Stadion Hoheluft

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Basisdaten
Hoheluft2.jpg
Baubeginn 1907
Bauzeit 4 Monate (Mai-September 1907)
Gesamtkapazität 11.000,
aber nur 8.000 zugelassen
Sitzplätze 999

Das Stadion Hoheluft ist ein 1907 errichtetes reines Fußballstadion im Hamburger Stadtteil Hoheluft. Der derzeitige Fünftligist SC Victoria Hamburg trägt hier seine Heimspiele aus. Im Stadion wurden zwischen 1911 und 1940 vier Länderspiele ausgetragen, außerdem gehört die älteste Tribüne Norddeutschlands zum Areal.

Geschichte

Der SC Victoria spielte vor dem Bau dieses Stadions auf dem Heiligengeistfeld (1895-1904) und 1904 bis 1907 auf der Radrennbahn am Grindelberg, wo sich heute der U-Bahnhof Hoheluftbrücke befindet. Da der Verein rasch wuchs und auch große sportliche Erfolge erringen konnte, so z.B. die erste norddeutsche Meisterschaft im Jahr 1906, wurde beschlossen ein eigenes Grundstück zu bebauen um dort seine Heimspiele austragen zu können. Das Stadion wurde im September 1907 mit einem Spiel gegen den damaligen deutschen Meister VfB Leipzig eingeweiht. Victoria gewann überraschen deutlich mit 5:2.

1909 war die Tribüne fertig gestellt, die allgemein bewundert wurde und zudem die erste in ganz Norddeutschland war. Dies machte das Stadion schnell auch für Länderspiele und Endrundenspiele um die deutsche Meisterschaft attraktiv. 1912 wurde im Stadion das Endspiel um die deutsche Meisterschaft ausgetragen, dem 10.000 Zuschauer beiwohnten (Holstein Kiel- Karlsruher FV 1:0). Ein Jahr zuvor war Deutschland Schweden im ersten Länderspiel auf der Hoheluft mit 1:3 unterlegen.

Die Haupttribüne brannte 1921 ab. Die Ursache war vermutlich Brandstiftung. Die Tribüne wurde wieder aufgebaut, diesmal war der Sockel aus Beton, damit so etwas nicht noch einmal passieren konnte. Dieses Markenzeichen des Stadions wurde Ende der 70er Jahre, sowie 1985 renoviert. In den 20er und 30er Jahren konnte Victoria viel Geld mit dem Vermieten des Platzes gewinnen. Dort wurden z.B. Boxkämpfe ausgetragen oder der ATSB-Verein Lorbeer 06 spielte hier. 1929 und 1931 wurde hier gar das Endspiel um die Arbeiter-Meisterschaft ausgetragen. Beide Male gewann der SC Lorbeer, 1929 wohnten 15.000, 1931 gar 20.000 Zuschauer der Partie bei. Das hieß nicht, das der Klub politisch links gestanden hätte: 1932 wurde der Platz für einen Abend an die NSDAP vermietet, 50.000 Menschen kamen um sich eine Rede Hitlers anzuhören.

Nach dem Zweiten Weltkrieg war die große Zeit der Victoria zu Ende, zum letzten Mal Erstliga-Fußball gab es in der Saison 1953/54. Aus der Nachkriegszeit datiert allerdings auch der Zuschauerrekord. Das Stadion platzte aus allen Nähten, als am 13. Juni 1948 37.000 Menschen kamen um das Endspiel um die Meisterschaft der Britischen Zone zwischen dem Hamburger SV und dem FC St. Pauli (6:1) zu sehen.

Eingang mit Kassenhäuschen in den Vereinsfarben des SC Victoria

Sportlich konnte Victoria wie schon erwähnt nicht mehr mithalten und verschwand langsam. Die Kapazität wurde mehrfach verkleinert, weil das angrenzende UKE Eppendorf vergrößert wurde. Dem fiel auch der Martini-Sportplatz, der Nebenplatz des Stadions, zum Opfer.

