frankfurts vor dem Abstieg. Nürnberg, das nun wieder abgestiegen wäre, erhielt jedoch fast gleichzeitig eine letzte Chance: Nach einer Kopfballabwehr der Freiburger rauschte Marek Nikl aus dem Hintergrund an und drosch den Ball mit einem Distanzschuss an den Pfosten. Der Abpraller fiel Nürnbergs Frank Baumann vor die Füße, dieser schaffte aber aus kurzer Entfernung das Kunststück, den Ball dem Freiburger Keeper Richard Golz in die Arme zu schießen. Der Ausgleich hätte wiederum Frankfurt zum Abstieg verurteilt.

So aber blieb es bei der Nürnberger Niederlage, und da Rostock 3:2 in Bochum und Frankfurt 5:1 gegen den 1. FC Kaiserslautern gewann, musste am Ende der 1. FC Nürnberg absteigen. Der Club, der vor dem letzten Spieltag – mit drei Punkten und fünf Toren Vorsprung auf einen Abstiegsplatz auf Platz 12 stehend – beste Chancen auf den Klassenerhalt zu haben schien, hatte am Ende die gleiche Tordifferenz wie die Frankfurter Eintracht, die aber vier Tore mehr geschossen hatte als die Nürnberger.

Dieser letzte Spieltag der Saison war zugleich eine Sternstunde der Bundesligakonferenz im Radio. Die Reporter Manfred Breuckmann in Bochum, Günther Koch in Nürnberg und Dirk Schmitt in Frankfurt schafften es, die Dramatik der sich überschlagenden Ereignisse intensiv zu vermitteln, ihre mitreißende Reportage wurde preisgekrönt.

Abschlusstabelle

Verein Sp. S U N Tore Diff. Punkte
1. FC Bayern München (P) 34 24 6 4 76:28 +48 78
2. Bayer 04 Leverkusen 34 17 12 5 61:30 +31 63
3. Hertha BSC 34 18 8 8 59:32 +27 62
4. Borussia Dortmund 34 16 9 9 48:34 +14 57
5. 1. FC Kaiserslautern (M) 34 17 6 11 51:47 +4 57
6. VfL Wolfsburg 34 15 10 9 54:49 +5 55
7. Hamburger SV 34 13 11 10 47:46 +1 50
8. MSV Duisburg 34 13 10 11 48:45 +3 49
9. TSV 1860 München 34 11 8 15 49:56 –7 41
10. FC Schalke 04 34 10 11 13 41:54 –13 41
11. VfB Stuttgart 34 9 12 13 41:48 –7 39
12. SC Freiburg (N) 34 10 9 15 36:44 –8 39
13. Werder Bremen 34 10 8 16 41:47 –6 38
14. Hansa Rostock 34 9 11 14 49:58 –9 38
15. Eintracht Frankfurt (N) 34 9 10 15 44:54 –10 37
16. 1. FC Nürnberg (N) 34 7 16 11 40:50 –10 37
17. VfL Bochum 34 7 8 19 40:65 –25 29
18. Borussia Mönchengladbach 34 4 9 21 41:79 –38 21
Deutscher Meister und Teilnahme an der UEFA Champions League: FC Bayern München
Teilnahme an der UEFA Champions League: Bayer 04 Leverkusen
Teilnahme an der Champions-League-Qualifikation: Hertha BSC, Borussia Dortmund
Teilnahme am UEFA-Pokal: 1. FC Kaiserslautern, VfL Wolfsburg, SV Werder Bremen
Teilnahme am UI-Cup: Hamburger SV, MSV Duisburg
DFB-Pokal-Sieger und Teilnahme am UEFA-Pokal: Werder Bremen
Abstieg in die 2. Bundesliga: Borussia Mönchengladbach, VfL Bochum, 1. FC Nürnberg
Aufsteiger aus der 2. Bundesliga: Arminia Bielefeld, SpVgg Unterhaching, SSV Ulm 1846

Kreuztabelle

Die Kreuztabelle stellt die Ergebnisse aller Spiele dieser Saison dar. Die Heimmannschaft ist in der linken Spalte aufgelistet und die Gastmannschaft in der obersten Reihe.

