Spielbericht: 21. Spieltag 15/16 SpVgg Neckarelz - SV Waldhof Mannheim

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SpVgg Neckarelz 0:1 (0:0) SV Waldhof Mannheim 07
Neckarelz SpVgg.gif 21.Spieltag
Sonntag, 6. März 2016, 14 Uhr MESZ, Elzstadion

Endstand 0:1
Ecken 1:15
Chancen 2:11

Zuschauer: 1.400
Schiedsrichter: Alt (Heusweiler), Assistenten: Becker (Bliesransbach), Schmidt (Ludwigsthal)

SV Waldhof
Startelf (Spielsystem 5-4-1):

Tekin – Kizilyar, Bindnagel, Tasky, Keusch, Bückle – Cancar, Gondorf, Abele, Beyazal – Krasniqi – Trainer: Peter Hogen

Einwechslungen:

Scored after 22 minutes 22' Schäfer für Tasky
Scored after 86 minutes 86' Heck für Krasniqi
Scored after 90+1 minutes 90+1' Klotz für Beyazal

Reserve: Deter (Tor), Gnaase, H.Hogen, Albrecht

Startelf (Spielsystem 4-2-3-1):

ScholzStrifler, M.Seegert, Fink, NeupertBalitsch, di GregorioIbrahimaj, Förster, SommerBurgio – Trainer: Kenan Kocak

Einwechslungen:

Scored after 54 minutes 54' Korte für Ibrahimaj
Scored after 65 minutes 65' Mombongo für Förster
Scored after 71 minutes 71' Nag für Strifler

Reserve: Broll (Tor), Sabah, Gärtner, Sökler

Es fehlten: Müller, Mühlbauer, N.Seegert, Zahn, Ramaj, Haag, Celik, Marx, Mar.Schilling, Max.Schilling, Cetin (alle nicht berücksichtigt, geschont, verletzt oder 2.Mannschaft)

Yellow card.png Abele, Keusch

Scored after 90+5 minutes 90+5' 0:1 Balitsch (Rechtsschuss, Vorarbeit M.Seegert)

Yellow card.png keiner

Beste Spieler: Bindnagel, Keusch - Balitsch

Bericht:

Fußball-Regionalliga: Mit dem 1:0 in Neckarelz verteidigt der SV Waldhof die Tabellenführung – und feiert einen Sieg, der emotional mehr als drei Punkte wert ist

Gefühlseruptionen in der Nachspielzeit

Von unserem Redaktionsmitglied Alexander Müller Neckarelz. Mit jedem abgewehrten Angriff, mit jeder brotlosen Ecke sank die Hoffnung. Als die über 800 fröstelnden Waldhof-Anhänger im Neckarelzer Dauerregen schon der Verzweiflung nahe waren, weil sich ihr turmhoch überlegenes Team am Abwehrriegel der SpVgg final die Zähne auszubeißen schien, versuchte es Innenverteidiger Marcel Seegert beim allerletzten Angriff der Partie in der sechsten Minute der Nachspielzeit einmal mit einem Distanzschuss aus 24 Metern. Der Neckarelzer Torwart Volkan Tekin konnte nur abklatschen, von hinten rauschte Kapitän Hanno Balitsch heran und jagte den Ball zum erlösenden 1:0 ins Netz. Ein Tor, das für regelrechte Gefühlseruptionen im Walhof-Lager sorgte und das für einen schwer erkämpften Sieg reichte, der nach dieser Dramaturgie emotional mehr wert war als drei Punkte.

"Gefühlte 90 Prozent Ballbesitz"

"Das war ein Super-Big-Point. Besser geht's nicht", jubelte Daniel di Gregorio nach dem glücklichen Ende eines wenig ansehnlichen Kampfspiels im badischen Odenwald, mit dem die Mannheimer (49 Punkte) die Tabellenführung in der Fußball-Regionalliga Südwest vor dem SV Elversberg (48) verteidigten. Matchwinner Balitsch schilderte die entscheidende Szene so: "Ich bin auf Verdacht in den Strafraum gegangen. Dann kommt der Ball vier Meter vor dem Tor angehoppelt, und der Puls geht kurz hoch, dass man ihn nicht noch vorbeischießt."

Zum Glück für den SVW behielt der 34-Jährige die Nerven und verhinderte so einen unnötigen Rückschlag im Kampf um die Relegationsplätze. Denn die Waldhöfer dominierten die Begegnung über die komplette Distanz nach Belieben, schafften es aber bis Sekunden vor dem Abpfiff einfach nicht, zielführende Lösungen gegen den nur auf Zerstören eingestellten Gegner zu finden. "Wir hatten gefühlte 90 Prozent Ballbesitz", sagte Trainer Kenan Kocak. Aber aus dieser Überlegenheit heraus entwickelte der Spitzenreiter viel zu selten zwingende Gelegenheiten. Da wurde zu oft klein-klein durch die Mitte und zu unpräzise gespielt, Kreativkraft Philipp Förster fand nie ins Spiel und wurde folgerichtig ausgewechselt. "Wir sind angerannt, haben alles probiert und Chancen vergeben. Und am Ende haben wir es dann einfach erzwungen", meinte Kocak und verwies auf die widrigen Rahmenbedingungen.

In der Tat wäre wohl selbst auf der Wiese am Oberen Luisenpark ein besseres Fußballspiel möglich gewesen als auf dem tiefen Acker im Elzstadion. Auf dem "Rasen" hoppelte der Ball bei praktisch jedem Anspiel, Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt und ununterbrochener Regen machte die Angelegenheit für den Favoriten auch nicht einfacher. Dazu formierte Neckarelz vor einer Fünferkette vier weitere fast ausschließlich defensiv ausgerichtete Spieler. "Es war wirklich schwierig heute. Wir haben versucht, den Ball gut laufen zu lassen. Vielleicht hätten wir es wie vor dem 1:0 mehr mit Schüssen probieren sollen", meinte di Gregorio. Und Balitsch ergänzte: "Das ist die Kunst, trotz des aufkommenden Frusts weiter nachzusetzen."

Der Sieg in letzter Sekunde übertünchte allerdings auch die Schwierigkeiten im Spiel des SVW. Der Kocak-Elf fehlten zu oft die spielerischen Lösungen. Die besten Chancen entstanden in der ersten Halbzeit noch nach zwei Eckbällen, bei denen Hanno Balitsch (10.) und Michael Fink (45.) ihre Kopfbälle nicht an SpVgg-Schlussmann Tekin vorbei bekamen. Am Gesamtbild änderte sich nach der Pause wenig. Waldhof drückte, ohne sich reihenweise Großchancen zu erarbeiten. Als bei einem Konter Schlussmann Markus Scholz in den Nahkampf mit Abedin Krasniqi ging, forderten die Neckarelzer Elfmeter (68.).

Doch nach dem "Wie" fragt schon heute niemand mehr. "Das Quäntchen Glück muss man sich in den Einheiten auch erarbeiten", sagte Kocak: "Riesenkompliment an die Mannschaft. Ich bin stolz, Trainer dieser Truppe zu sein."


Quelle: Mannheimer Morgen - 07.03.2016



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