Interview mit Mounir Boukadid am 26. April 2002

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Mounir Boukadida

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In wenigen Wochen möchte sich Mounir Boukadida seinen letzten großen Traum als Fußballer erfüllen. Der sympathische Tunesier, der im Juli 1999 zum SVW stieß, möchte mit seinen inzwischen 34 Jahren sein Land noch einmal bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Japan und Südkorea vertreten. So, wie vor vier Jahren in Frankreich. Der Abwehrrecke, der es inzwischen auf 60 A-Länderspiele (7 Tore) brachte, denkt aber auch über die Zeit nach dem sportlichen Topereignis des Jahres hinaus. Damit verbunden die Hoffnung, dass der SVW zum Ende des Monats die an ihm bestehende Option zieht. "Wenn ich meine Karriere beendet habe, möchte ich mit meiner Familie nach Tunesien zurück und ein Geschäft eröffnen. Fußball schaue ich mir dann nur noch von der Tribüne aus an", schmunzelt er. Folgendes Interview gab der Hobby-Golfer und Fan von Soul-Musik vor dem Derby gegen den KSC:


Mounir Boukadida, als einziger Spieler des SVW hast du die Möglichkeit, an der WM 2002 teilzunehmen. Wie siehst du deine Chancen?


Boukadida: Im Augenblick kann ich es noch nicht sagen. Ich hoffe aber, dass ich bis zum 7. Mai die Einladung für die Vorbereitung erhalte. Trainer Henry Michel ist weg. Unser neuer Nationalcoach Ammar Souyah hat einige junge Spieler ins Team geholt. Das ist sicherlich ein Problem. lch hoffe, dass ich in den letzten Punktspielen des SV Waldhof zum Einsatz komme und mich mit einer guten Leistung auch empfehlen kann. Sonst wird es sehr schwer.


Anfang des Jahres hattest du beim Afrika-Cup nur einen Kurzeinsatz. Überhaupt ist die ganze Saison für dich nicht so glücklich gelaufen, oder?


Boukadida: Das ist richtig. Ich bin nicht zufrieden. Es fing schon damit an, dass ich die Vorbereitung mit dem SV Waldhof im letzten Sommer wegen meiner Abberufung zur Nationalmannschaft nicht mitmachen konnte. In der Winterpause war es genauso. Und eine gute Vorbereitung ist nun einmal wichtig für einen Spieler. Nach meiner Rückkehr aus Tunesien hatte ich meinen Stammplatz verloren. Dazu kam die Schulterverletzung, die mich im Herbst zu sechs Wochen Pause gezwungen hat. Unter dem Strich hatte ich keinen richtigen Rhythmus und folglich erst 20 Einsätze in der laufenden Runde.


Angenommen du bist bei der WM 2002 dabei: Was traust du Tunesien in der schweren Gruppe mit Russland, Belgien und Gastgeber Japan zu?


Boukadida: Wir haben im Moment eine gute Mannschaft. Allerdings ist der Zeitpunkt der Austragung für uns nicht optimal. Bisher hatten wir immer nur dreitägige Trainingslager. Das ist viel zu kurz. Dazu kommt die angesprochene Verjüngung des Teams durch den neuen Trainer. Wichtig ist, eines der ersten beiden Spiele gegen Russland oder Belgien zu gewinnen. Dann wäre der Einzug ins Achtelfinale möglich.


Bei Deinem Besuch im Trainingslager Sousse hast du gesagt, auf gar keinen Fall mehr in Tunesien Fußball spielen zu wollen. Warum?


Boukadida: Ich habe dort mit meinem Club Etoile sehr viel erreicht, viele Erfolge gefeiert. Ich habe in meiner Heimat bis heute eine `gute Spur' hinterlassen. Dieses schöne Souvenir möchte ich so belassen. Ein unglückliches Jahr könnte schon alles zerstören. Das möchte ich vermeiden.


Wie sieht deine sportliche Zukunft aus?


Boukadida: Ich hoffe, dass der SVW seine an mir bestehende Option zum Monatsende zieht. Ich fühle mich trotz meiner 34 Jahre noch fit. Wenn ich meine Karriere beendet habe, möchte ich mit meiner Familie nach Tunesien zurück. Fußball schaue ich mir dann nur noch von der Tribüne aus an.


Vom Stadionmagazin Ausgabe 33. Spieltag Saison 2001/2002



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