HarderCup2010

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SV Waldhof gewinnt Harder 13 Cup
11 800 Zuschauer erleben beim vierten Harder13 Cup in der Mannheimer SAP Arena einen kurzweiligen Fußball-Abend
Von Alexander Müller


Mannheim. Gastgeber SV Waldhof hat erstmals das Hallenfußballturnier um den Harder 13 Cup in Mannheim gewonnen. Der Vorjahresfinalist setzte sich am Samstag vor 11.797 Zuschauern in der SAP Arena im Neunmeterschießen mit 3:1 gegen den Zweitligisten MSV Duisburg durch. Nach 24 Minuten Spielzeit hatte es 4:4 gestanden. Während die Waldhöfer alle Strafstöße verwandelten, setzte MSV-Routinier Ivica Grlic seinen Neunmeter an den Pfosten. Versöhnlich endete der Hallenauftritt für den Bundesligisten SC Freiburg, der sich im kleinen Finale mit 4:3 gegen den Karlsruher SC durchsetzte. Wie alle anderen Profiteams verzichtete auch SC-Coach Robin Dutt weitgehend auf Stammspieler. Bester Torschütze war der Duisburger Änis Ben-Hatira mit sieben Treffern.

Waldhof-Fans bürgen wieder für gute Stimmung

Wenn die Winterpause im Grunde nur noch eine weihnachtliche Kurzunterbrechung ist, bleibt kaum mehr Platz für den lockeren Kick-Spaß unterm Hallendach. Der Harder13 Cup in der Mannheimer SAP Arena ist deshalb einer der letzten Vertreter einer aussterbenden Spezies - aber gleichzeitig der ziemlich lebendige Beweis dafür, dass es schade wäre, wenn der enge Terminkalender dem beliebten Budenzauber vollends den Garaus bereiten würde.

Die bewährten Zutaten sorgten auch gestern bei der vierten Auflage des mittlerweile größten deutschen Hallenturniers für einen über weite Strecken stimmungsvollen und unterhaltsamen Fußball-Abend vor 11 800 Zuschauern: Mit dem SV Waldhof ein unterklassiger Lokalmatador, dessen Fans und Mannschaft sich einmal auf einer größeren Bühne als der Regionalliga präsentieren können, dazu bis auf den MSV Duisburg nur Teilnehmer mit regionalem Bezug - das garantierte wieder attraktive Derbys auf dem Kunstrasen, schöne Tore am Fließband, nette Kabinettstückchen und heiße Stimmung auf den Rängen.

"Wir wollen heute Spaß haben", gab auch Waldhof-Trainer Walter Pradt vor dem Duell mit Zweitliga-Spitzenreiter und Erzrivale 1. FC Kaiserslautern als Motto aus. Diese Vorgabe beherzigten seine Spieler: Bis zur Pause überrannte der SVW die Pfälzer - und führte durch Tore von Nicolas Jüllich (2) und Eduard Hartmann sensationell mit 3:0. Der stimmgewaltige blau-schwarze Block in der Arena stand Kopf. Einige Übermütige warfen danach Gegenstände in Richtung der FCK-Bank, der Regionalligist rettete den 3:2-Sieg über die Zeit. "Die Waldhof-Fans sorgen jedes Jahr aufs Neue für erstklassige Stimmung. Auch das macht den besonderen Reiz des Turniers aus", lobte Cup-Namensgeber Jürgen B. Harder den Mannheimer Anhang. Weil der Waldhof seine zweite Partie gegen Freiburg klar mit 0:3 verlor, waren die Lauterer nach ihrem 3:3 zum Auftakt gegen die Südbadener ausgeschieden.

Nicht viel besser als dem FCK erging es Titelverteidiger Eintracht Frankfurt, der nach einem 3:3 gegen Duisburg und einem 5:6 gegen den Karlsruher SC schon in der Vorrunde die Segel streichen musste. Aber es gab gestern auch gute Nachrichten für den hessischen Traditionsklub: Die Eintracht, die in Mannheim nicht von Cheftrainer Michael Skibbe, sondern von seinem "Co" Edi Boekamp betreut wurde, verlängerte den Vertrag mit Leistungsträger Alexander Meier bis 2014. "Ich bin davon überzeugt, auch in den nächsten Jahren zum Erfolg des Vereins beitragen zu können", erklärte der in dieser Saison mit sechs Bundesliga-Treffern beste Frankfurter Torschütze, der in der SAP Arena allerdings nicht zum Einsatz kam.

Im Halbfinale lieferte sich der Waldhof auch mit Zweitligist KSC ein Duell auf Augenhöhe. Der starke Daniel Reule hatte genügend Chancen, um den zweiten Finaleinzug des SVW nach 2009 im Alleingang klar zu machen, traf aber nur einmal. Die Karlsruher glichen durch Anton Fink aus, und als alle schon von einem Neunmeterschießen zur Entscheidungsfindung ausgingen, schlug die große Stunde von Roger Pandong: 50 Sekunden vor Abpfiff ließ der Kameruner seine exzellente Technik aufblitzen und legte den Ball zum 2:1 fein in die lange Ecke - die Entscheidung wurde von den 2300 Waldhof-Fans in der Arena frenetisch bejubelt. Das zweite Finalticket sicherte sich im Anschluss der MSV Duisburg, der Bundesligist SC Freiburg mit 5:3 schlug.

Um die Zukunft des Budenzaubers in Mannheim muss man sich übrigens keine Sorgen machen. Turnierdirektor Daniel Hopp kündigte an, den Harder13 Cup auch 2011 wieder ausrichten zu wollen - wenn sich in der immer kürzeren Winterpause ein Termin finden lässt.

Quelle:Mannheimer Morgen 03. Januar 201



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