Presse 13.11.08

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Einschneidender Sparkurs beim SV Waldhof Mannheim 07


Angesichts einer nach wie vor angespannten finanziellen Situation und der Tatsache, dass das Ziel einer schwarzen Null im abgelaufenen Geschäftsjahr deutlicher verfehlt wurde als erwartet, hat sich der Verein mit sofortiger Wirkung einen harten Sparkurs auferlegt. Als erste Maßnahme sollen die für die Unterdeckung zuvörderst maßgeblichen Personalkosten flächendeckend - sowohl im Bereich des Spielbetriebes, als auch im Bereich der Verwaltung - mit sofortiger Wirkung um 20% gesenkt werden. Hierzu wurden bereits am Dienstag entsprechende Gespräche mit Trainern, Spielern und Geschäftsstellenmitarbeitern geführt.

„Uns bleibt in der momentanen Situation, die auch von den schlechten äußeren wirtschaftlichen Bedingungen geprägt ist, keine andere Wahl, als von unseren Mitarbeitern einen Solidarpakt einzufordern, um den seit Sommer eingeschlagenen Sanierungskurs weiterzugehen und das Überleben des Vereins zu sichern“, sagt der Präsident Dr. Mario Nöll. Um sanierungsfähig zu bleiben, sei eine Anpassung der Kostenstruktur an die faktischen Gegebenheiten mittlerweile unumgänglich.

Die Sanierung des Vereins kann aus Sicht des Präsidiums perspektivisch nur durch einen Eigenkapitalzufluss in eine neu zu gründende Kapitalgesellschaft gewährleistet werden. Diesbezügliche vorbereitende Maßnahmen seien bereits vor einigen Wochen eingeleitet worden. Noch im bevorstehenden Dezember werden die Mitglieder aufgerufen sein, die entsprechenden Weichen für die Zukunft zu stellen.

„Die Lage ist ernst, aber nicht hoffnungslos. Wenn jeder Einzelne seinen Beitrag leistet, werden wir die Situation meistern und möglicherweise sogar gestärkt daraus hervorgehen, zeigt sich Nöll kämpferisch und von dem eingeschlagenen Kurs überzeugt. Alle Fans, Mitglieder, Sponsoren, Spieler und Angestellte seien nun gefordert, noch enger zusammen zu rücken. Am sportlichen Saisonziel, in der Liga bis zuletzt oben mitzuspielen, werde festgehalten.

Quelle: svwm.de


Finanzielle Probleme zwingen den Regionalligisten zu Sparmaßnahmen / "Spielbetrieb bis Saisonende nicht definitiv gesichert"
SV Waldhof kämpft ums Überleben Von Roland Bode


Mannheim. Droht dem SV Waldhof das wirtschaftliche Aus? "Der Spielbetrieb bis Saisonende ist nicht definitiv gesichert. Alles andere wäre gelogen", erklärte gestern Dirk Scharrer gegenüber dieser Zeitung, nach deren Informationen zu einer Schuldenlast von 1.8 Millionen Euro eine Million Unterdeckung aus dem laufenden Etat kommen könnte. Der Berater, der sich derzeit um die Ausgliederung des Regionalliga-Spielbetriebs in eine Kapitalgesellschaft kümmert, hat am Dienstag mit Präsident Mario Nöll die sportliche Führung, Mannschaft und Verwaltungsmitarbeiter über die angespannte finanzielle Situation am Alsenweg informiert. Unter anderem stehen die Oktobergehälter aus.

Personalkosten senken Was fehlt, ist Liquidität: Von einem Betrag im guten sechsstelligen Bereich ist die Rede. Wie es in einer Presseerklärung heißt, "wurde das Ziel einer schwarzen Null im abgelaufenen Geschäftsjahr deutlicher verfehlt als erwartet. Deshalb hat sich der Verein mit sofortiger Wirkung einen harten Sparkurs auferlegt." Erste Maßnahmen sollen die Personalkosten betreffen: "Im Bereich des Spielbetriebs und der Verwaltung sollen diese mit sofortiger Wirkung um 20 Prozent gesenkt werden", heißt es. Was bis 30. Juni 2009 etwa 200 000 Euro Entlastung bringen würde.

"Uns bleibt keine andere Wahl, als von den Mitarbeitern einen Solidarpakt einzufordern", erklärt Nöll: "Um den seit Sommer eingeschlagenen Sanierungskurs weiterzugehen und das Überleben des Vereins zu sichern." Die Anpassung der Kostenstruktur sei unumgänglich. "Ich gehe davon aus, dass wir nächste Woche die offenen Gehälter zahlen können", ist Nöll zuversichtlich. Derzeit stünde man in guten Gesprächen mit Investoren. Dass im Drei-Millionen-Etat für diese Saison noch eine Million fehlt, ist bekannt. Wie aber konnte es zum jetzigen Engpass kommen? Nöll: "Wir haben derzeit Außenstände bei Sponsoren in Höhe von etwa 200 000 Euro. Es lässt sich leider nicht wegdiskutieren, dass die Schlägereien nach dem Heimspiel gegen 1860 nicht spurlos an uns vorbei gegangen sind - in Politik und Wirtschaft."

Enttäuscht ist Nöll von den Zuschauerzahlen. Kräftig zu Buch geschlagen haben zudem Mehrkosten für den Stadionumbau: Als wahrscheinlich gilt, dass sich Waldhof und 1899 Hoffenheim die noch ungedeckten 500 000 Euro teilen müssen. Nöll schließt Spielerverkäufe im Winter deshalb nicht mehr aus.

"Die Lage ist ernst" Deutlicher wird Scharrer: "Die Lage ist ernst, aber nicht hoffnungslos." Um offene Gehaltszahlungen zu begleichen und bis Februar 2009 zu überwintern, werde gegenwärtig "mit Dritten über eine Zwischenfinanzierung in Form eines Darlehens verhandelt". Die Hauptversammlung soll nun doch schon Mitte Dezember stattfinden. Scharrer: "Jetzt brauchen wir für alle Schritte die Rückendeckung der Mitglieder." Spielerrat-Mitglied Janis Crone bestätigt: "Wir trainieren normal, wollen am Samstag beim KSC gewinnen." Quelle: Mannheimer Morgen 14.11.08



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