Interview mit Krzysztof Kowalik am 13. Dezember 2002

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Krzysztof Kowalik

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Krzysztof Kowalik zählt zu den eher ruhigeren Vertretern im Team des SVW. Seit 23. August ist der gebürtige Pole im Linzenzkader der Blau-Schwarzen, wurde nach dem Ausfall von Vilmar Santos zur Verstärkung der Innenverteidigung vom VfL Osnabrück geholt. Der verheiratete Familienvater (einen Sohn), der am 28. Dezember seinen 31. Geburtstag feiert, fühlt sich in Mannheim längst wohl. "Mir gefallen die Leute, die Stimmung in der Mannschaft und auch die Stadt", macht er fast so etwas wie eine kleine Liebeserklärung an seine neue Umgebung. Ein ehrgeiziger Arbeiter, stets voll konzentriert und hart im Nehmen - auch das ist der Abwehrrecke. Mit gebrochenem Nasenbein und Rippenbruch spielt nicht jeder Fußballer. Für Kowalik kein Problem: "lch bin hier, um dem SV Waldhof zu helfen. In solchen Situationen muss man auch mal auf die Zähne beißen. Dann geht es...".


Krzysztof, die Freude in der Mannschaft war nach dem Sieg in Ahlen groß. Wie siehst du persönlich die aktuelle sportliche Situation?


Kowalik: Wir haben uns natürlich alle riesig gefreut. Aber es besteht kein Grund zur Euphorie. Gegen Lübeck muss es uns jetzt gelingen, die Punkte aus Ahlen mit einem Sieg aufzuwerten. Im Optimalfall hätten wir dann über die Winterpause nur einen Punkt Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz und gleich zu Beginn der Rückrunde das Heimspiel gegen Eintracht Braunschweig. Möglich, dass wir danach nicht mehr auf den Abstiegsplätzen stehen. Aber das ist im Augenblick alles nur Theorie.


Am Anfang der Runde gab es in der Abwehr einige Probleme. Inzwischen seit ihr wesentlich stabiler in der Defensive. Was ist passiert?


Kowalik: Da war natürlich vor meiner Verpflichtung der Ausfall von Vilmar Santos, einige Spieler aus dem letzten Jahr standen dem SV Waldhof auch nicht mehr zur Verfügung, die neue Viererkette musste zudem ständig verändert werden. Ich denke, dass wir uns stabilisiert haben, hängt auch mit der neuen taktischen Ausrichtung zusammen. Mit Mea Vitali als zusätzlicher Absicherung klappt die Verteidigung um einiges besser.


Du bist seit 1999 in Deutschland, warst erst beim FC Carl Zeiss Jena, dann beim VfL Osnabrück. Wie kam der Wechsel nach Mannheim zustande?


Kowalik: ln Osnabrück haben wir den Aufstieg in die 2. Bundesliga verpasst. Aber in dieser Liga wollte ich spielen. Nachdem ich im Mai schon ein Probetraining bei André Egli absolviert hatte, wurde ich zur Vorbereitung und ins Trainingslager nach Kleinaspach eingeladen, habe auch zwei Testspiele mit dem SVW bestritten. Inzwischen sind meine Frau Anita und mein Sohn Szymon auch in Mannheim. Mir gefallen die Leute, die Stimmung in der Mannschaft und auch die Stadt.


Bist du ein besonders harter Hund? Mitte der Runde hattest Du zwei Nasenbeinbrüche, die Rippen waren gebrochen, und du hast trotzdem gespielt?


Kowalik: (lacht) Ich kann einiges einstecken. Ich bin hier, um dem SV Waldhof zu helfen. In solchen Situationen muss man auch mal auf die Zähne beißen. Dann geht es. Die Belastbarkeit ist eine Sache der Psyche. Unter dem Spiel denke ich nicht daran. Dein Co-Trainer Dariusz Pasieka kommt auch aus Polen.


War, oder ist, dies eine Erleichterung in der Integrationsphase gewesen?


Kowalik: ln der Tat. Darek hat mir sehr viel geholfen. Er kannte die Leute, die Wege hier vor Ort. Das hat mir sehr viel Zeit erspart. Umso schneller konnte ich mich auf den Fußball konzentrieren.


Was unterscheidet den polnischen Fußball von dem in Deutschland?


Kowalik:Ganz klar die taktische Ausrichtung und der ungemeine Siegeswille. ln Deutschland versucht jeder Spieler über 90 Minuten alles zu geben - auch im Training. Das ist beeindruckend. Außerdem ist hier alles sehr viel professioneller organisiert. Es macht entsprechend Spaß hier zu spielen.


Vom Stadionmagazin Ausgabe 17. Spieltag Saison 2002/2003



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