Spielbericht 10/11 12.Spieltag: SV Waldhof – TSG Balingen

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12.Spieltag: SVW – TSG Balingen 0:0, 16.10.2010, 15.30 Uhr, Carl-Benz-Stadion

Schiedsrichter: Bischof (Hundheim-Külsheim), Assistenten: Siegl (Hüffenhardt), Bundschuh (Külsheim-Steinbach), Zuschauer: 2.070

SVW: Kolke – Fazlija (78.Suworow), Geiger, Malchow, Murphy – Laping, Gjasula – Waldecker, Myftari, Pinna – Dautaj (78.Kyei) – Reserve: Kronholm (Tor), Hartmann, Herm, Hach – Trainer: Reiner Hollich

Balingen: Hauser – Fecker, Pflumm, Willig, Güven – di Lucia, Schaplewski, Todorovic (68.Scheu) – Madegwa (68.Zwetsch), Buchstor (81.Üner), Kohle – Reserve: Kraus (Tor), Taube, Dehner, Spataro – Trainer: Karsten Maier

Tore: Fehlanzeige

Gelbe Karten: n.b.


Nullnummer im Top-Spiel

Von Roland Bode

Nach der trostlosen Nullnummer im Oberliga-Spitzenspiel zwischen dem SV Waldhof und TSG Balingen sahen Reiner Hollich (SVW) und Trainerkollege Karsten Maier (TSG) gemeinsam "ein gutes Fußballspiel". Die meisten der 2070 Besucher waren anderer Meinung.

Im VIP-Raum schmeckte schon zur Halbzeit einem dem SVW nahestehenden ehrenamtlichen Helfer "das Essen kaum, wenn ich dieses dürftige Gekicke sehe". Ein eingefleischter Fan der Mannheimer Ultras-Szene sprach nach der öffentlich übertragenen Pressekonferenz nach Spielende von "Schönrederei auf beiden Seiten". Fakt ist: Die Gäste aus Schwaben haben sich ordentlich verkauft und können mit dem 0:0 und dem daraus resultierenden Punktgewinn deutlich besser leben als die Blau-Schwarzen. Das Schlussresultat ist leistungsgerecht. Vor allem, weil es der SV Waldhof trotz klarer, teils schön herausgespielter Chancen nicht verstand, Lücken in die gut organisierte Abwehr des Gegners zu reißen. Die Gäste hatten ihrerseits, wie ihr Trainer Karsten Maier es ausdrückte, "vor allem in der ersten Halbzeit in der Offensive die Hosen zu voll", um tatsächlich als Sieger das Feld zu verlassen.

Dreh- und Angelpunkt bei den wegen des einsetzenden Regens schweren Platzbedingungen war auf Waldhof-Seite Kapitän Marco Laping: "Wir haben Balingen über 90 Minuten klar dominiert und nach hinten praktisch nichts zugelassen. Vorne hat uns die Durchschlagskraft gefehlt. Wir sind aber weiter oben dabei und müssen auch einmal mit einem Unentschieden zufrieden sein", zog der Mittelfeldroutinier sein persönliches Fazit. Dem mag so sein. Auch SVW-Trainer Reiner Hollich betonte mit Recht: "Wer glaubt, dass wir zu Hause einfach jeden Gast gerade einmal so an die Wand spielen, denkt verkehrt. Wir befinden uns weiter in einem Aufbauprozess."

Was war passiert in den 90 Minuten? Zu Beginn der Partie setzte Hans Kyei - diesmal einzige echte Spitze der Mannheimer - mit einem Drehschuss ein erstes Warnzeichen (3.). Dann waren die Gäste an der Reihe. Angreifer Andreas Kohle hatte, nachdem Mannheims Fitim Fazlija zu sorglos in der Deckung mit dem Leder umging, eine Großchance. Aufgrund einer klaren Abseitsentscheidung wurde Kohle jedoch zurückgepfiffen.

Waldhof hatte in der Folgezeit mehr Ballbesitz und erarbeitete sich die klareren Chancen. Benjamin Waldecker aus der Distanz (22.) oder Fisnik Myftari per Kopf (42.) hatten beste Gelegenheiten. Nach dem Wechsel agierte der SVW gegen sehr diszipliniert und gut geordnet stehende Gäste weiter mit Übergewicht, dennoch fehlten zündende Ideen. Die beste Gelegenheit bot sich Hans Kyei nach schönem Zuspiel von Giancarlo Pinna über die linke Seite. Doch mit dem Außenrist verzog der Youngster knapp (64.). Ein Fernschuss von Klaus Gjasula (75.) lenkte Gäste-Keeper Julian Hauser gerade noch um den Pfosten. Glück hier, Glück aber auch auf der anderen Seite, als erneut Kohle kurz nach Wiederanpfiff ins Netz traf, diesmal aber wegen Torhüter-Behinderung zurückgepfiffen wurde (48.).

© Sonntag aktuell – 17.10.2010


Gleich zwei Balinger Tore nicht anerkannt

SVW Mannheim - TSG Balingen 0:0 (0:0)

von Rapph Conzelmann / Balingen

Mit einer bemerkenswerten kämpferischen Leistung entführte die TSG Balingen vom SV Waldhof Mannheim einen Punkt. Das 0:0 hat sich Oberligist redlich verdient, zumal zwei TSG-Tore nicht zählten.

