Spielbericht 01/02 DFB-Pokal, 2.Hauptrunde: SV Waldhof - 1. FC Kaiserslautern

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SV Waldhof Mannheim 07 2:3 (1:2) 1. FC Kaiserslautern
SV Waldhof DFB-Pokal, 2.Hauptrunde
Mittwoch, 28. November 2001, 19.30 Uhr , Carl-Benz-Stadion

Endstand 2:3

Zuschauer: 21.100
Schiedsrichter: Dr.Wack (Biberbach)

1. FC Kaiserslautern
Startelf:

NulleHoersen, Pasieka, Santos, FickertLicht, Trares, Montero, CaticTeber, Klausz – Trainer: Walter Pradt

Einwechslungen:

Scored after 78 minutes 78' Beisel für Hoersen
Scored after 80 minutes 80' Everaldo für Teber

Reserve: Jourdan (Tor), Maximov, Vukotic, Zinnow, Kaul

Startelf:

G.Koch – H.Koch, Hengen, West – Basler, Ramzy, Riedl, Malz – Bjelica – Lokvenc, Klose – Team-Manager: Andreas Brehme

Einwechslungen:

Scored after 58 minutes 58' Marschall für Lokvenc
Scored after 80 minutes 80' Grammozis für Basler
Scored after 82 minutes 82' Gabriel für Malz

Reserve: Weidenfeller (Tor), Ratinho, Klos, Strasser

Scored after 11 minutes 11' 1:0 Teber (Rechtsschuss, Vorarbeit Trares)
Scored after 53 minutes 53' 2:2 Teber (Rechtsschuss, -)

Yellow card.png Santos

Scored after 27 minutes 27' 1:1 Ramzy (Kopfball, Vorarbeit Basler)
Scored after 42 minutes 42' 1:2 Lokvenc (Rechtsschuss, Klose)
Scored after 90 minutes 90' 2:3 Marschall (Kopfball, Bjelica)

Yellow card.png Hengen, Malz, Marschall, Riedl

Beste Spieler: Teber, Trares – Marschall

Bericht:


Waldhof nach großartiger Leistung noch abgefangen FUSSBALL: 2:3-Pokal-K.o. gegen Kaiserslautern Sekunden vor Schluss / Teber und Trares ragen heraus

Von unserem Redaktionsmitglied Ulrich Verthein

Riesengroßes Pech verhinderte gestern Abend eine durchaus mögliche Pokal-Sensation im Spiel des SV Waldhof gegen den 1. FC Kaiserslautern. Erst Sekunden vor dem Abpfiff gelang dem Bundesligisten der Treffer zum 2:3 (1:2). Waldhof, vor 21 100 Zuschauern gegenüber den bisherigen Leistungen in der zweiten Liga nicht wieder zu erkennen, in einer über weite Strecken großartigen Pokal-Partie Ton angebend. Aus einer starken Mannschaft ragten Trares als Einfädler und Teber als Vollstrecker noch heraus. Eine Niederlage hatte die Mannschaft auf keinen Fall verdient.

So müsste es halt immer sein. Das Carl-Benz-Stadion bis auf die unteren Sitzplatzreihen und einen Block, für welchen die Lauterer nicht genügend Karten verkauft hatten, proppevoll. Die Stimmung auf den Rängen großartig, doch leider gibt es keinen Sonnenschein ohne Schatten. Trotz aller Sicherheitsmaßnahmen hatten Fans beider Seiten Leuchtkugeln, bengalische Feuer und Nebelkerzen ohne Ende ins Stadion geschmuggelt. Dichter Rauch zog durch die Arena, Leuchtkugeln landeten auf dem Rasen und in den Zuschauer-Rängen - hirnrissig das Ganze. Schiedsrichter Wack drohte in der Anfangsphase mehrmals mit Abbruch.

Da machte es wesentlich mehr Freude, dem Spiel des SV Waldhof in den ersten 30 Minuten zuzusehen. Von einem Klassenunterschied war in dieser Phase nichts zu spüren. Angetrieben von einem äußerst starken Bernhard Trares, ließ Mannheim den FCK gleich mehrfach alt aussehen. Licht und Co. rissen mit großer Laufbereitschaft die Lücken, und Trares hatte das Auge, die Pässe hinein zu spielen. Auch die erste Chance bot sich dem Routinier, sein Kopfball (2.) verfehlte aber knapp das Ziel. Kaiserslauterns Torwart Georg Koch gleich stark gefordert. Gegen Lichts granatenharten Schuss musste er sofort eine klasse Parade hinlegen (3.). Erneut höchste Gefahr vor dem FCK-Tor, als Trares Licht in Szene setzte (9.), doch noch war es nicht so weit. Zwei Minuten sollte es noch dauern, dann legte (na wer?) Trares den Ball exakt in den Lauf von Selim Teber, und der spitzelte die Kugel völlig abgezockt am herausstürzenden Georg Koch vorbei. 1:0 (11.) - völlig verdient. Da fühlten sich die Roten Teufel dann doch etwas auf den Pferdefuß getreten. Es wurde ein Gang zugelegt. Die Spielanteile verschoben sich, und die fünfte Ecke für die Pfälzer durch Basler brachte durch Ramzys Kopfball den Ausgleich (27.). Nun durfte Waldhofs zweiter Torwart Carsten Nulle, für den am Ellenbogen verletzten Stammkeeper Hollerieth erstmals in einem Pflichtspiel im Einsatz, langsam zeigen, was er kann. Anfangs noch mit Unsicherheiten, steigerte sich der Ex-Sandhausener. Kloses Kopfball parierte er mit klasse Reflex (30.), beim 1:2 durch Lokvenc hatte er freilich Pech. An den Direktschuss des Tschechen aus zehn Metern Entfernung nach Basler-Flanke kam er zwar noch heran, aber provozierend langsam fand der Ball dann doch noch den Weg über die Linie (42.). Super, wie Nulle unmittelbar darauf Bjelicas Schuss "tötete". Das 1:3 war da möglich. Die Partie hatte sich inzwischen gedreht, jetzt war der FCK Herr im fremden Haus.

