Saisonrückblick 2018/19

Aus WikiWaldhof
Wechseln zu: Navigation, Suche


Saisonrückblick 2018/2019

Die Saison sportlich

Auftakt mit vielen Fragezeichen / DFB contra Waldhof – Waldhof contra DFB

Am 22. Juni war Trainingsauftakt am Alsenweg mit zunächst 6 Neuzugängen und einem Dutzend von 12 Abgängen – nicht wenige sprachen hier schon bereits von einem unguten Gefühl, ein weiteres Mal ganz oben in der Liga mitmischen zu können. Doch die beherrschenden Themen waren die Geschehnisse der Tage zuvor. Was war passiert ? Der Kontrollausschuss des DFB forderte nach dem Spielabbruch im Relegationsrückspiel gegen den KFC Uerdingen neun Punkte Abzug für die neue Saison, eine Geldstrafe von 50 000 Euro und insgesamt acht Auflagen, die bis zum Start umgesetzt sein müssen. Ein Teil der Auflagen waren in einer Art „Sofortmaßnahme“ allerdings schon initiiert worden, wie zum Beispiel die Aufhebung der Selbstverwaltung des Ordnungsdienstes der Osttribüne, die Verlegung des auf der Osttribüne ansässigen Fan-Bereichs, der Ausbau der Videoüberwachung, das Entfernen der „Ultra-Container“ vom Stadiongelände, die Einführung eines hauptamtlichen Sicherheitsbeauftragten, das Verbot von Blockfahnen und Änderungen beim Ticketvorverkauf.

Dass der DFB die nächste Eskalationsstufe zündete wurde befürchtet, die Härte der Maßnahmen sorgte am Alsenweg allerdings für eine ziemliche Schockwelle. „Uns ist kein Fall bekannt, in dem der DFB bisher Punktabzüge in diesem Maß für Zuschauerausschreitungen verhängt hat. Eigentlich sollte es ja keine Kollektivstrafen mehr geben. Doch ein Neun-Punkte-Abzug wäre wieder eine Kollektivstrafe, die dann die Mannschaft treffen würde“, sagte SVW-Manager Markus Kompp. „Wir haben unsere Stellungnahme dazu gerade fristgerecht abgeschickt“, bestätigte Geschäftsführer Markus Kompp, als er am Freitagmittag zur Geschäftsstelle am Trainingsgelände zum Trainingsauftakt kam. Bis zuletzt wurde juristisch an der Eingabe gefeilt, wohl schon in der nächsten Woche wird dann das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes tagen. „Das ist bodenlos“, brachte Sportchef Jochen Kientz nochmals seine Verwunderung über die Ausmaße des Antrags auf den Punkt. „Ich bin fast vom Stuhl gefallen, als ich das gelesen habe. Ich kann mir nicht vorstellen, dass der DFB so etwas macht“, hofft auch der Ex-Profi auf eine Reduzierung der Strafe.

Ebenfalls pikant: Bereits am 15. Juni legte der SV Waldhof Klage vor dem Ständigen Schiedsgericht des DFB ein, „zur Wahrung der Rechte unseres SV Waldhof Mannheim 07 im aktuellen Zulassungsverfahren“. Geschäftsführer Markus Kompp bestätigte am 20. Juni gegenüber dem „Mannheimer Morgen“ auf Nachfrage, „dass es nicht um den drohenden Punktabzug und die Geldstrafe des DFB-Kontrollausschusses geht, sondern um eine mögliche Rechtsverletzung im Zusammenhang mit dem Aufstieg des KFC Uerdingen.“ Rückblick: Das Relegationsrückspiel am 27. Mai im Mannheimer Carl-Benz-Stadion hatte nach massiven Ausschreitungen einiger Waldhof-Fans abgebrochen werden müssen. Das Spiel wurde nachträglich mit 2:0 für Uerdingen gewertet, der Club erhielt grünes Licht zum Aufstieg. Bei der Überweisung einer Sicherheitsleistung des KFC an den Fußball-Bund hatte es jedoch Probleme gegeben, die in anderen Fällen dazu geführt hatten, dass die Lizenz verweigert wurde. Nicht so bei Uerdingen. Dies bestätigte der DFB am 4. Juni noch einmal. „Wir sind in der Pflicht und haben uns von unseren Anwälten beraten lassen“, erklärt Kompp. „Es geht um Rechtssicherheit. Deshalb haben wir Anlass zur Klage gesehen. Es geht um Regeln. Diese müssen eingehalten werden. Wir wollen diese Regeln im Interesse aller überprüfen lassen“, forderte der Geschäftsführer beim Ständigen Schiedsgericht eine neuerliche Überprüfung der Vorgänge. „Wir haben großes Vertrauen in die dort zuständigen Personen und sind zuversichtlich, dass das Verfahren rechtzeitig und professionell abgeschlossen wird“, hieß es in der Waldhof-Verlautbarung.

