Interview mit Enrico Kern am 1. November 2002

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Enrico Kern

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Seit Anfang der Saison trägt Enrico Kern das Trikot des SV Waldhof Mannheim. Dass er nach einem schweren Kreuzbandriss, den er sich im Frühjahr 2000 bei einem Nationalmannschaftslehrgang mit der U21 in Mainz zuzog, überhaupt wieder Fußball spielen kann, ist für ihn "das Positivste meiner sportlichen Laufbahn überhaupt". Insgesamt 49 Mal trug der 23-jährige das DFB-Trikot, wurde mit der U18 Vize-Europameister, mit der U21 reiste er zur WM in den Oman. Bei beiden Turnieren wurde er Torschützenkönig. Seit jüngster Zeit steht der Angreifer mit der Nummer "12" auf dem Rücken auch im Perspektiv-Team 2006 von Ulli Stielike. Aber in seiner ruhigen und bescheidenen Art sagt er uns 3 im folgenden Interview auch: "Mein 32' Ziel ist zunächst einmal mit Waldhof den Klassenerhalt zu schaffen. Alles andere ist noch weit weg..."


Enrico Kern, du bist aus dem hohen Norden, sprich Bremen, nach Mannheim gekommen. Hast du dich inzwischen gut eingelebt?


Kern: Ja, auf jeden Fall. Alles ist bestens. Ich fühle mich mit meiner Familie sehr wohl hier. Wir leben in Birkenau im Odenwald. Das ist etwas ländlich und das mag ich.


Du hattest vor deinem Wechsel eine lange Verletzungspause, musstest nach einem Kreuzbandriss fast 18 Monate pausieren und kamst zuletzt noch in der Regionalliga für Werder Bremen zum Einsatz. Bis du jetzt wieder ganz fit?


Kern: Ich sage es einmal so: Im Vergleich zur Zeit vor der Verletzung kann ich bestimmt noch mehr. Es ist schwer so etwas fest zu machen. Vor allem der Kopf spielt dabei eine große Rolle. Der war vorher absolut frei. Im Augenblick spielt natürlich auch die aktuelle sportliche Situation eine Rolle. Der Druck, gerade auf uns Stürmern, ist immens groß. Es geht um jedes Tor, um jeden Punkt. Das geht an keinem einfach spurlos vorbei. Aber ich habe immerhin einen Anfang gemacht, in den letzten drei Spielen zwei Tore geschossen. Ich hoffe, dass ich spätestens zu Beginn der Rückrunde wieder einhundert Prozent fit bin.


Als Stürmer vergibt man zwangsläufig immer mal gute Möglichkeiten. Wie verarbeitest du solche Situationen?


Kern: Da nenne ich am Besten das Beispiel Reutlingen. Die 2:3-Niederlage nach der 2:0-Führung hat mich zwei bis drei Tage danach noch beschäftigt. Eine Niederlage in dieser Form hatte ich bisher noch nicht erlebt. Und das noch dazu in unserer aktuellen Situation. Aber ich bin froh, dass mir meine Familie an solchen Tagen hilft, Mut macht.


Wie siehst du die Chancen für den SVW, vor der Winterpause Anschluss an die Nichtabstiegsplätze zu finden?


Kern: Egal ob gegen Wacker Burghausen oder Eintracht Frankfurt - wir müssen punkten. In den letzten Spielen hat man, denke ich, gesehen, dass wir uns verstärkt haben. Vielleicht steht uns ja gegen Burghausen schon auch einmal das Glück ein wenig zur Seite. Vielleicht ist mit den folgenden Spielen in Karlsruhe oder gegen Duisburg auch einmal eine kleine Serie möglich. Auf alle Fälle sind wir auf einem besseren Weg. Wir müssen unsere Chancen nutzen und alle 150 Prozent geben.


Du bist von Ulli Stielike ins "Perspektiv-Team 2006" berufen worden. Der große Traum ist sicherlich die WM in vier Jahren, oder?


Kern: Klar, aber das ist eben ein Traum. Und noch dazu ist dieses Großereignis sehr weit weg. Für den Moment ist mein Ziel immer nur das, was zu hundert Prozent erreichbar ist. Das heißt: Ich will in Mannheim richtig Fuß fassen, meinen Teil dazu beitragen, mit der Mannschaft und für den Verein den Klassenerhalt zu schaffen.


Vom Stadionmagazin Ausgabe 11. Spieltag Saison 2002/2003



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