Spielbericht 10/11 4.Spieltag: SV Waldhof – VfL Kirchheim

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4.Spieltag: SVW – VfL Kirchheim 0:2 (0:1), 20.08.2010, 19.30 Uhr, Carl-Benz-Stadion

Schiedsrichter: Jöllenbeck (Müllheim) / Assistenten: Hirzel (Malterdingen), Zorn (Opfingen), Zuschauer: 2.247

SVW: Kolke – Fazlija, Geiger, Gjasula, Suszko – Laping – Waldecker, Herm (16.Myftari), Gmünder – Dautaj (65.Hach), Suworow (54.Kyei) – Reserve: Clauß (Tor), M.Dorn, Murphy, Pinna

Kirchheim: Huber – Eisenhardt, Kaufmann, Hofstetter, Baradel – Gürol, Helber, Er, Mayer (90.Kuhn) – Colletti (55.Ziegler), Laible (75.Beran) – Reserve: Volber (Tor), Hentschel, Callahan, Tunjic – Trainer: Rainer Kraft

Tore: 0:1 Colletti (6.), 0:2 Laible (56.)

Gelb: Laping, Gmünder, Waldecker – Gürol


Fußball: SV Waldhof enttäuscht beim 0:2 gegen den VfL Kirchheim/Teck / In der Abwehr zu viele Schnitzer

Sebert: Das war grottenschlecht

Von unserem Mitarbeiter Roland Bode

Mannheim. In der Fußball-Oberliga hat der SV Waldhof gestern Abend einen ersten herben Dämpfer einstecken müssen. Im Heimspiel gegen den VfL Kirchheim/Teck unterlagen die Blau-Schwarzen nach einer schwachen Vorstellung auch in der Höhe verdient mit 0:2 (0:1). "Das war eine indiskutable Leistung. Wir brauchen gar nicht um den heißen Brei herumzureden: Was die Mannschaft geboten hat, war grottenschlecht", war der Sportliche Leiter Günter Sebert sichtlich enttäuscht.

Wie angekündigt stellte Trainer Reiner Hollich seine Startelf gegenüber den ersten zwei Spielen leicht um: Der erfahrene Christian Gmünder gab auf der linken offensiven Mittelfeldseite sein Heimdebüt, Giancarlo Pinna blieb auf der Bank. "Wir haben nichts zu verlieren, und wollen trotz zahlreicher Ausfälle versuchen, über ein kompaktes Spiel in Mannheim zu punkten", gab VfL-Coach Rainer Kraft vor dem Spiel seine Devise aus.

Die Schwaben hatten die Erwartungshaltung ihres Chefs offensichtlich gut verstanden. Gerade vier Minuten waren gespielt, als Mannheims Klaus Gjasula im zentralen Mittelfeld viel zu sorglos war. Der quirlige Kirchheimer Stürmer Gioaccino Coletti sprintete energisch dazwischen und lief alleine auf den Kasten von Markus Kolke zu; Dennis Geiger konnte nicht mehr folgen. Flach zischte die Kugel zum 0:1 (4.)ins linke Eck. Ein Schock für die 2247 Besucher im Carl-Benz-Stadion. Hollich reagiert kurz darauf, bringt nach 18 Monaten Verletzungspause Fisnik Myftari für den jungen Daniel Herm (14.).

Bis zur Pause änderte sich aber nicht viel. Waldhof stark verunsichert, wirkte müde. Die Gäste dagegen bei sommerlichen Temperaturen wesentlich wacher, präsenter und frischer. Geiger hatte nach Fazlija-Flanke von rechts die einzige Großchance vor dem Seitenwechsel. Doch dessen Kopfball boxte Gästekeeper Benjamin Huber in klasse Manier um den Pfosten. Die Führung ging für den VfL bis dahin in Ordnung.

Hälfte zwei ist schnell geschildert: Kirchheim erhöhte nach einem erneuten Schnitzer von Djasula auf 0:2 (56.). Aus kurzer Distanz und auf Zuspiel von Coletti drückt Maximilian Laible den Ball über die Linie. Wieder war dem Gegentreffer einer jener "katastrophalen Abwehrfehler" vorausgegangen, die Hollich zuletzt stark bemängelte. Waldhof fehlte das letzte Aufbäumen. "Die Flutlichtpremiere ging gründlich daneben. Was wir geleistet haben, haben die Fans und der Verein nicht verdient. Bis zum Spiel am Mittwoch in Linx werden wir unsere Fehler gründlich analysieren und versuchen, sie abzustellen," meinte Hollich angesäuert in der Pressekonferenz. Kollege Rainer Kraft: "Ich freue mich riesig über unseren ersten Saisonsieg nach einer schweren Woche mit dem WFV-Pokal-Aus."