Heute kommen nur noch wenige Zuschauer zu den Heimspielen des SC, der derzeit in der Hamburg-Liga spielt und dessen Ziel der Aufstieg ist. Im Schnitt kamen in der letzten Saison nur 190 Zuschauer zu den Heimspielen. Einmal im Jahr ist das Stadion dennoch außerordentlich gut frequentiert, nämlich wenn hier das Endspiel um den Oddset-Pokal ausgetragen wird, also bestimmt wird, welchen Amateurverein Hamburg in den DFB-Pokal schickt. In den letzten beiden Jahren lockte die Teilnahme des FC St. Pauli am Endspiel jeweils 6.000 Zuschauer an.

Auch die Hamburg Eagles tragen ihre Heimspiele im Stadion Hoheluft aus.

Anlage

Stehplatzränge in der Westkurve.
Haupttribüne des Stadions Hoheluft.

Als Prunkstück gilt die Haupttribüne. Sie ist heute für genau 999 Zuschauer zugelassen und gilt als Symbol für den SC Victoria. Das Dach der Tribüne ist noch aus Holz, verstärkt mit Wellblech, der Sockel ist aus Beton. Die Tribüne ist heute eine der letzten, die noch im Stile der 20er Jahre errichtet wurde und immer noch steht. In der Tribüne befindet sich das Vereinsheim mit einem kleinen Restaurant. Dieses wird vom ehemaligen Bundesligaspieler Walter Frosch geführt.

Links und rechts neben der Tribüne befinden sich Stufen, genau wie gegenüber der Tribüne. Hinter dem Tor zum Lokstedter Steindamm hin befindet sich ein großer Graswall. Auf der anderen Seite dagegen ist ein Zaun, dahinter beginnt das Gelände des UKE Eppendorf. Zum Eingangsbereich gehören die Kassenhäuschen und ein Gitter. Das gesamte Stadion ist im Stile der Vereinsfarben in Blau und Gelb gehalten.

Länderspiele im Stadion

1911 wurde das erste von vier Länderspielen im Stadion ausgetragen. Der Gast war Schweden. Im Tor stand Adolf Werner, Torwart des SC Victoria. Schweden gewann mit 3:1. Die deutsche Mannschaft spielte wenn sie im Stadion Hoheluft zu Gast war stets unglücklich. Der einzige Sieg gelang im letzten Länderspiel 1940 gegen Dänemark. Am Tag zuvor hatte Hamburg den ersten britischen Luftangriff erlebt. Trotz der Gefahr von Bomben getroffen zu werden kamen 28.000 Zuschauer, es mussten zusätzliche Tribünen aufgebaut werden. Die Propaganda tönte: Die dänischen Gäste haben gesehen, welche Kraftquellen das deutsche Volk besitzt, wenn es mitten in der entscheidenden Phase des Krieges eine große Veranstaltung in einem würdigen Rahmen stellen kann. Durch ein Tor des späteren Bundestrainers Helmut Schön gelang der Sieg. Von nun an wurden alle anderen Länderspiele Hamburgs im Volksparkstadion bzw., in der AOL-Arena ausgetragen.

Länderspiele im Stadion Hoheluft:

So, 29. Oktober 1911
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Deutschland
-
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Schweden
1:3
Zuschauer: 9.000
So, 26. Oktober 1913
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Deutschland
-
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Dänemark
1:4
Zuschauer: 15.000
Do, 10. Mai 1923
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Deutschland
-
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Niederlande
0:0
Zuschauer: 25.000
So, 17. November 1940
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Deutschland
-
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Dänemark
1:0
Zuschauer: 28.000

Literatur

  • Andreas Meyer/Volker Stahl/Uwe Wetzner: Fußball Lexikon Hamburg. Göttingen 2007 (Die Werkstatt) ISBN 3-89533-477-4
  • Werner Skrentny: Norddeutschlands erste Tribüne In: Das große Buch der deutschen Fußball-Stadien. Göttingen 2001 (Die Werkstatt) ISBN 3-89533-306-9

Koordinaten: 53° 35' 14" N, 9° 58' 11" O



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