DFB reduziert Strafmaß

Vier lange Stunden wurde am 5. Juli im Sitzungsraum drei des Deutschen Fußball-Bundes unter Vorsitz von Richter Stefan Oberholz getagt, dann stand fest: Der SV Waldhof startete wegen den Fan-Ausschreitungen in den Aufstiegsspielen gegen Uerdingen mit einem Minus von drei Punkten in die neue Saison. Zudem wurde der SVW zu einer Geldstrafe von 40 000 Euro verurteilt und musste mit Blick auf eine verbesserte Stadionsicherheit acht Auflagen umsetzen, die der Club zum Großteil selbst entwickelt hatte.

Sofortige Aufhebung der Selbstverwaltung der OST-Tribüne: Bislang wurde die Ordnung auf der Ost-Tribüne („Siffling-Tribüne“) hinter dem Tor Richtung Neuostheim von den Fan-Gruppierungen selbst organisiert. Das ist übrigens keine Besonderheit beim SV Waldhof, auch in anderen Stadien wird das teilweise so gehandhabt. Da die Selbstkontrolle aber spätestens am 27. Mai für alle sichtbar gescheitert ist, werden künftig auch die Fan-Bereiche vom allgemeinen Ordnungsdienst kontrolliert. Hier muss übrigens ein neuer Partner gefunden werden, da der alte Dienstleister bereits vor dem Steinbach-Spiel Anfang Mai Insolvenz beantragt hatte. Verlegung des Fan-Bereichs in die Blöcke F-G-H und M-N-O:

Im Klartext heißt das: Der bisherige Fan-Bereich hinter dem Tor wird in die Kurven der Osttribüne verlagert. Dieser Schritt ist im Fan-Lager sehr umstritten, auch bei den Waldhof-Verantwortlichen wurde diese Maßnahme nicht einstimmig beschlossen. Es ist davon auszugehen, dass die Stimmung im Stadion unter diesem Schritt massiv leiden wird, zudem fühlt sich das bisherige Stamm-Publikum im Kurvenbereich verdrängt. „Hier werden wir Probleme bekommen“, fürchtet SVW-Geschäftsführer Markus Kompp, der in der jüngsten Verhandlung darum bat, die Verlegung der Fan-Bereiche nicht im Urteil festzuzurren, sondern eine Rückkehr der Fans auf die „Ost“ zu ermöglichen, wenn sich eine Besserung der Umstände abzeichnen sollte. Der DFB blieb hier bei seinen Forderungen; auf alle Zeit festgeschrieben sei der Umzug allerdings nicht, deutete Ankläger Zieher Gesprächsbereitschaft an.

Erweiterung der Videoüberwachung: Hier befindet sich der SV Waldhof laut Geschäftsführer Kompp bereits in Gesprächen mit der Stadt Mannheim und der Polizei. Die hohen Investitionen in eine Anlage, mit der Täter noch besser identifiziert werden können, werden aber weiter den Etat belasten.