© Mannheimer Morgen – 21.08.2010


Glanzsieg und Blitztransfer

VfL sorgt beim 2:0 für eine Überraschung

Ausgewachsene Fußball-Wunder passieren in der Oberliga Baden-Württemberg recht selten. Gestern gab‘s so ein Spiel mit einem Ausrufezeichen hinter dem Endresultat: Die zuletzt zwei Mal schwächelnden VfL-Kicker gewannen im kleinen Hexenkessel des Mannheimer Carl-Benz-Stadions mit 2:0 (1:0). 2 247 Besucher staunten nicht schlecht.

Thomas Pfeiffer/Klaus-Dieter leib

Mannheim. Zwei Halbzeiten, exakt dieselbe VfL-Gangart: kämpferisch, abgebrüht, mit Spielwitz. Gegenüber der 0:0-Magerkost gegen den Bahlinger SC und der 2:3-Blamage in Gärtringen, waren die Kirchheimer gestern Abend nicht wiederzuerkennen. Schon nach 30 Sekunden prüfte Gürol Waldhof-Torspieler Kolke mit einem gefährlichen Distanzschuss, und nach vier Minuten brach sogar VfL-Torjubel aus, als Colletti nach einem groben SVW-Abwehrschnitzer den unverhofften Ballbesitz mit einem unhaltbaren 16-m-Schuss ins linke Eck krönte. Kirchheims 1:0-Paukenschlag machte den Oberliga-Mitfavoriten und seine frenetisch anfeuernde Anhängerschaft nervös, und erst nach 40 Minuten näherten sich die Waldhof-Kicker wieder gefährlich dem VfL-Tor an. Nachdem Huber Gmünders Fünf-Meter-Kopfball mit einer Glanzparade entschärft hatte, prallte der Tormann gegen den Pfosten und musste minutenlang behandelt werden. Die Aktion blieb ohne sichtbare Verletzungsfolge.

Nach dem Seitenwechsel, als Waldhof die Wende suchte, ackerten die Kirchheimer weiterhin wie die Berserker: Des Trainers Pausenansprache verfehlte seine Wirkung nicht. Waldhofs Plus an Spielanteilen, die optische Überlegenheit – alles verpuffte: Die großen Hochkaräter vermochten sie nicht herauszuspielen an diesem Tag, an dem die jungen VfL-Innenverteidiger Michael Hofstetter und Nico Kauffmann Glanzleistungen ablieferten. Das stets hellwache Duo ließ den Waldhof-Angreifern Suworow und Dautaj fast keinen Stich: Folgerichtig wurden beide von ihrem Trainer vorzeitig vom Feld geholt.

In der 56. Minute passierte es: Der wiedererstarkten Kirchheimer Mannschaft, nach den jüngsten Negativresultaten sichtlich auf Rehabilitation aus und kämpferisch und spielerisch nicht wiederzuerkennen, gelang durch Laibles Abstauber nach einem uneigennützigen Querpaß des kurz zuvor eingewechselten Ziegler das 2:0. Der Spielfavorit wankte – und mühte sich fortan vergebens, die starke VfL-Defensive zählbar zu knacken. Am Ende ließen die wieder in Gelb-Weiß gedressten „Blauen“ nichts mehr anbrennen, auch wenn der SV Waldhof in den letzten zehn Minuten fast im Powerplay drängte.

Die Blauen angeln sich Ex-Kickers-Mann Kümmerle

Nach dem Abpfiff war Waldhof-Trainer Reiner Hollich bedient. „Solch eine schwache Mannschaft hat unser Anhang nicht verdient“, sagte er und monierte ungeahnte Defizite: „Heute waren wir nur bei Standardsituationen gefährlich.“ Kollege Rainer Kraft konnte sich derweil die Hände reiben: erster Saisonsieg, zudem ein nahezu sensationeller. „Meine Mannschaft hat die richtige Antwort auf das Ausscheiden im WFV-Pokal gegeben“, sagte er.

Eine gute VfL-Nachricht gab es schon vor dem Spiel: Kurz vor Ende der Transferperiode gelang den VfL-Verantwortlichen mit der Verpflichtung von Ex-Zweitligaspieler Michael Kümmerle (31) noch ein Coup. Bereits im kommenden Heimspiel gegen den SV Linx könnte der 1,83 Meter große Defensivspezialist sein VfL-Debüt geben. Kümmerle, der zuletzt in seinen Heimatort Weissach zurückkehrte, kam in seiner Kicker-Karriere auf insgesamt 75 Zweitligaspiele für die Stuttgarter Kickers und Greuther Fürth, spielte seit 2004 nacheinander bei der TSG Hoffenheim, Kickers Emden, Hessen Kassel und kommt vom Regionalligisten SpVgg Weiden. Drei U21-Einsätze im DFB-Team hatte der Anwärter auf die „Sechser“-Position im VfL-Mittelfeld auch schon. Michael Kümmerle – vielleicht wird‘s der gesuchte Ideengeber im Kirchheimer Mittelfeld.

© www.teckbote.de



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