Interview vom 15. August 2001 mit Bernhard Trares

Aus WikiWaldhof
Wechseln zu: Navigation, Suche

Bernhard Trares

Bernhard Trares 01 02.jpg

Mit der Erfahrung aus 381 Erst- und Zweitliga-Spielen ist Bernhard Trares der routinierteste Spieler im Kader des SV Waldhof Mannheim 07. Am vergangenen Freitag feierte der gebürtige Bensheimer

seinen 36. Geburtstag. Über seine Rolle als Spielmacher, die kleinen und großen Unterschiede zwischen der ersten und zweiten Bundesliga und seine Pläne nach der Zeit als Fußballer plauderte er im folgenden Interview.


Bernhard Trares, im Sommer sind Sie nach vier Jahren beim SV Werder Bremen in heimische Gefilde zurück gekehrt. Wie läuft der Integrationsprozess?


Bernhard Trares: Das ist überhaupt kein Problem. Das besonders Schöne ist: In der Mannschaft des SV Waldhof Mannheim sind durch die vielen unterschiedlichen Nationalitäten der Spieler unheimlich viele Kulturen.


Sie sollen mit Ihrer Routine im Mittelfeld die Fäden ziehen und in die Rolle des Spielmachers schlüpfen. Das bedeutet Verantwortung. Ist der Druck für Sie persönlich groß?


Bernhard Trares: Druck hat man als Fußballer immer. Damit kann ich umgehen. Das Einzige, worüber ich mir vor meinem Wechsel zum SV Waldhof Mannheim wirklich Gedanken gemacht habe, waren die vielen Leute, die mich hier in der Region natürlich kennen. Das ist für mich und meine Familie nicht immer einfach. Man wird überall angesprochen. Aber ich wollte die Herausforderung annehmen. Wir dürfen nach der ersten Niederlage in Bielefeld nicht in Panik verfallen.


Das Umfeld und die Fans sollten die Ruhe bewahren. Geduld ist erforderlich, auch wenn es bestimmt noch das ein oder andere Negativerlebnis geben wird.


Und die Verantwortung...?


Bernhard Trares: Das ist so eine Sache. Ein Spieler alleine kann ohnehin nichts ausrichten. Wichtig ist immer, dass das ganze Team funktioniert. Wenn jeder seinen Job macht, läuft es. Wenn nicht, dann nicht. So ist das im Mannschaftssport.


Nach Ihrer Erstliga-Zeit beim TSV 1860 München und SV Werder Bremen kommen Sie wieder ins "Unterhaus" zurück. Wo sehen Sie persönlich die Unterschiede zwischen beiden Spielklassen?


Bernhard Trares: Oben werden weniger Fehler am Ball gemacht, das Passspiel ist genauer, die Ballkontrolle souveräner. Es finden mehr Rhythmuswechsel statt. Was eine gute Mannschaft auszeichnet ist, wenn sie es beherrscht genau die Situationen zu erkennen, in denen es heißt von schnell auf langsam umzuschalten oder umgekehrt.


Ganz persönlich gefragt: Haben Sie in den vergangenen Jahren verfolgt, wie der SV Waldhof Mannheim gespielt hat?


Bernhard Trares: Wir wollten mit der Familie irgendwann wieder zurück in die Heimat. Da bleibt es gar nicht aus, dass man schaut wie die Vereine in der Umgebung sich entwickeln. Nicht nur Waldhof Mannheim, auch Mainz, Offenbach, Darmstadt oder Karlsruhe.


Sie sind seit Juni in Mannheim. Wo liegen nach ihren Eindrücken der letzten acht Wochen Stärken und Schwächen im eigenen Team?


Bernhard Trares: Abgesehen vom Spiel in Bielefeld funktioniert die Abwehr sehr gut. Das ist mir in der Vorbereitung schon aufgefallen. Im Abspiel müssen wir noch etwas präziser werden, in der Ballkontrolle sicherer. Wenn uns das gelingt, können wir in den kommenden Spielen den Rhythmus besser bestimmen.


Sie sind jetzt 36 Jahre alt geworden. Gibt es da konkrete Gedanken an ein Karriereende?


Bernhard Trares: Ich werde die Saison auf alle Fälle mit voller Energie zu Ende spielen. Darüber hinaus ist noch nichts geplant.


Vielleicht deshalb, weil Sie mit Waldhof Mannheim nochmals in die erste Liga zurückkehren könnten?


Bernhard Trares: Das Nahziel für mich heißt immer nur von Spiel zu Spiel konzentrieren. Alles andere ist noch weit weg, natürlich aber das Fernziel.


Sie sind im Kollektiv mit Jurij Maximov von der Weser an den Neckar gewechselt. Ist das eine Hilfe?


Bernhard Trares: Wir kennen unser Spiel, die Laufwege und verstehen uns auf dem Platz sehr gut, weil wir fast vier Jahre zusammen spielen. Das ist eine Hilfe - für beide.


Eine letzte Frage: Sie haben unter Werner Lorant, Felix Magath, Thomas Schaaf, Eckhard Krautzun, Klaus Schlappner und vielen anderen Trainern gearbeitet. Wie bewerten Sie die Arbeit von Uwe Rapolder?


Bernhard Trares: Er hat ein ganz klares Konzept vor Augen, von dem er im Gegensatz zu vielen anderen keinen Millimeter abrückt. Das gefällt mir. Jeder von uns weiß, wonach er sich zu richten hat. Als Spieler darf man nicht sensibel sein, wenn es mal einen Anpfiff gibt. In der Regel ist das stets positiv gemeinte Motivation. Die Erfahrung habe ich viele Jahre gemacht.

Vom Stadionmagazin Ausgabe 4. Spieltag Saison 2001/2002



Hier könnte Ihre Werbung stehen

in allen mehr als 20.000 Artikeln