Keine Ultra-Container auf dem Stadiongelände: Laut der Darstellung von Manager Kompp in der Verhandlung vor dem DFB-Sportgericht wurde bereits seit fünf Monaten versucht, eine 2003 initiierte Vereinbarung mit den Fans zurückzufahren, die unter anderem den Ultra-Container und die Schlüsselvergabe betrifft. Der Mietvertrag für den Container konnte allerdings nicht außerordentlich gekündigt werden, da die Bedingungen hierfür (u.a. „gravierende Vorfälle“) zuvor nicht erfüllt waren, wie Waldhof-Anwalt Johannes Zindel ausführte. Kein Zugang zum Stadion außerhalb der Spieltage: Künftig sollen nur noch Funktionsträger des Vereins oder der Stadionverwaltung Schlüsselgewalt haben. „Hier wurde zuletzt zuviel aus der Hand gegeben und dieses Vertrauen wurde dann auch ausgenutzt“, musste der Geschäftsführer bei der Verhandlung einräumen, als er gefragt wurde, wie überhaupt so viel Pyrotechnik ins Stadion gelangen konnte. Keine Sammelbestellungen von Eintrittskarten: Damit soll sichergestellt werden, dass alle Tickets personalisiert nach außen gegeben werden und immer nachvollzogen werden kann, wer im Stadion ist. Vorherige Anmeldung von Choreographien, Bannern und Verbot von Blockfahnen: Choreographien mussten bislang ohnehin schon angemeldet werden. Das Abbrennen von Rauchtöpfen wie vor dem Spiel gegen Uerdingen oder anderer Einsatz von Pyrotechnik war schon zuvor nicht erlaubt und nicht genehmigt.

Benennung eines hauptamtlichen Sicherheitsbeauftragten, Veranstaltungsleiters und Stadionverbotsbeauftragten: Der 30-Jährige Mannheimer Marc Eckart machte schließlich das Rennen gegenüber den Mitbewerbern. Eckart ist ausgebildeter Notfallsanitäter, hat mehrere Weiterbildungen in der Landesfeuerwehrschule Baden-Württemberg absolviert und mehrere Jahre Führungserfahrung in den Bereichen Projektkoordination und Leitstellendisposition gesammelt. „Ich sehe diesen Wechsel als nächsten Karriereschritt. Er ist für mich eine große Herausforderung, die ich mit Freude anpacke“, so Eckart.

SVW-Geschäftsführer Markus Kompp kommentierte das Urteil in einer ersten Stellungnahme wie folgt: „Das ist ein kleiner Teilerfolg, weil wir von diesem existenzbedrohenden Neun-Punkte-Abzug auf nun drei heruntergekommen sind. Aber dennoch sehe ich diese Bestrafung als nicht zielführend. Der Neun-Punkte-Hammer ist weg, aber ich halte es weiter prinzipiell für falsch, in den sportlichen Wettbewerb einzugreifen“, sagte Kompp, der den Regionalligisten gemeinsam mit dem Frankfurter Sportrechtler Johannes Zindel in der DFB-Zentrale vertrat. Trainer Bernhard Trares schlug in die gleiche Kerbe, als er von dem Urteil erfuhr. „Ich bin generell der Meinung, dass die Sportgerichtsbarkeit nicht direkt in den Sport eingreifen sollte. Der Wettbewerb steht für mich über allem. Hier einzuwirken ist ein No-Go, ein Unding“. Der Punktabzug war zunächst allerdings noch nicht endgültig, denn der SVW legte unmittelbar danach Berufung gegen das Urteil ein. Der Hauptgrund: Bislang gab es Punktabzüge nur für Verstöße im Lizenzierungsverfahren oder bei Verletzungen von Lizenzauflagen. „Bei solchen gravierenden Vorfällen müssen wir aber auch ein Stück weit umdenken und unsere Rechtssprechungslinie erweitern“, begründete Oberholz, der zugleich stellvertretender Vorsitzender des DFB-Sportgerichts ist, den ersten Punktabzug wegen solcher Vorfälle in der Geschichte des DFB. Oberholz sprach mit Blick auf das abgebrochene Rückspiel von einer „Bankrotterklärung für den Fußball“. Wegen der Schwere der Ausschreitungen – Oberholz sprach von einem „Inferno“ – sei ein Punktabzug daher grundsätzlich geboten, zudem machte der DFB-Sportrichter eine Mitschuld beim Verein aus. Vor allem die Tatsache, dass die große Menge an Pyrotechnik ganz offenbar schon vor dem eigentlichen Spieltag ins Stadion gebracht wurde, musste sich der Traditionsclub ankreiden lassen. Nach Auffassung des Gerichts und des Kontrollausschusses war auch der Ordnungsdienst nicht angemessen organisiert.

