Spielbericht 10/11 17.Spieltag: TSG Weinheim - SV Waldhof

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17.Spieltag: TSG Weinheim – SVW 0:2 (0:1), 20.11.2010, 14.30 Uhr, Sepp-Herberger-Stadion

Schiedsrichter: Kugele (Neuweiler), Assistenten: Graeser-Herbstreuth (Stuttgart), Heselschwerdt (Effringen), Zuschauer: 2.500

Weinheim: Bisch – Alakali, Bourabha, Faulstich, Kappes – Hahn, Krohne, Schäfer (64.Rebholz) – Laskai (58.Kroeh), Meier-Küster, Strobel (46.Özgün) – Reserve: Landa (Tor), Geissinger, Loviso – Trainer: Dieter Heimen

SVW: Kolke – Fazlija, Geiger, Krause, Murphy – Malchow, Gjasula (59.Herm) – Waldecker, Pinna – Dautaj (46.Gmünder), Suworow (83.Hach) – Reserve: Kronholm (Tor), Hartmann, Myftari, Suszko – Trainer: Reiner Hollich

Tore: 0:1 Dautaj (37., Rechtsschuss, Foulelfmeter an Pinna), 0:2 Gmünder (54., Linksschuss)

Gelbe Karten: Özgün, Krohne – Fazlija, Gjasula

Rote Karten: Meier-Küster – Pinna (76., beide nach Tätlichkeit)



Waldhof jubelt in Weinheim

Von Roland Bode

In der Fußball-Oberliga hält der SV Waldhof den Anschluss zur Tabellenspitze. Im Nachbarschaftsderby bei Schlusslicht TSG Weinheim setzen sich die Blau-Schwarzen vor 2500 Besuchern verdient mit 2:0 durch. Dautaj und Gmünder treffen.

Von wegen November-Tristesse: Der SV Waldhof setzt sich in der Spitzengruppe der Oberliga mehr und mehr fest. Seit zehn Spieltagen ist die Elf von Trainer Reiner Hollich ungeschlagen und verteidigt damit vor dem letzten Heimspiel des Jahres - am kommenden Samstag gegen den SSV Reutlingen - ihren dritten Tabellenplatz. "Die Mannschaft hat sich ganz klar entwickelt. Im Abschluss hapert es manchmal noch etwas. Aber es ist eine junge Mannschaft, in der ich durchaus Steigerungspotenzial sehe", sagte Co-Trainer Andreas Clauß nach Ende einer über weite Strecken einseitigen Partie. Weinheim konnte die Begegnung auf dem holprigen und schwer zu bespielenden Rasen nur in den ersten 25 Minuten ausgeglichen gestalten. Schon bis zur Pause hätten sich die in ihren gelben Auswärtstrikots angetretenen Mannheimer einen deutlicheren Vorsprung als das 1:0 durch Vllaznim Dautajs verwandelten Foulelfmeter erspielen können. Weinheims Tim Krohne hatte zuvor Giancarlo Pinna im Strafraum von den Beinen geholt. Zuvor hatten der für den verletzten Hans Kyei in die Startelf gerückte Dimtri Suworow (13.), Dennis Geiger (16.), Giancarlo Pinna (18.) und Dautaj (30.) weitere hochkarätige Chancen. Das Team von TSG-Coach Dieter Heimen war zwar bemüht, letztlich aber ohne die nötige Durchschlagskraft.

Nach dem Seitenwechsel erhöhte Waldhof das Tempo und ließ nach hinten praktisch nichts mehr zu. Nur einmal tauchten die Platzherren vor dem von Markus Kolke gehüteten Tor auf. Da brannte es allerdings lichterloh. In letzter Sekunde kratzte Geiger das Leder gegen den aufgerückten Ali Özgün von der Linie (51.). Für den mit Verdacht auf eine Muskelzerrung in der Kabine gebliebenen Dautaj brachte Hollich Christian Gmünder. Der 30-jährige Routinier, zu Saisonanfang vom 1. FC Heidenheim an den Alsenweg gewechselt, sorgte im direkten Gegenzug für die Entscheidung. Auf schönes Zuspiel von Pinna zog der Blondschopf ab und ließ TSG-Keeper Marc Bisch beim Treffer zum 2:0 (52.) keine Chance. Später lenkte Bisch eine Ecke vom Gmünder gerade noch an die Querlatte (69.). Pinna scheiterte per Freistoß am Pfosten (71.). Nur kurz darauf gab es Hektik auf dem Rasen: Pinna und Weinheims Jonas Meier-Küster gerieten sich in die Haare und bekamen dann auch die Konsequenzen zu spüren. Wegen Unsportlichkeit schickte Schiedsrichter Markus Kugele (Nürnberg) die Streithähne mit der Roten Karte vorzeitig vom Platz (72.).

"Ein souveränerer Schiedsrichter hätte da vielleicht etwas anders reagiert. Die Entscheidung war hart", waren sich Hollich und Heimen anschließend einig - und auch darin, dass der SV Waldhof verdient den Platz als Sieger verließ. Während die TSG immer schwereren Zeiten entgegengeht, darf man im blau-schwarzen Lager weiter vom Aufstieg träumen.

