Spielbericht: 27. Spieltag 15/16 Kickers Offenbach - SV Waldhof Mannheim

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Kickers Offenbach 0:4 (0:1) SV Waldhof Mannheim 07
Logo Kickers Offenbach.png 27.Spieltag
Sonntag, 10. April 2016, 14 Uhr MESZ, Sparda-Bank-Hessen-Stadion

Endstand 0:4
Ecken 2:3
Chancen 6:8

Zuschauer: 11.399
Schiedsrichter: Zorn (Freiburg), Assistenten: Döring (Brigachtal-Klengen), Ehing (Engen)

SV Waldhof
Startelf (Spielsystem 4-2-3-1):

Endres – J.-H.Marx, Franke, Schulte, Theodosiadis – Rapp, Schwarz – Vetter, Hodja, Dobros – Markus Müller – Trainer: Oliver Reck

Einwechslungen:

Scored after 46 minutes 46' Stoilas für Markus Müller
Scored after 46 minutes 46' von der Burg für Hodja
Scored after 56 minutes 56' Scheu für Dobos

Reserve: Sebald (Tor), Maslanka, Korb, Gebers

Startelf (Spielsystem 4-2-3-1):

BrollStrifler, M.Seegert, Fink, MühlbauerBalitsch, di GregorioIbrahimaj, Förster, SommerBurgio – Trainer: Kenan Kocak

Einwechslungen:

Scored after 65 minutes 65' Mombongo für Burgio
Scored after 67 minutes 67' Korte für Ibrahimaj
Scored after 80 minutes 80' Nag für Sommer

Reserve: Cetin (Tor), Sabah, Neupert, Gärtner

Es fehlten: Scholz (Außenmeniskusriss im Knie), Haag, M.Sökler, Marco Müller, Ramaj, N.Seegert, Zahn, Celik, Jannik Marx, Mar.Schilling, Max.Schilling (alle nicht berücksichtigt, geschont, verletzt oder 2.Mannschaft)

Yellow card.png Dobros, Markus Müller, Vetter, Rapp, Scheu
Yellow-Red card.png J.-H.Marx (52., wiederholtes Foulspiel)

Scored after 38 minutes 38' 0:1 Förster (39., Linksschuss, Vorarbeit Mühlbauer)
Scored after 74 minutes 74' 0:2 Mombongo (74., Rechtsschuss, Strifler)
Scored after 76 minutes 76' 0:3 Korte (76., Linksschuss, Förster)
Scored after 77 minutes 77' 0:4 Sommer (78., Rechtsschuss, Korte)

Yellow card.png Sommer, Mombongo

Beste Spieler: Theodosiadis - Fink, di Gregorio, Förster

Bericht:


Waldhof feiert Sonntag zum Einrahmen

Offenbach. Als seine Mannschaft am Bieberer Berg den vielleicht größten Sieg in einer ohnehin überragenden Saison zusammen mit 2000 restlos begeisterten Waldhof-Fans feierte, überkamen auch Kenan Kocak die Emotionen. "Ich kriege Gänsehaut, wenn ich in Offenbach vor der Kurve stehe und unsere jubelnden Fans sehe. Auch für mich als Waldhöfer von der Jugend an ist es ein besonderes Spiel gewesen. Es freut mich sehr, dass wir unseren Fans so viel zurückgeben können." Es war in der Tat ein Waldhof-Sonntag zum Einrahmen. Mit einem denkwürdigen 4:0 (1:0)-Sieg demütigte der Regionalliga-Spitzenreiter den beim SVW-Anhang ungeliebten Südwest-Rivalen vor einer Zweitliga-Kulisse mit 11 399 Zuschauern im eigenen Stadion. "Wir haben die Kickers demoliert", verkündete Spielmacher Philipp Förster, an diesem sonnigen Frühlingsnachmittag der Beste in einer starken Waldhof-Mannschaft. Außerdem lobenswert: Rund ums Stadion gab es trotz der Brisanz des Derbys keine besonderen Vorkommnisse. "Die Waldhof-Fans haben sich sehr vernünftig verhalten", sagte ein Polizeisprecher.