Nicht zuletzt die Vorbelastung – schon in den Spielzeiten 15/16 und 16/17 wurde der SVW nach den Relegationsspielen zu Geldstrafen und einem Zuschauerteilausschluss verurteilt – fiel dem Waldhof in Frankfurt schmerzhaft auf die Füße. „Das Geisterspiel zu Beginn der Saison 2016/17 hat offenbar nicht gefruchtet“, meinte Richter Oberholz, während Wolfgang Zieher für den Kontrollausschuss feststellte: „Wir wollen mit solchen Vorkommnissen nicht leben.“ Aufgrund der bisherigen Bemühungen des Regionalligisten um Aufklärung und einer Verbesserung der Situation reduzierte Zieher seinen Antrag während der Verhandlung zwar auf einen Sechs-Punkte-Abzug und eine 40 000-Euro Geldstrafe, den Eingriff in den sportlichen Wettbewerb, sah er aber dennoch als gerechtfertigt. „Es ist geboten, klare Kante zu zeigen.“ Waldhof-Anwalt Zindel argumentierte, dass ein Punktabzug einer „täterorientieren Sanktionierung“ widerspreche und sprach sich deshalb für ein erneutes Geisterspiel aus. Das Sportgericht folgte dagegen dem Kontrollausschuss. Eine Entscheidung, die nun vor allem die Mannschaft trifft. „Ein herber Schlag“, meinte Torwart Markus Scholz. „Aber minus drei ist leichter aufzuholen als neun Punkte.“

Klage auf Drittligazugehörigkeit abgewiesen

Das ständige Schiedsgericht des Deutschen Fußball-Bundes wies am 14. Juni nach mündlicher Verhandlung die Klage auf Drittligazugehörigkeit des SV Waldhof endgültig ab. „Uns würde jetzt theoretisch noch der Weg zu Zivilgerichten offen stehen, aber für die neue Saison ist das Thema 3. Liga realistisch betrachtet jetzt natürlich durch“, kommentierte Waldhof-Geschäftsführer Markus Kompp das Urteil. Kompp war mit Vertretern der Frankfurter Anwaltskanzlei Klinkert selbst bei der mündlichen Verhandlung anwesend, bei der nochmals die Standpunkte ausgetauscht wurden. Am Ende bestätigte der Schiedsgerichtsvorsitzende Walter Dury aber die Entscheidung des Zulassungsbeschwerde-Ausschusses des DFB vom 4. Juni. Inhaltlich wollte Kompp das Urteil nicht bewerten. „Uns liegt noch keine schriftliche Begründung vor“, meinte der 35-Jährige, der zu diesem Zeitpunkt ebenfalls noch auf die schriftliche Ausführung des Urteils des DFB-Sportgerichts vom 5. Juli (Punktabzug und Geldstrafe) wartete.

Weitere Aufarbeitung der Ereignisse vom 27. Mai 2018

Nach Informationen des „Mannheimer Morgen“ wurde der erste der rund 25 Chaoten, die mit dem massiven Einsatz von Pyrotechnik den Spielabbruch am 27. Mai provoziert hatten, noch vor Saisonbeginn vom SVW mit einem Stadionverbot belegt, das auch bundesweite Gültigkeit hatte. Grundlage hierfür war ein Ermittlungsverfahren der lokalen Staatsanwaltschaft. Zugleich setzten die Verantwortlichen weiter auf den Dialog mit seinen Fan-Gruppen. So trafen sich Geschäftsführer Markus Kompp mit dem neuen Führungsteam der Ultras Mannheim (UM) 1999 zu einem ersten Gespräch. Die Ultra-Gruppierung hatte nach dem Vorkommnissen rund um das Uerdingen-Spiel eine Mitverantwortung übernommen. „An diesem Tag sind wir unserer Aufgabe, die Otto-Siffling-Tribüne zu vereinen, nicht gerecht geworden“, hieß es auf der Homepage der Ultras, die sich als Konsequenz neu strukturieren wollten.

„Alle Beteiligten haben erkannt, dass an diesem Tag eine rote Linie überschritten wurde“, berichtete Geschäftsführer Kompp vom Treffen mit den Ultra-Fans, bei dem es auch um die Verlagerung des Fanbereichs von der Siffling-Tribüne in die Kurvenbereiche der Ost-Tribüne ging. „Das kam natürlich nicht so gut an“, räumte Kompp ein. Wo sich der Fan-Support im Stadion nun konzentrieren soll, war zunächst noch offen.

