Rüdiger Lamm

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Rüdiger Lamm (* ca. 1949) ist ein ehemaliger deutscher Tischtennisspieler und Sportmanager. Er war vom 16.August 2006 bis Juni 2008 Berater beim SV Waldhof Mannheim .

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Beruflich war Lamm Leiter einer Anwaltskanzlei. Sportlich verschlug es den Ostwestfalen zunächst zum Tischtennis. 1984 stiegen die Tischtennis-Spieler der Spvg Steinhagen unter dem Manager Lamm in die Bundesliga auf. 10 Jahre spielten die Westfalen national wie international eine gute Rolle. Als Lamm den Verein verließ und zu Arminia Bielefeld wechselte, sank jedoch der Stern der Steinhagener.

Dafür ging es bei der Arminia bergauf. Als Lamm 1994 dort anheuerte, spielte der Verein Regionalliga und hatte ganze 213 Dauerkarten verkauft. Der Manager überzeugte die Vereinsspitze, dass es leichter sei ein Top-Team zu finanzieren, als den Weg mit jungen Spielern zu gehen. Auf einer Pressekonferenz ließ Lamm nacheinander die neu verpflichteten Bundesligaprofis Thomas von Heesen , Fritz Walter , Jörg Bode und Armin Eck einlaufen. Presse und Fans staunten um die Wette. Das Konzept ging auf. Die Arminia schaffte den direkten Durchmarsch von der 3.Liga in die Bundesliga. Zuvor war dies nur Fortuna Düsseldorf und 1860 München geglückt. Über den damaligen und heutigen Trainer Middendorp sprach Lamm: "Ich bin verrückt, aber er ist wahnsinnig." Der Manager verschaffte der Arminia 400 Sponsoren, wurde aber 1998 wegen Differenzen mit dem Präsidium entlassen. Sein Nachfolger wurde übrigens Heribert Bruchhagen , der heutige Vorsitzende von Eintracht Frankfurt .

Danach zog es Lamm in den Osten zum 1. FC Magdeburg . Kaum mit der Arbeit begonnen überwarf er sich dort mit der Vereinsführung und zog mit einer Abfindung davon. 2003 kam Lamm zu einem weiteren ums Überleben kämpfenden Traditionsclub. Die Offenbacher Kickers waren seine nächste Station. Dort etablierte er einen "Kickers-Club", in dem Sponsoren für mindestens 2500 € Mitglied werden konnten. Außerdem vermarktete er die Heimspiele auf dem Bieberer Berg. Auch bei den Hessen setzte Lamm wie bereits in Bielefeld auf gestandene namhafte Spieler. Dem Jugendkonzept des damaligen Trainers Ramon Berndroth gab er keine Chance. Aber auch hier sollte ihm der Erfolg Recht geben. Offenbach stieg erst in die Regionalliga, dann in die 2. Bundesliga auf. 209 Mitglieder konnten für den Kickers-Club gewonnen werden. Dennoch trennten sich am 28.2.2005 der OFC und Rüdiger Lamm. Als Grund nannte der Verein unüberbrückbare Differenzen zwischen dem Präsidium und Lamm.[1] Der Manager selbst sah seine Vision mit dem Aufstieg der Hessen in die 2.Bundesliga als beendet an.

Seit 16. August 2006 war Lamm als Berater beim SV Waldhof tätig. [2]Der Kontakt kam über Anixe, Firma von Emmanouil Lapidakis zustande. Bis Ende der Saison 2006/2007 stand der Berater auf der Gehaltliste des Griechen. Auch bei Waldhof setzte er auf sein bewährtes Konzept. Der Business-Club wurde aufgebaut (130 Mitglieder Stand August 2007) in dem vor allem mittelständige Betriebe aus der Umgebung als Partner an den Verein gebunden wurden , Heimspiele wurden vermarktet und bei der Kaderzusammenstellung wurde ein hohes finanzielles Risiko eingegangen. Lamm schaffte es jedoch, den finanziell angeschlagenen Verein wieder flott zu machen. Liquiditätsmäßig wurde in seiner ersten Saison eine Null erreicht. Erstmals seit Jahren erhielt Waldhof vor wenigen Wochen vom DFB "ohne Bedingungen", was weit mehr heißt als "ohne Auflagen", die Lizenz für 2008/09.

Am 04. Juni 2008 zog sich Rüdiger Lamm sehr überraschend auf eigenen Wunsch mit sofortiger Wirkung aus dem operativen Geschäft zurück, trotz das sich sein Vertrag nach Erreichen der Regionalliga bis 30. Juni 2009 verlängerte. Sein Monatsgehalt lag bei ca. 15.000 €. Ein Vertrag mit dem 1. FC Magdeburg wurde zwar geschlossen, die Position als Sportmanager jedoch nicht angetreten.[3]

Nöll: "Wie wir weiter miteinander verfahren, werden wir klären. Wir trennen uns im Guten, es gab keinen Streit. Wir wissen, was wir an ihm hatten und sind dankbar", sah der Jurist indes keinen Grund zur Panik: "Im Fußball muss man mit solchen Dingen rechnen. Wir sind vorbereitet, werden mit einem klaren Konzept weiter professionell unsere Philosophie verfolgen und die uns vorhandenen Kontakte nutzen."

Im Jahr 2012 wurde Anklage gegen Rüdiger Lamm erhoben. Grund waren vermutete Unregelmäßigkeiten bei dem Bau des Nachwuchszemtrums in den Jahren 2007-2009, der durch die Dietmar Hopp-Stiftung finanziert wurde. Die Ermittlungen ergaben, dass eine Rechnung über 1,15 Millionen Euro erstellt wurde, aber nur 665.000 Euro Kosten entstanden. Die Differenz teilten sich einige Beteiligte und auch der SV WAldhof erhielt 190.000 Euro über Sponsorenverträge. Am 9. September 2019 wurde Lamm zur Zahlung von 120.000 Euro an die Hopp-Stiftung verurteilt. Zwei Mitangeklagte kamen mit je 60.000 Euro davon.[4]


Weblinks

Einzelnachweise

  1. Kickers Offenbach entlässt Manager Lamm rp-online.de vom 28.2.2005, abgerufen am 10. September 2019
  2. Spiegel Online
  3. RP-Online
  4. Schlussstrich nach zwölf Jahren morgenweb.de vom 10.9.2019, abgerufen am 10. September 2019


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