Spielbericht HF (2) Tschammer-Pokal 39/40, Wacker Wien - SV Waldhof

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Wacker Wien 2:2 (2:0, 2:2) n.V. SV Waldhof Mannheim 07
Logo Wacker.png Tschammer-Pokal, Halbfinale (2)
Sonntag, 7. April 1940, 15:00 Uhr, Stadion an der Rosasgasse

Endstand 2:2 n.V.

Zuschauer: 20.000
Schiedsrichter: Stark (München)

SV Waldhof historisch 1930.png
Startelf:

Martinek – Virius, Schlauf – Höpfl, Pekarek, Brinek – Zischek, Hönig, Reitermeier, Walzhofer, Kucharsky – Trainer: Otto Haftl

Startelf:

DeyhleSchneider, SiegelMayer, Heermann (C)Kapitän der Mannschaft, RamgeEberhardt, Fanz, Erb, Pennig, Günderoth – Trainer: Prof. Dr. Otto Neumann

Scored after 2 minutes 2' 1:0 Walzhofer (2.)
Scored after 14 minutes 14' 2:0 Zischek (14.)

Scored after 72 minutes 72' 2:1 Erb (72.)
Scored after 81 minutes 81' 2:2 Erb (81.)

Bericht:


Wieder eine Sensation im Tschammer-Pokal / Wacker gegen SV Waldhof 2:2 (2:2, 2:0)

Der Rückkampf zwischen Wacker und SV Waldhof in der Vorentscheidung um den Tschammerpokal hatte 20.000 Zuschauer in das Wiener Stadion gelockt, unter den Ehrengästen bemerkte man Gauleiter Bürckel, Bürgermeister Dr. Ing. Neubacher, Hauptsportführer Rozich, Kreisleiter Knißl, Bauamtmann Raffelsberger und Gaufachwart Hauptmann Janisch.

Die Weidlinger Elf hat das Vertrauen, das man in die setzte, nur in der ersten Hälfte restlos gerechtfertigt. Man darf allerdings nicht übersehen, daß es ein scharfer Kampf war, den sie zu bestehen hatte, war doch der Gegner mehr als hart, der sich, als er seine sichere Niederlage vor Augen hatte, aus ausgesprochene Derbheiten leistete. Leider war der Schiedsrichter diesem überharten Spiel nicht gewachsen, er schritt nie energisch genug ein. Über alles Lob erhaben schlug sich lange Zeit die Hintermannschaft Wackers, Martinek hatte nicht viel zu tun, bei einigen gewagten Aktionen stand ihm das Glück redlich zur Seite. Schlauf und Virius waren durch mehr als eine Stunde hindurch ein großes Verteidigerpaar, mit dem ersten Tor des Gegners war es aber mit der Sicherheit vorbei und dann gab es Schnitzer genug. Ausgezeichnet gefiel die Läuferreihe, vor allem Brinek, doch auch Pekarek behagte das harte Spiel sichtlich. Im Angriff war es wieder Walzhofer, der den Mannheimern am meisten zu schaffen machte. Seine Schüsse schafften Deyhle immer wieder Arbeit, außerdem setzte er seine Kameraden immer wieder richtig ein. Auch Reitermeier gab einen ausgezeichneten Angriffsführer ab, nach seiner Verletzung ging er nicht mehr so richtig aus sich heraus. Hönig verdarb nach dem Seitenwechsel viel und Kucharsky ist körperlich so schweren Kämpfen nicht gewachsen. Nach der Pause beging die Mannschaft den grundlegenden Fehler, sich auf die Verteidigung zu beschränken. Pekarek zog sich mehr zurück und Zischek verstärkte die Läuferreihe. Hätte die Mannschaft weiter offensiv gespielt, hatte den Mannheimern der Ausgleich nicht glücken können.

Der beste Mann auf dem Felde war entschieden der Tormann der Gäste, Deyhle, der eine ganze Auswahl sicherer Tore verhinderte und den Wacker-Stürmern das Treffermachen erschwerte. Von den Verteidigern war Schneider der bessere, er ist auch der Freistoßspezialist seiner Elf. In der Läuferreihe war Heermann der Turm in der Schlacht, er spielte übrigens nicht im ausgesprochenen Stopperstil. Seine Seitenläufer unterstützten ihn sehr wirkungsvoll. Der beste Stürmer war Günderoth am linken Flügel, der gefährlichste war Fanz, er war jedenfalls vor der Pause der einzige, der zu schießen wagte, später zeigte sich auch Erb als gefährlicher Durchbrenner.