Im Sinne einer transparenten Kommunikation hatte die SV Waldhof Mannheim 07 Spielbetriebs GmbH zudem ein Leitbild veröffentlicht. Sollten Personen gegen das Leitbild und Regeln verstoßen, wird gegen diese Personen, im Sinne des SV Waldhof Mannheim 07, als logische Konsequenz ihres eigenen Handelns, die notwendigen Sanktionen ausgesprochen und umgesetzt. „Wir möchten mit einem fairen und respektvollen Umgang und einer offenen und ehrlichen Kommunikation, gemeinsam für den SV Waldhof Mannheim 07, neue sportliche Höhepunkte erleben“.

Die Vorbereitung auf die Vorrunde, Sportliche Führung macht weiter

Auf dem Trainingsplatz lief beim lockeren Trainingsauftakt indes alles in gewohnten Bahnen ab, Trainer Bernhard Trares ließ seinen Kader mit ein paar Passübungen und einem längeren Spiel Elf gegen Elf in die Vorbereitung starten. „Wir sind Profis, wir müssen das für den Moment abschütteln“, forderte der Coach, der sich nicht beirren ließ und mit seinem Trainerteam auf alle Fälle an Bord bleibt. „Wir sind uns einig. Es muss nur noch unterschrieben werden“, bestätigte der 52-Jährige. Wenige Tage später schließlich folgte dann auch endlich das offizielle Statement der Blau-Schwarzen: Der SV Waldhof Mannheim hatte die Verträge mit Trainer Bernhard Trares und dem Sportlichen Leiter Jochen Kientz jeweils um ein Jahr verlängert. Sieben Testspiele mit etlichen Testspielern und einem auch teilweise verletzungsbedingten ausgedünnten Kader – überwiegend gegen unterklassige Gegner – wurden bestritten, bevor am 28. Juni das erste Saisonspiel gegen SSV Ulm 1846 angepfiffen wurde.

Die Vorrunde

Durch eine kluge Transferpolitik und eine konzentrierte Vorbereitung gelang es Sportchef Jochen Kientz und Trainer Bernhard Trares, eine schlagkräftige Mannschaft zusammenzustellen, die sich von den ganzen Nebengeräuschen (u.a. Sperrung der OST-Tribüne, schlechter Zustand des Rasens) und zwei Saisonniederlagen am 1. und 12.Spieltag nicht irritieren ließ und zur Winterpause auf Platz eins stand. Mit Neuzugang Valmir Sulejmani spielte beispielsweise der Top-Torjäger der Regionalliga beim SVW (14 Treffer). Beeindruckend war zudem die Waldhof-Serie auf fremden Plätzen: In elf Spielen gingen die Mannheimer zehn Mal als Sieger vom Platz, dazu kam ein Unentschieden. Auch bei den direkten Konkurrenten Saarbrücken, Steinbach und Ulm setzen sich die Waldhöfer durch, am 8. Dezember stand der SVW schließlich trotz des Punktabzugs mit fünf Zählern Vorsprung an der Spitze der Regionalliga Südwest. „Es ist schön, dass wir mit einem so guten Gefühl in die Winterpause gehen“, sagte Trainer Trares nach dem abschließenden 3:0 bei Hessen Dreieich. „Es geht nur über guten Fußball. Wir bleiben mutig und kreativ – dann werden sich die Ergebnisse einstellen“, kündigt der Coach an. Vielleicht wird ja 2019 das Jahr des SV Waldhof. Und er sollte Recht behalten.

Die Rückrunde

Nach den traditionellen Hallenturnieren holten sich die Blau-Schwarzen in einem perfekt organisierten Trainingslager in der Türkei den Feinschliff für die Rückrunde, die einem Schaulaufen, einer „Gala“ der besonderen Art glich. Kein einziges Spiel wurde mehr verloren – souverän und nahezu konkurrenzlos wurde das große Ziel Aufstieg mit sagenhaften 21 Punkten Vorsprung zum Tabellen-Zweiten erreicht. Bereits am 20. April – 4 Spieltag vor Ende der Saison – feierten 14.413 begeisterte Zuschauer im Carl-Benz-Stadion die langersehnte Rückkehr in den bezahlten Profifußball. Daß der DFB vor dem Landgericht Frankfurt schließlich den Rechtsstreit in Sachen 3-Punkte-Abzug gegen den SV Waldhof verlor, war für den Blau-Schwarzen Anhang dabei nur noch eine Randnotiz (>> zum Pressebericht).