Das war schon sehr stark, was die TSG Balingen im Mannheimer Carl-Benz-Stadion ablieferte. Mit einer mannschaftliche geschlossenen Vorstellung trotzten die Gäste dem haushohen Favoriten, ließen sich auch von der Kulisse und den stimmgewaltigen Waldhof-Fans nicht beeindrucken und spielten mitunter recht frech auf. Schade und nicht ganz nachvollziehbar, dass gleich zwei Balinger Toren die Anerkennung versagt blieb. Um ein Haar hätten die Schützlinge von Trainer Karsten Maier nämlich in der Kurpfalz voll gepunktet.

Fecker, Kohle und Madegwa rein; Taube, Clayton und Üner auf die Bank; Jauß, Daboci und Wissmann nicht im Kader: Maier änderte sein Aufgebot gegenüber der Vorwoche doch deutlich. Die Rochaden zahlten sich augenscheinlich aus, denn die TSG blieb auch im siebten Punktspiel in Folge (fünf Siege, zwei Unentschieden) unbesiegt. Mannheim, das fünf seiner zurückliegenden sieben Partien gewonnen hatte, agierte zwar spielerisch gefällig, doch die klareren Einschussmöglichkeiten besaßen die Gäste.

Nach nur drei Minuten gab es für die Balinger allerdings die erste Schrecksekunde, als Hans Kyei aus spitzem Winkel knapp drüber zielte. Auf der Gegenseite hinterließ die TSG ihre erste Duftmarke zwei Minuten später: Schaplewski bediente Buchstor, dieser versuchte es mit einer Direktabnahme, doch der Ball flog übers Tor.

Der erste Aufreger nach acht Minuten: Waldhof-Neuzugang Fitim Fazlija wurde von Buchstor und Kohle bedrängt und verlor prompt die Kugel. Buchstor spielte auf Kohle, der schob das Spielgerät ins Tor, doch der Schiri entschied auf Abseits. Eine sehr knappe und deshalb höchst umstrittene Szene.

Benjamin Waldecker prüfte anschließend den Balinger Schlussmann Julian Hauser, der den Distanzschuss klasse parierte (22.). Dann köpfte Fazlija eine Dilucia-Freistoß-Hereingabe im letzten Moment zur Ecke (26.). Kurz vor der Pause wieder Waldhof: Gjasula flankte auf Kyei, aber der Torschrei blieb den Gastgebern im Halse stecken, weil Hauser erneut zur Stelle war (41.).

Gleich nach Wiederanpfiff die größte Chance für den Außenseiter. Nach einem Dilucia-Eckball segelte der Ball an Freunde und Feind vorbei, gleich drei Balinger hatten die Möglichkeit, das Runde irgendwie ins Eckige zu spitzeln, doch die vielbeinige Mannheimer Defensive blieb glücklicher Sieger (46.). „Das musste ein Tor sein“, ärgerte sich Balingens Spielleiter Bernd Jetter auf der Tribüne.

Wieder Dilucia, der gute Standards schlug, war es, der Buchstor in Szene setzte, doch köpfte dieser am Kasten der Kurpfälzer vorbei (54.). Das zweite nicht gegebene Balinger Tor folgte kurz darauf. Fabian Fecker hatte sich nach vorne geschlichen, kam vor Waldhof-Keeper Markus Kolke ans Leder, netzte ein, aber wieder zählte der Treffer nicht. Diesmal wollte Schiri Bischof ein Foulspiel am Torhüter gesehen haben (56.).

Ab der 60. Minute drückte Mannheim mit Macht auf die Führung. Unterstützt vom eigenen Fanblock spielten die Hausherren nun auf „ihr“ Tor. Ganz nah dran am 1:0 waren die Kicker von Coach Rainer Hollich in der 64. Minute. Pinna steckte auf Kyei durch und jener verfehlte aus halblinker Position das TSG-Gehäuse um wenige Zentimeter. Der schussgewaltige Waldecker probierte es in der 75. Minute mit einem weiteren Distanzknaller, aber Hauser brachte die Kugel im Nachfassen unter Kontrolle. In dieser Phase hätte der frühere Bundesligist die Begegnung durchaus zu seinen Gunsten entscheiden können, doch mit zunehmender Spieldauer konnten sich die Balinger wieder aus der Umklammerung befreien. Sporadische Konter beschworen sogar noch einmal Gefahr für die Mannheimer hervor, allerdings fehlte beim finalen Ball meist die Präzision.

Erstaunlich war, dass der TSG ein Eckballverhältnis von 4:0 gelang, was wiederum dafür spricht, dass sich die Kreisstädter im Benz-Stadion keineswegs versteckten.

Unterm Strich kam der Tabellensiebte beim -fünften zu einem verdienten Remis und kann der anstehenden Hausaufgabe gegen den VfL Kirchheim (Samstag, 15.30 Uhr) durchaus zuversichtlich entgegen sehen. Mit nun 20 Punkten aus zwölf Spielen hat die TSG zudem die Grundlage für den weiteren Saisonverlauf gelegt. Auf die akut bedrohte Tabellenregion weisen Pflumm und Co. ein sattes Polster auf, während zu Rang zwei nur zwei Zähler fehlen. „In dieser Liga ist alles möglich“, weiß TSG-Trainer Karsten Maier.

© www.irsport.de



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