Mannheim nach der Pause wieder stärker, und gleich die erste Unsicherheit nutzte der bärenstarke Teber zum Ausgleich (53.). 2:2 - alles wieder offen, Teber (2) und Trares hatten gar Chancen zur abermaligen Führung. Die dickste bot sich allerdings Catic (67.), doch der vertändelte leichtfertig. Die Partie war inzwischen längst ein echter Pokal-Kampf. Offener Schlagabtausch, heruntergelassenes Visier - all diese Fußball-Formeln besaßen Geltung. Das 2:3 verpasste Bjelica (70.), sein Kopfball landete nach Baslers Flanke am Pfosten. Das hohe Tempo forderte natürlich seinen Tribut. Bei Waldhof kam der junge Amateur Beisel für Hoersen und Everaldo für den angeschlagenen Teber. Pech, dass es dann ausgerechnet die Unerfahrenheit des Youngsters Beisel war, die für die Entscheidung sorgte. Eine weite Flanke köpfte er unnötigerweise über die Grundlinie, anstatt den Kopf einzuziehen. Eiskalt schlug Kaiserslautern da zu. Der Kopfball des eingewechselten Olaf Marschall traf Waldhof mitten ins große Kämpferherz. 3:2 Sekunden vor Schluss - das hatten die Blau-Schwarzen nicht verdient.


Brehme: Selim Teber verdient Riesenkompliment FUSSBALL: Stimmen zu Waldhofs unverdienter Niederlage und Lauterns glücklichem Sieg

Es war ein dramatischer Pokalfight zwischen dem Zweitligisten Waldhof und dem Bundesliga-Spitzenteam aus Kaiserslautern. Hier einige Stimmen zum glücklichen 3:2-Sieg der Pfälzer:

Kaiserslauterns Team-Manager Andreas Brehme: "Die ersten 25 Minuten sind wir nicht in die Zweikämpfe gekommen - da kann man so ein Pokalspiel eigentlich nicht gewinnen. Kompliment an die Waldhöfer für ihr sehr gutes, packendes Spiel. Normalerweise sage ich nie etwas zu einem Spieler des Gegners: Aber wie Selim Teber heute seine Sache gemacht hat, das verdient ein Riesenkompliment."

Waldhofs Trainer Walter Pradt: "Ich war selten nach einer Niederlage so froh wie heute. Schade, dass wir letztendlich verloren haben, aber der FCK hat seine Vorteile, vor allem das überragende Kopfballspiel genutzt. Für Torwart Nulle war es nicht einfach, bei der aggressiven Spielweise der Pfälzer im Strafraum. Er hat gar nicht so schlecht gespielt."

FCK-Boss Jürgen Friedrich: "Ich bin überhaupt nicht zufrieden. Die erste halbe Stunde von uns war unmöglich. Wir haben vorher darüber gesprochen, wir wollen im Pokal weiter kommen, da musst du von der ersten bis zur letzten Minute hellwach sein. Das waren wir nicht."

Waldhof-Präsident Wilfried Gaul: "Die Mannschaft hat toll gekämpft und war in der zweiten Halbzeit ebenbürtig. Sie hatte Pech, aber so ist das im Fußball. Ich bin nicht enttäuscht und denke, dass die Truppe Kraft schöpft."

Selim Teber, zweifacher SVW-Torschütze: "Wir haben super Fußball gespielt und spielerisch mehr gezeigt als Kaiserslautern. Schade, dass wir kurz vor dem Ende das Tor kriegen, aber das stecken wir weg."

FCK Torwart Georg Koch: "In einem typischen Derby haben wir sehr schlecht angefangen, dann haben wir das Spiel bestimmt und zu Recht mit 2:1 geführt. Nach der Pause ist es eigentlich unerklärlich, dass wir wieder so schlafmützig angefangen haben. Prompt haben wir mit dem 2:2 die Quittung bekommen. Das Match hätte auch umgekehrt ausgehen können."

Carsten Nulle, Waldhofs Torhüter: "Zu den Toren ist es schwer, etwas zu sagen. Beim ersten und beim letzten hatte die Zuteilung nicht gestimmt, beim zweiten rutschte ich weg. Für die Zuschauer war es ein riesen Spiel."

Vratislav Lokvenc, FCK-Torschütze: "Wir haben auch in der zweiten Halbzeit ungefähr 20 Minuten sehr, sehr schlecht gespielt, aber in den letzten fünf Minuten waren wir da und haben mit Glück auch das entscheidende Tor gemacht."

David Montero: "Wir haben bewiesen, dass wir gegen eine Topmannschaft der Bundesliga mithalten können. Wenn wir 3:2 gewinnen, ist das nicht unverdient. Vor dem Tor hatte ich die Szene im Kopf, wie Schalke in Bielefeld in letzter Sekunde gewinnt."

Hajrudin Catic: "Wir haben gespielt und gekämpft, wie wir es wollten. Die Enttäuschung überwiegt über die Zufriedenheit über das klasse Spiel." kre/tet

Quelle: Mannheimer Morgen – 29.11.2001



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