Krönung im Badischen Pokal

Als wäre der Aufstieg in die 3.Liga nicht schon das Sahnehäubchen gewesen, setzte man im Badischen Pokal noch eins oben drauf. Durch das Erreichen des Pokal-Finales gegen den Zweitliga-Aufsteiger Karlsruher SC war man in der Folgesaison nach 16 langen Jahren wieder einmal im DFB-Pokal vertreten. Die Final-Niederlage gegen den KSC hingegen interessierte nur noch die Statistiker.

Die Nachwuchsteams

Die U23 krönte mit Trainer Peter Brandenburger ebenfalls eine souveräne Saison und stieg am Ende verdientermaßen in die Verbandsliga Nordbaden auf. Die U19 belegte wie in der letzten Saison Tabellenplatz 3, die U15 wurde gar Meister der Oberliga. Enttäuschend verlief die Saison hingegen für die U17, die am Ende auf Tabellenplatz 10 gar absteigen musste. In den Verbandspokalrunden war für die U19 im Halbfinale Endstation gegen die TSG 1899 Hoffenheim, die U17 verlor das Halbfinale gegen den SV Sandhausen. Für die U15 kam bereits im Viertelfinale das Aus, ebenfalls gegen den Nachwuchs der TSG 1899 Hoffenheim.

Die Saison wirtschaftlich

Lizenzerteilung ohne Probleme

Die SV Waldhof Mannheim 07 Spielbetriebs GmbH hatte die Unterlagen zur Zulassung für die Regionalliga Südwest für diese Saison bereits im April 2018 fristgerecht eingereicht. Die notwendigen Unterlagen wurden der Regionalliga Südwest GbR in Karlsruhe zugestellt. Der SVW bekam die Vollständigkeit und Korrektheit bereits durch Sascha Döther, den Geschäftsführer des Ligaverbandes, bestätigt. „Wir haben alle notwendigen Unterlagen form- sowie fristgerecht beim Verband eingereicht und können uns nun komplett auf das sportliche Geschehen in den kommenden Wochen konzentrieren“, so SVW-Geschäftsführer Markus Kompp. Auch für die Folgesaison in der 3.Liga gab es bereits am 3. Mai grünes Licht in Sachen Lizenz.

Leitbild gegen Gewalt und Randale

Mit einem offiziellen Leitbild hatte sich der SV Waldhof noch vor Saisonbeginn zu seiner sozialen und gesellschaftlichen Verantwortung bekannt. In einer Mitteilung des Vereins hieß es, dass ein „fairer und respektvoller Umgang“ und eine „offene und ehrliche Kommunikation“ unerlässlich seien. Dieses Selbstverständnis fordere der Verein auch von allen Anhängern ein – sollten Personen dagegen verstoßen, würden gegen sie „als logische Konsequenz ihres eigenen Handelns“ Sanktionen ausgesprochen und umgesetzt. Welche Konsequenzen solche Fans zu erwarten hätten, teilte der SVW nicht mit. Als Beispiele für Fehlverhalten, das der Verein im Carl-Benz-Stadion und im „weiteren Geltungsbereich der Stadionordnung“ nicht akzeptieren werde, listet die Pressemitteilung 25 Punkte auf. Darunter finden sich neben Beleidigung, Nötigung und Sachbeschädigung auch Körperverletzung und die „Störung öffentlicher Betriebe“. Auch Verstöße gegen das Waffen und das Sprengstoffgesetz sowie Gefangenenbefreiung werden explizit erwähnt.