1998 / 1999 FC Bayern München Bayer 04 Leverkusen Hertha BSC Borussia Dortmund 1. FC Kaiserslautern VfL Wolfsburg Hamburger SV MSV Duisburg TSV 1860 München FC Schalke 04 VfB Stuttgart SC Freiburg SV Werder Bremen Hansa Rostock Eintracht Frankfurt 1. FC Nürnberg VfL Bochum Borussia Mönchengladbach
1. FC Bayern München 2:0 1:1 2:2 4:0 3:0 5:3 3:1 3:1 1:1 2:0 2:0 1:0 6:1 3:1 2:0 4:2 4:2
2. Bayer 04 Leverkusen 1:2 2:2 3:1 2:2 3:0 1:2 2:0 1:1 1:1 0:0 1:1 2:0 3:1 2:1 3:0 2:0 4:1
3. Hertha BSC 1:0 0:1 3:0 1:1 2:0 6:1 1:3 2:1 2:0 2:0 1:0 1:0 2:0 3:1 3:0 4:1 4:1
4. Borussia Dortmund 2:2 1:0 3:0 1:0 2:1 2:1 2:0 3:1 3:0 3:0 2:1 2:1 2:0 3:1 3:0 0:1 1:1
5. 1. FC Kaiserslautern 2:1 0:1 4:3 1:0 1:1 1:0 3:0 1:1 4:1 1:1 0:2 4:0 3:2 2:1 2:0 2:3 2:1
6. VfL Wolfsburg 0:1 1:0 2:1 0:0 2:1 4:1 4:2 1:0 0:0 3:2 1:1 2:4 1:1 2:0 1:1 4:1 7:1
7. Hamburger SV 0:2 0:0 0:4 0:0 2:0 1:1 4:1 3:0 2:2 3:1 2:1 1:1 1:0 0:1 2:0 1:0 3:0
8. MSV Duisburg 0:3 0:0 0:0 3:2 3:1 6:1 2:3 1:1 1:2 2:0 1:0 2:0 4:1 2:1 1:1 2:0 2:2
9. TSV 1860 München 1:1 0:2 2:0 2:0 1:2 2:3 0:0 0:0 4:5 1:1 2:0 1:3 2:1 4:1 1:2 2:1 3:1
10. FC Schalke 04 1:3 0:1 0:0 1:1 0:2 2:0 1:4 2:0 2:2 1:0 1:1 1:2 1:0 2:3 2:2 2:2 1:0
11. VfB Stuttgart 0:2 0:1 0:0 2:1 4:0 1:2 3:1 0:0 0:1 2:1 3:1 1:0 1:1 2:0 0:0 4:2 2:2
12. SC Freiburg 0:2 1:1 0:2 2:2 0:1 0:0 0:0 2:2 1:2 0:2 2:0 0:2 3:0 2:0 1:0 1:1 2:1
13. Werder Bremen 0:1 2:2 2:1 1:1 0:1 0:1 0:0 1:1 4:1 1:0 2:2 2:3 0:3 1:2 2:3 1:1 4:1
14. Hansa Rostock 0:4 1:1 1:2 2:0 2:1 3:3 0:1 3:0 4:1 2:2 3:0 0:2 2:1 2:2 1:1 3:0 1:1
15. Eintracht Frankfurt 1:0 2:3 1:1 2:0 5:1 0:1 2:2 0:0 2:3 1:2 1:1 3:1 0:2 2:2 3:2 1:0 0:0
16. 1. FC Nürnberg 2:0 2:2 0:0 0:0 1:1 1:1 1:1 0:2 1:5 3:0 2:2 1:2 1:1 2:2 2:2 2:2 2:0
17. VfL Bochum 2:2 1:5 2:0 0:1 1:2 0:2 2:0 0:2 2:0 1:2 3:3 1:2 2:0 2:3 0:0 0:3 2:1
18. Borussia Mönchengladbach 0:2 2:8 2:4 0:2 0:2 5:2 2:2 0:2 2:0 3:0 2:3 3:1 0:1 1:1 1:1 0:2 2:2

Torschützenliste

Spieler Verein Tore
1. DeutschlandDeutschland Michael Preetz Hertha BSC 23
2. DeutschlandDeutschland Ulf Kirsten Bayer 04 Leverkusen 19
3. DeutschlandDeutschland Oliver Neuville Hansa Rostock 14
GhanaGhana Anthony Yeboah Hamburger SV 14
5. DeutschlandDeutschland Carsten Jancker FC Bayern München 13
BrasilienBrasilien Giovane Élber FC Bayern München 13
PolenPolen Andrzej Juskowiak VfL Wolfsburg 13
DeutschlandDeutschland Markus Beierle MSV Duisburg 13
MazedonienMazedonien Sasa Ciric 1. FC Nürnberg 13

Die Meistermannschaft FC Bayern München

1. FC Bayern München
FC Bayern München Logo.png

Bernd Dreher, Oliver Kahn, Sven Scheuer; Markus Babbel, Thomas Helmer, Nils-Eric Johansson, Samuel Kuffour, Thomas Linke, Bixente Lizarazu, Lothar Matthäus, Frank Wiblishauser; Mario Basler, Stefan Effenberg, Thorsten Fink, David Jarolim, Jens Jeremies, Hasan Salihamidžić, Mehmet Scholl, Thomas Strunz, Michael Tarnat; Ali Daei, Giovane Élber, Carsten Jancker, Alexander Zickler.

Siehe auch

en:1998–99 Fußball-Bundesliga fr:Championnat d'Allemagne de football 1998-1999 hu:1998–1999-es német labdarúgó-bajnokság (első osztály) it:Bundesliga 1998-1999 mr:फुटबॉल-बुंदेसलीगा १९९८-९९ nl:Bundesliga 1998/99 no:Bundesliga 1998-1999 pl:Bundesliga niemiecka w piłce nożnej (1998/1999) pt:1. Bundesliga alemã 1998/1999



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