Guter Anfang, schlechtes Ende

Wacker hat Anstoß, aber die Blauen bemächtigen sich sofort des Balles, ihr Vorstoß wird aber von den Weidlinger Verteidigern abgewehrt. Wackers Angriff stürmt vor und nur durch ein Foul kann sich die Mannheimer Verteidigung erwehren. Den dafür verhängten Freistoß führt Walzhofer in der zweiten Minute aus, und mit scharfem Schuß ist die Führung erreicht. Bei Gegenstoß wird auch den Mannheimern ein Freistoß zugesprochen, den Schneider knapp über die Latte jagt. Nun gibt es eine herrliche Aktion des Weidlinger Angriffes, Hönig schickt Zischek vor, dessen Paßball überspringt Walzhofer, Kucharsky schießt aber dem Tormann in die Hände. Die Vorstöße der Mannheimer werden von der Wacker-Verteidigung sicher abgewehrt, während es vor dem Tor der Mannheimer immer wieder zu kritischen Situationen kommt. In der 14.Mintue spielen sich Walzhofer und Kucharsky vor. Über König kommt der Ball zu Zischek, der einen wahren Prachtschuß gegen das Mannheimer Tor abgibt, König täuscht noch dazu den Tormann, und schon fließt das Leder ins Netz. Deyhle war allerdings das Eingreifen dadurch erschwert worden, da das Leder im Fluge einen der Verteidiger streifte.

Nun kommt überraschend Waldhof auf, doch sind die Stürmer zu unentschlossen. Fanz schießt zuerst Martinek an, dann wehrt der Tormann einen Schuß des gleichen Stürmers zur Ecke ab. Nun ist wieder Wacker in Front, doch verlaufen drei Ecken ergebnislos. Ohne ersichtlichen Grund wird Pekarek in der 32.Minute verwarnt, ein Freistoß Schneiders landet an der Mauer. Fünf Minuten vor Seitenwechsel verfehlte eine Ecke von links, der Schuß von Fanz trifft die Querlatte, in dem nun entstehenden Gedränge rettet Schlauf auf der Linie. Knapp vor der Pause wird Reitermeier durch einen Tritt in den Brustkorb verletzt und wird vom Platz getragen.

Nach der Pause tritt Reitermeier erst in der fünften Minute an und nimmt dann seinen Posten wieder ein. Ein Fernschuß Höpfls und ein Freistoß Walzhofers gefährden Deyhles Tor, die Blauschwarzen sind vollkommen eingeschnürt, nur in der 19.Minute haben sie eine gute Schußgelegenheit. Virius verfehlt einen hohen Ball, Pennig schießt aufs Tor und Schlauf rettet ein sicheres Tor zur Ecke. Nun ziehen sich die Weidlinger in die Verteidigung zurück und sofort ist Waldhof im Angriff. In der 26.Minute gibt Günderoth eine steile Flanke zur Mitte und Erb sendet an Martinek vorbei ein. Dadurch ist die Wacker-Verteidiung unruhig gemacht. Hönig fällt jetzt ganz zurück und Mannheim ist ständig im Angriff. In der 35.Spielminute nützt Erb einen taktischen Fehler der Verteidiger aus, zieht ungehindert vor das Tor der Wiener und Martinek kann auch durch sein Herauslaufen den Ausgleich nicht verhindern. Bis zum Schluß der regulären Spielzeit wird an diesem Stand nichts mehr geändert.

Nachspiel ohne Entscheidung

Da die normale Spielzeit keine Entscheidung bringt, gibt es ein Nachspiel, in welchem auch Martinek zu ganz großer Form aufläuft, dies ist auch notwendig, da sich jetzt Erb von seiner besten Seite zeigte. Deyhle wehrt zwei Freistöße Walzhofers ab, Zischek und Hönig tauschten die Plätze, doch bringt auch das für Wacker nichts mehr ein. In der 15.Minute boxt Martinek einen Freistoß Schneiders zur Ecke.

Atemlose Spannung liegt über dem Stadion, als die zweite Hälfte des Nachspiels beginnt. Erb wird wiederholt gefährlich und nachdem zuerst Wacker leicht überlegen war, muß Schlauf in der 24.Minute auf der Linie gegen Mannheimer Mittelstürmer retten, bald darauf beendet der Schlußpfiff des Schiedsrichters den harten Kampf.

Quelle: Wiener Montagblatt v. 08.04.1940



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