Fußballspezifischer wird es bei den Punkten Vermummung, Blocksturm und dem Abbrennen von Pyrotechnik. Auch antidemokratische und rassistische Handlungen und Beleidigungen will der SVW laut seines neuen Leitbildes sanktionieren. Folgendes wird der SVW im Stadion und dem weiterem Geltungsbereich der Stadionordnung nicht akzeptieren und tolerieren:

 1. Beleidigung 
 2. Nötigung
 3. Körperverletzung
 4. Sachbeschädigung
 5. gefährliche Eingriffe in den Straßenverkehr
 6. Störung öffentlicher Betriebe
 7. Verstöße gegen das Waffengesetz
 8. Verstöße gegen das Sprengstoffgesetz
 9. Landfriedensbruch

10. Hausfriedensbruch 11. Gefangenenbefreiung 12. Raub- und Diebstahldelikte 13. Missbrauch von Notrufeinrichtungen 14. Vermummung 15. Widerstand gegen Sicherheitskräfte 16. Politisch orientierte, antidemokratische Handlungen oder Parolen 17. Beleidigungen aus rassistischen bzw. fremdenfeindlichen Motiven 18. Abbrennen von Pyrotechnik 19. Blocksturm 20. weitere schwere Straftaten 21. Drogenhandel und -konsum 22. Besteigen oder Überklettern von Zäunen, Umfriedungen oder Absperrungen 23. mit Gegenständen aller Art zu werfen 24. das Mitführen von verbotenen Gegenständen 25. Ordnungswidrigkeiten im Sinne der Stadionordnung

Rechtsstreit mit Mannheimer Runde beendet

Der SV Waldhof Mannheim und acht ehemalige Sponsoren aus dem Kreis der Mannheimer Runde beendeten mit einem Vergleich ihren Rechtsstreit. In diesem Vergleich wurden unter anderem die ausstehenden Forderungen der vergangenen zwei Saisons geregelt. Es wurde zudem schriftlich vereinbart, dass sich die von der Spielbetriebsgesellschaft beklagten Sponsoren für mindestens ein weiteres Jahr an den SV Waldhof binden. In der weiteren Zusammenarbeit soll es außerdem eine gemeinsame Veranstaltung geben, bei der sich der SV Waldhof, Mannheimer Unternehmen präsentieren wird. Diese soll in den neuen VIP-Räumlichkeiten im Carl-Benz-Stadion stattfinden. >> zum Pressebericht

Unruhe im Umfeld – Präsidium kündigt Rücktritt an

Trotz des sportlichen Erfolges gab es – wie in allen Jahren zuvor auch schon – Unruhe im Umfeld des Traditionsvereins. Der komplette Vorstand um Präsident Klaus-Rüdiger Geschwill gab bekannt, den Rückzug antreten zu wollen. Ausschlaggebend dafür waren die Unstimmigkeiten mit Bernd Beetz in Verbindung über den Geschäftsführer Markus Kompp. Der Vereinsvorstand wollte den Vertrag mit dem Geschäftsführer am Beginn der neuen Saison nicht verlängern, was von Investor Bernd Beetz abgelehnt wurde. >> zum Pressebericht

Bernd Beetz neuer Waldhof-Präsident

Die Mitglieder des Traditionsvereins wählten den maßgeblichen Geldgeber der aus dem Hauptverein ausgegliederten Spielbetriebs-GmbH am 28. November bei der turnusmäßigen Jahreshauptversammlung (JHV) nun auch zum Chef des Mehrspartenclubs. Beetz bekam 180 Ja-Stimmen von den 266 anwesenden Waldhof-Mitgliedern und damit knapp 68 Prozent Zustimmung. 26 Waldhöfer enthielten sich, 60 Mitglieder stimmten mit Nein. Damit wurde der 68-Jährige für eine Amtszeit von drei Jahren gewählt. Mit ins neue Präsidium rücken erwartungsgemäß der bisherige SVW-Aufsichtsratsvorsitzende Stefan Höß, der Warenhaus-Manager Thomas Bollmeyer, die SVW-Behindertenbeauftragte Birgit Loewer-Hirsch und Wolfgang Gruber. >> zum Pressebericht

Neuer-Co-Sponsor vorgestellt

Die guten Nachrichten nahmen nicht ab. So wurde Ende Juni mit Dr. Peter Harf ab der kommenden Saison 2019/20 ein weiterer Co-Sponsor des SV Waldhof Mannheim vorgestellt. Er schloss einen Vertrag über drei Jahre bis 2022 mit den Blau-Schwarzen ab. Dr. Peter Harf wird Plätze in der Premium Lounge im VIP Turm neben SNP Geschäftsführer Andreas Schneider-Neureither und SVW Präsident Bernd Beetz erhalten.


Einzelnachweise



Hier könnte Ihre Werbung stehen

in allen mehr als 20.000 Artikeln