Presse 12.05.2016

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Kompromiss soll SVW Lizenz sichern

Unternehmer Beetz bürgt für über eine Million Euro – ob er aber auch Investor der neuen Waldhof-GmbH wird, bleibt offen

Von unserem Redaktionsmitglied Alexander Müller

Mannheim. Viele Fans befürchteten schon das Schlimmste. Steigt der SV Waldhof sportlich in die Dritte Liga auf und bekommt am Ende keine Lizenz durch den Deutschen- Fußball-Bund (DFB)? Die ungeklärte Frage einer Bürgschaft in Höhe von 1,067 Millionen Euro schwebte zuletzt wie ein Damoklesschwert über dem Verein. Aber die zerstrittenen Lager Aufsichtsrat und das Rest-Präsidium um Interimschef Klaus-Rüdiger Geschwill haben zumindest den ersten wichtigen Kompromiss vereinbart: Der Heidelberger Unternehmer Bernd Beetz bürgt nach Informationen dieser Zeitung für die gesamte Summe, die beim DFB bis zum Nachmittag des 31. Mai nachgewiesen werden muss.

Ob der Parfüm-Millionär allerdings auch der alleinige Investor der bei einer Ausgliederung neu zu gründenden Spielbetriebs-GmbH wird, ist weiterhin umstritten. Der Aufsichtsrat und mit ihm die Mittelstandsvereinigung "Mannheimer Runde" stören sich daran, dass Beetz selbst nach einem gemeinsamen Gespräch in der vergangenen Woche auf fast 100 Prozent der Kapitalanteile und einer Sperrminorität beharrt. Mit dieser könnte der dann von Beetz dominierte Aufsichtsrat zum Beispiel die Vertragsverlängerung des Trainers blockieren. Durch die Konzentration der Kapitalanteile flössen zudem quasi sämtliche möglichen Überschüsse in Beetz' Tasche, der eingetragene Verein ginge leer aus.

Die "Mannheimer Runde" (MR) wirbt für ihren Investoren-Entwurf "Freunde des SV Waldhof", bei dem mehrere Geldgeber aus der Region gemeinsam das Stammkapital stellen sollen und rund 30 Prozent der Kapitalanteile beim Verein bleiben. Den Kompromissvorschlag, bei diesem Modell einzusteigen, soll Beetz in dem Gespräch allerdings ausgeschlagen haben. Denkbar ist mittlerweile auch, dass der SVW die strittige Ausgliederung auf einen späteren Zeitpunkt verschiebt und als eingetragener Verein in die neue Saison geht.

Riehle wartet mit Entscheidung

Personell sind zumindest bis zur entscheidenden Mitgliederversammlung über die Ausgliederung am 7. Juni keine Neuigkeiten mehr zu erwarten. Waldhof-Aufsichtsratschef Thorsten Riehle will sich vorerst nicht festlegen, ob er als neuer Präsident des Klubs zur Verfügung steht. "Keine Frage, die derzeit nicht gestellt werden muss, steht jetzt zur unmittelbaren Klärung an. Dazu gehört auch die Frage der Präsidentschaft. Zunächst kommt der Sport, dann muss das Präsidium der Mitgliedschaft das Konzept vorstellen, erst danach stellen sich Personalfragen", teilte der Capitol-Chef mit.

Primär wichtig seien jetzt die Relegation, die "Sicherung der Lizenz" für die Dritte Liga und die Ausgliederung. "Die unterschiedlichen Auffassungen in der Frage der Strategie müssen zurückgestellt werden, um die Lizenz nicht zu gefährden. Hier steht nun das Präsidium in der Pflicht. Außerdem brauchen wir Ruhe, um keine Verunsicherung in die Mannschaft und den Verein zu tragen", erklärte Riehle.

Dieser Sprachregelung schloss sich MR-Chef Stefan Kleiber an, der sich zu einem auch an Oberbürgermeister Peter Kurz gesendeten anonymen Brief einer "Gruppe von Unternehmern und Entscheidern", in dem unter anderem Kleiber selbst aufs Übelste verleumdet wird, nicht öffentlich äußern wollte. "Die Ausgliederung jetzt zu diskutieren ist völlig unnötig. Das können wir immer noch später entscheiden", sagte der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Rhein Neckar Nord dieser Zeitung: "Wichtig ist, bis zum 31. Mai um 15.30 Uhr die Lizenz für die Dritte Liga auf die Reihe zu bekommen." Das können sicherlich auch alle Waldhof-Fans so unterschreiben.

Quelle: Mannheimer Morgen - 12.05.2016



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