Pressebericht 22.02.12

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Abschied von Stephan Groß und Mike Schüssler im Sommer hinterlässt bei den Blau-Schwarzen eine große Lücke

Talentförderer verlassen den SV Waldhof


Von Roland Bode

Mannheim. Die Nachricht verbreitete sich gestern wie ein Lauffeuer im Umfeld des SV Waldhof: Der Sportliche Leiter des Nachwuchs-Förderzentrums am Alsenweg, Stephan Groß, und Jugendkoordinator Mike Schüssler werden ihre Tätigkeit zum 30. Juni 2012 beenden. Damit verlassen die beiden führenden Köpfe, die der Nachwuchsarbeit bei den Blau-Schwarzen nach der Insolvenz 2003 wieder zu bundesweitem Ansehen verholfen haben, den Traditionsverein. Die Nachfolgefrage ist, wie der Verein in einer Pressemitteilung mitteilte, noch ungeklärt.

Schüssler begründet seinen Entschluss mit beruflichen Verpflichtungen. Der 55-Jährige ist in leitender Tätigkeit beschäftigt und hat den Rest des 24-Stunden-Tages für den SVW gelebt. Über seinen persönlichen Kontakt ist es ihm gelungen, mit Ex-Profi "Steps" Groß einen der in Deutschland anerkanntesten Jugendtrainer vom VfL Neckarau an den Alsenweg zu holen. Erfolgreiche Arbeit

Zur Erinnerung: Mit sieben von Groß beim VfL ausgebildeten Talenten im Kader wurde die B-Jugend der TSG 1899 Hoffenheim 2008 Deutscher Meister. Groß trainiert aktuell die A-Jugend (U19) des SVW, die nach 2009 zum zweiten Mal in der Bundesliga spielt. Er hat wie Schüssler großen Anteil daran, dass die B-Jugend (U17) sich 2010 im Oberhaus an den Alterskameraden des FC Bayern München, VfB Stuttgart, FSV Mainz 05 oder dem KSC messen konnte und inzwischen wieder auf bestem Weg dorthin zurück ist. Auch die C-Jugend (U15) schickt sich als Tabellenführer an, die höchste deutsche Spielklasse des Jahrgangs, die Regionalliga, zu erreichen.

Ende Januar haben beide das Präsidium über ihren Abgang informiert. Um finanzielle Dinge sei es nicht gegangen. Von Sportchef Günter Sebert über Cheftrainer Reiner Hollich bis zu Jugendleiter Horst Kilian wurde der Entschluss mit "sehr großem Bedauern" aufgenommen. Das für Jugendarbeit zuständige Präsidiumsmitglied Immo von Fallois sagte: "Wir verlieren zwei Personen, die in den vergangenen Jahren die erfolgreichste Arbeit auf dem Waldhof geleistet haben. Aber wir sehen auch die Chance, neue Perspektiven zu schaffen. Auf der Basis der immer noch schwierigen finanziellen Situation im Verein bleibt das oberste Ziel, verstärkt auf die eigene Jugend zu setzen." Präsident Steffen Künster äußerte sein Bedauern: "Im Fußball gibt es Trainerwechsel, auch wenn sie manchmal schmerzen. Wir stehen bereits in Gesprächen in Sachen Nachfolge. Wie in der freien Wirtschaft gilt: Jeder ist ersetzbar."

Groß, der telefonisch nicht zu erreichen war, wird über das Projekt "Anpfiff ins Leben", zu dem der Stützpunkt des SVW zählt, nun vor allem mit 1899 Hoffenheim und dem Karlsruher SC in Verbindung gebracht. Dort spielt sein Sohn Pascal. Das für sportliche Angelegenheiten im Präsidium verantwortliche Mitglied Klaus Hafner erklärte: "Es ist unser Ziel, über eine hauptamtliche Beschäftigung einen erfahrenen Mann einzustellen, der koordinativ und als Trainer arbeiten kann." Im Klartext: Schüssler und Groß in einer Person. Von allen Seiten positiv bewertet wurde der Zeitpunkt der getroffenen Entscheidung. Künster sagte: "Das war fair und verdient Respekt. So haben wir die notwendige Vorlaufzeit, um für die Folgesaison entsprechend zu planen."

Quelle: Mannheimer Morgen



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