Interview mit Rafael Mea Vitali im Februar 2002

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Rafael Mea Vitali

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Sein Name klingt fast wie Musik - Rafael Loreto Mea Vitali. Seit Beginn der Runde steht der am 16. Februar 28 Jahre alt werdende Venezolaner, der zusätzlich eine italienische Staatsbürgerschaft besitzt, in Reihen des SVW. Mit dem Wechsel nach Europa wurde für den 23-fachen A-Nationalspieler "ein Traum wahr". Über seine Integration im Team, seine Rolle als Teamkapitän und seine fußballerischen Ziele erzählte er uns im folgenden Interview.


Rafael, du bis seit Anfang der Runde in Mannheim. Wie kam der Kontakt zustande?


Mea Vitali: Mein ehemaliger Club-Präsident in Caracas, Dr. Valentiner, war ein guter Bekannter unseres Ex-Trainers André Egli. Egli kannte einige Spieler aus Venezuela, hatte zuvor ja auch Gabriel Urdaneta geholt. Es gab Angebote einiger Spieler aus meiner Heimat an den SVW. Irgendwann hatten wir dann mit der A-Nationalmannschaft ein Länderspiel auf Teneriffa, wo mich auch Walter Pradt beobachtet hat. Wir haben dann gesprochen und ich habe mich wahnsinnig gefreut, diese große Chance in Mannheim zu erhalten.


Du hast einmal gesagt, in Europa zu spielen war ein Kindheitstraum von dir...


Mea Vitali: Absolut. Ich war sehr stolz darauf es endlich geschafft zu haben. Ich bin ein Fußballer, der immer nach vorne schaut, versucht seine Ziele zu erreichen, und ständig dazu lernen möchte. In Europa kann ich dies besser als in Venezuela. Deshalb möchte ich auf alle Fälle auch weiter in Europa bleiben.


Wusstest du viel über den deutschen Fußball?


Mea Vitali: Ich kannte die Art, wie man in Deutschland Fußball spielt, aus Fernsehübertragungen der 1. Bundesliga und von Länderspielen. Sehr kampfbetont eben und dies über 90 Minuten. Die Deutschen zeichnet ihr ständiger und unbedingter Siegeswille aus. Das gefällt mir. Auch das sehr körperbetonte Spiel kommt mir eher entgegen.


Mit Gabriel Urdaneta hattest du zu Beginn einen Landsmann im Team, der dir sicherlich bei der Integration helfen konnte, oder?


Mea Vitali: Ja natürlich. Er hat mir hier praktisch sämtliche Fenster und Türen geöffnet, kannte sich ja schon etwas länger aus. Wir kennen uns seit über sieben Jahren und sind schon lange sehr gute Freunde. Auch jetzt, nach seinem Wechsel nach Lugano, haben wir regelmäßig Kontakt. Es war einfach wichtig für mich einen Ansprechpartner zu haben. Für meine Frau und mich war Europa bzw. Mannheim absolutes Neuland.


Du warst zu Beginn Bestandteil der Viererkette, jetzt hat Walter Pradt das System geändert, dich hinter die zentrale Verteidigung gestellt. Liegt dir das besser?


Mea Vitali: Eigentlich ist es egal. Ich hatte anfangs Probleme, weil ich auch in der Vorbereitung lange verletzt gewesen bin. Ich spiele auch in der Nationalmannschaft in der Viererkette, in meinem Ex-Club FC Caracas habe ich den Part erfüllt, wie im Augenblick auch. Aber mit der neuen Variante ist natürlich noch mehr Aufmerksamkeit und Verantwortung verbunden und erforderlich.


Du bist zum Ende der Hinrunde überraschend Kapitän geworden. Auf etwas kuriose Art sogar: Wie war das eigentlich genau?


Mea Vitali: (lacht) Es war beim Heimspiel gegen Frankfurt. Wir standen schon auf dem Rasen und warteten auf den Anpfiff. Da kam Emeka zu mir und sagte "nimm Du die Binde, sie wird Dir helfen, sie wird sich auf Dein Spiel positiv auswirken". Ich war in dem Moment absolut überrascht, wusste gar nicht so recht, was er meinte. Tatsache ist aber, ich bin gerne Kapitän, kann mich auch verständigen und bin gerne bereit im Spiel und außerhalb auch eine Führungsrolle zu übernehmen. Das erwartet man vom Mannschaftsführer.


Vom Stadionmagazin Ausgabe 20. Spieltag Saison 2002/2003



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