© Sonntag aktuell – 21.11.2010


"Als Trainer stehst du auch alleine da"

Sie hatten indes auch allen Grund, Spaß zu haben, gewann ihre Mannschaft das Derby doch vollauf verdient mit 2:0 (1:0). Tristesse herrscht dagegen weiter beim Tabellenletzten aus Weinheim. Nach der Niederlage steht fest, dass die TSG auf einem Abstiegsplatz überwintern wird. Das Schlusslicht bestreitet in diesem Jahr nur noch zwei Spiele und könnte damit maximal auf 15 Punkte kommen. Rein theoretisch wäre damit der Tabellenfünfzehnte Bahlinger SC zwar nach Punkten noch einzuholen. Doch vorbeikommen wird die TSG aufgrund des um 23 Treffer schlechteren Torverhältnisses sicher nicht.

Entsprechend angefressen reagierte denn auch TSG-Kapitän Thomas Faulstich nach dem Schlusspfiff. "Normalerweise muss du dich vor so einer Kulisse doch aufs Fußballspielen freuen. Aber dann . . .": Nicht druckreife Worte kamen über die Lippen des Routiniers, als er die Fehler der Weinheimer ansprach, die zu den beiden Gegentoren führten. Vor dem 0:1 durch einen von Vllazniw Dautaj verwandelten Strafstoß hatte TSG-Außenverteidiger Tim Krohne durch ungeschicktes Zweikampfverhalten im eigenen Sechzehner gegen den Waldhöfer Giancarlo Pinna den Elfmeterpfiff von Schiedsrichter Markus Kugele (Nürnberg) herausgefordert (37.). Und auch beim 0:2 durch den nach der Halbzeitpause eingewechselten Christian Gmünder sah die rechte Defensivseite der Weinheimer nicht gut aus (54.).

Danach waren die Kräfteverhältnisse endgültig geklärt. Der SVW spielte den Vorsprung ganz locker nach Hause, von der TSG kam keinerlei Aufbäumen mehr. "Nach dem 0:2 hat sich Weinheim wieder selbst aufgegeben", traf der starke Waldhof-Spieler Oliver Malchow den Nagel auf den Kopf. Der Lützelsachsener forderte nach einer schönen Einzelaktion in der 69. Minute noch einmal vergeblich Elfmeter für die Gäste. Eine Minute später lenkte TSG-Torwart Marc Bisch noch einen gefährlichen Eckball von Gmünder an die Querlatte. Dann sorgten nur noch zwei Platzverweise für Aufsehen. Jonas Meier-Küster (TSG) und Giancarlo Pinna (SVW) sahen nach einem Gerangel jeweils die rote Karte (76.). In einer ansonsten sehr fairen Partie hätte der Unparteiische hier sicher nicht gleich Rot zücken müssen.

Günter Sebert, sportlicher Leiter der Waldhöfer, sprach von einem "hochverdienten Sieg" und bemängelte einzig die schlechte Chancenverwertung der Gäste. Auch SVW-Trainer Reiner Hollich, beim letzten Oberliga-Duell vor sieben Jahren noch TSG-Coach, sah zwar einige "Nachlässigkeiten" seiner Mannschaft, war sich aber sicher: "Über 90 Minuten gesehen, haben wir das Spiel im Stile einer Spitzenmannschaft dominiert."

Die Waldhöfer gingen von Beginn an hochmotiviert in die Partie, übten sofort Druck auf den Gegner aus. Nur ließen Dimitri Suworow (10.), SVW-Kapitän Dennis Geiger (16.), Pinna (18.) und Dautaj (30.) hochkarätige Chancen aus. Erst nach 25 Minuten fand auch die TSG ins Spiel, hätte durch Erich Strobel nach Vorarbeit von Daniel Hahn sogar in Führung gehen können (27.). Später vergab Strobel fahrlässig aus einem Meter (!) die Riesenmöglichkeit zum 1:1 (44.). Die Konsequenz: Der TSG-Angreifer kehrte zur zweiten Halbzeit nicht mehr auf den Platz zurück, für ihn kam Ali Özgün. In der zweiten Halbzeit hatte die TSG nur noch eine Chance, als SVW-Verteidiger Carl Murphy in höchster Not gegen Hahn rettete (52.).

Naturgemäß wird für TSG-Trainer Dieter Heimen die Luft immer dünner. Die Flinte ins Korn werfen, will er dennoch nicht. "Ich kann doch nicht von den Jungs fordern zu kämpfen und haue dann selbst ab." Heimen will sich auf jeden Fall bis zur Winterpause seiner Aufgabe stellen. "Dann werden wir über vieles sprechen müssen." Der Trainer weiß aber auch, dass er "das schwächste Glied in der Kette" ist. "Da stehst du alleine da." bk

Quelle: Offizielle Homepage TSG Weinheim



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