Interview mit László Klausz am 20 November 2001

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László Klausz

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Seit Beginn dieser Runde trägt László Klausz die Kapitänsbinde beim SV Waldhof Mannheim. Der 30 Jahre alte, 27 fache ungarische Nationalspieler, ist in der Liga vor allem wegen seiner Kopfballstärke gefürchtet. Außerhalb des Rasens zählt er zu den ruhigeren Vertretern im Kader. Die innere Ruhe holt er sich unter anderem bei seinem Lieblingshobby - dem Angeln. Zur aktuellen sportlichen Situation, darüber, warum es bei ihm zur Zeit nicht so läuft wie gewünscht und, was nach dem verschossenen Elfmeter gegen Unterhaching in seinem Kopf vorging, erzählt der Madonna-Fan im folgenden Intenview.


Laszlo, du trägst als Kapitän im Team eine besondere Verantwortung. Ist die Kapitänsbinde alleine eine Ehre oder auch eine Belastung für dich?


Laszlo Klausz: ich gebe zu: Es ist nicht immer einfach für mich mit dieser Rolle umzugehen. Gerade in der Kabine oder gegenüber der Presse, weil ich mit der deutschen Sprache einfach noch nicht so vertraut bin. Trotzdem weiß ich das in mich gesetzte Vertrauen sehr zu schätzen. Vor zwei Wochen gab es den Trainerwechsel - die Trennung von Uwe Rapolder.


Wie hat sich die Stimmung im Team inzwischen entwickelt?


Laszlo Klausz: Das Leben geht weiter. Für uns ist es jetzt ganz wichtig, dass wir vor der Winterpause noch möglichst viele Punkte einfahren. Ein Trainerwechsel gehört zum Profisport. Wir müssen jetzt unter Walter Pradt und Dariusz Pasieka weiter hart arbeiten. Alleine das zählt.


Du hast in den ersten fünf Spielen der Saison sechs Tore gemacht, danach lief es nicht mehr so rund: Wie erklärst du dir deine momentane Ladehemmung?


Laszlo Klausz: Wir haben als Mannschaft insgesamt nachgelassen. Auch ich habe ein Tief bekommen. Aber ich bin sicher, dass es wieder bergauf geht. Fußball besteht wie der Sport allgemein eben aus Höhen und Tiefen.


Da war dieser verschossene Elfmeter gegen Unterhaching...


Laszlo Klausz: Ja sicherlich. Nach dem Spiel ging es mir total schlecht. Ich habe mir das sehr zu Herzen genommen, mir ging es richtig mies. Natürlich lese ich auch die Presse. Was da an Kritik geäußert wurde war in Ordnung. Ich habe mich innerlich noch Tage damit beschäftigt.


Als Kopfball-Spezialist lebst du besonders von Flanken der Außenspieler. lm Vergleich zur letzten Saison habt ihr die Runde mit einer eher defensiveren Taktik gespielt. Ist es dadurch für dich schwieriger geworden Tore zu erzielen?


Laszlo Klausz: Sicherlich haben wir viel defensiver gespielt. Mir und meinem Spiel kommt eine offensivere Gangart mehr entgegen. Dass ich nicht getroffen habe ist aber kein Problem des Trainers oder der taktischen Ausrichtung. Ich denke, die ganze Mannschaft hat zuletzt nicht zeigen können, was in ihr steckt.


Du hast 27 Länderspiele für Ungarn bestritten, bist vom neuen Nationalcoach Istvan Gellei dann aussortiert worden. Warum?


Laszlo Klausz: Er setzt vor allem auf jüngere Spieler. Und zugegeben: Sicherlich bin ich im Moment auch etwas in schlechter Form. Deshalb gebe ich aber noch nicht auf. Ich bin jetzt 30 Jahre. Aber mein Ziel ist es, wieder für Ungarn spielen zu dürfen.


Wie schätzt du den Stellenwert des Fußballs in deiner Heimat ein?


Laszlo Klausz:: Zunächst einmal: Der deutsche Fußball ist besser, ohne Frage. ln Ungarn gibt es viele Techniker. Aber körperlich und konditionsmäßig ist es zu schwach, um international ganz vorne mitspielen zu können.


Du hast für einen Fußball-Profi ein sehr seltenes Hobby...


Laszlo Klausz: (lacht) Richtig. Wenn ich zweimal im Jahr zu meinen Eltern nach Ungarn fahre, gehe ich mit meinem Vater angeln. Schon als fünfjähriger Junge bin ich mit ihm gegangen. Diese Ruhe genieße ich. Meine Frau bleibt dann zu Hause...

Vom Stadionmagazin Ausgabe 14/15. Spieltag Saison 2001/2002



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