Die Kocak-Elf zeigte derweil eine überragend abgeklärte, titelreife Vorstellung - und baute fast im Vorbeigehen den Vorsprung auf den Dritten Eintracht Trier auf satte neun Punkte aus. Wie die seit zehn Spielen ungeschlagenen Mannheimer nach den fulminanten Eindrücken von Offenbach und mit dem machbaren Restprogramm vor der Brust die Relegation um den Aufstieg in die Dritte noch verspielen sollten, dafür fehlt selbst notorischen Berufspessimisten mittlerweile die Fantasie. Bei der offiziellen Sprachregelung im Waldhof-Lager stehen die Wörter Aufstieg und Meisterschaft jedoch weiterhin auf dem Index. "Natürlich wollen wir jetzt jedes Spiel gewinnen und die Saison positiv beenden. Wir haben zwar neun Punkte Vorsprung, aber es sind auch noch 21 zu vergeben", umschiffte zum Beispiel Michael Fink die Frage, ob der SVW jetzt überhaupt noch von den ersten beiden Plätzen zu verdrängen sei. "Wir dürfen keinen Deut nachlassen. Denn wenn man erst einmal in so einen Trott hineinkommt, dann sind die Verfolger schneller wieder dran, als man denkt", stellte der Chef der besten Abwehr der Liga klar. Coach Kocak ist ohnehin ein rigider Verfechter der "Wir-denken-von-Spiel-zu-Spiel"-Philosophie. Aber insgeheim ging auch dem 35-Jährigen das Herz auf, mit welcher Coolness und Reife seine größtenteils junge Mannschaft dem zuvor stärksten Rückrunden-Team fußballerisch den Zahn zog. "Das war quasi unser erstes und einziges richtiges Auswärtsspiel in dieser Saison. Ich hatte schon Fragezeichen im Kopf, wie kommen unsere jungen Spieler damit klar? Aber die Jungs haben das bravourös gemeistert."

Die Kocak-Elf spielte 90 Minuten lang wie aus einem Guss, der für den verletzten Stammtorwart Markus Scholz (Meniskusabriss) ins Team gerückte Dennis Broll verlebte überraschend ruhige 90 Minuten (siehe nebenstehenden Bericht).

Von einer Offenbacher Angriffswelle war nichts zu sehen, die von der Spielanlage überlegenen Mannheimer kontrollierten das Topduell mit einer beeindruckenden Abgeklärtheit. OFC-Coach Oliver Reck hatte offenbar die legendäre "kontrollierte Offensive" seines ehemaligen Bremer Trainers Otto Rehhagel als taktische Devise ausgegeben - seine Mannschaft wurde aber vom SVW meist in der eigenen Hälfte beschäftigt. "Waldhof hat auch in der Höhe verdient gewonnen", gestand der ehemalige Bundesliga-Torwart, der der einzigen echten Offenbacher Torgelegenheit nachtrauerte, als Fink nach einer Ecke auf der Linie rettete (32.). Stattdessen kombinierten sich kurz danach Sommer und Mühlbauer lehrbuchmäßig auf der linken Seite durch, und Förster im Rückraum rammte den Ball zum 0:1 ins Netz (39.).

Linksaußen Sommer entnervte seinen Gegenspieler Jan Hendrik Marx derart, dass der sich nach dem x-ten Foul in der 53. Minute die absehbare Gelb-Rote Karte abholte. In Überzahl dominierte der Waldhof weiter, Kocak brachte Freddy Mombongo für den ein wenig unglücklichen Giuseppe Burgio und Gianluca Korte für Ali Ibrahimaj - und innerhalb von sechs Minuten schossen die Mannheimer den OFC so richtig ab. Erst verwertete Mombongo ein Zuspiel des unermüdlichen Jonas Strifler zum 0:2 (74.), dann legte Förster Korte den dritten Treffer auf (76.), bevor Sommer seine Leistung mit seinem 14. Saisontor krönte (78.). "Unser Plan ist aufgegangen. Was wir auf dem Platz abgeliefert haben, sah richtig gut aus", resümierte ein glücklicher Kocak. Niemand konnte ihm widersprechen. (alex)


Quelle: Mannheimer Morgen – 10.04.2016



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