Uwe Leifeld

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Uwe Leifeld (* 24. Juli 1966 in Münster) ist ein deutscher Fußballspieler. In 179 Bundesligaspielen für den VfL Bochum (1985-91) und den FC Schalke 04 (1991-93) erzielte er insgesamt 48 Tore.

Biografie

Uwe "Epi" Leifeld wuchs in Münster als Sohn eines Metzgermeisters auf. Als Fünfjähriger begann er 1971 bei Borussia Münster mit dem Fußballspielen. 1983 entdeckte Ernst Mareczek, damals Trainer der Oberliga-Mannschaft des SC Preußen Münster, das junge Stürmertalent. Leifeld wechselte in die A-Jugend der Preußen. Nebenher machte er nach dem Hauptschulabschluss eine Bäckerlehre, aber nach eigener Aussage nur, "damit ich nachmittags Zeit zum Fußballspielen hatte".

1984 stand er schließlich zum ersten Mal in der ersten Mannschaft der Preußen und entwickelte sich in der folgenden Saison zum gefährlichen Torjäger. Seine Spielstärke blieb den Scouts der Bundesliga-Vereine nicht lange verborgen. Im Sommer 1985 wechselte Leifeld mit gerade mal 18 Jahren zum VfL Bochum. An der Seite des damaligen Top-Scorers Stefan Kuntz erzielte der Newcomer in seiner ersten Bundesliga-Saison zwar nur zwei Tore. Dafür sollte Platz 9 in der Abschlusstabelle schon die beste Platzierung seiner Profi-Karriere bleiben.

In den folgenden Jahren trug Leifeld mit seinen Toren immer wieder dazu bei, dass der stets abstiegsgefährdete VfL den Klassenerhalt schaffte. Seinen Status als Vereins-Legende verdankt er aber vor allem zwei entscheidenden Spielen. Am 28. Mai 1988 stand der VfL Bochum gegen Eintracht Frankfurt zum ersten Mal seit 20 Jahren wieder im Finale des DFB-Pokals. Leifeld erzielte gegen Torhüter Uli Stein ein reguläres Tor, das der Schiedsrichter aber wegen angeblicher Abseitsposition nicht anerkannte. Bochum verlor mit 1:0. Zwei Jahre später, am 27. Mai 1990, schoss Leifeld im zweiten Relegationsspiel gegen den 1. FC Saarbrücken kurz vor Schluss das Ausgleichstor zum 1:1. Bochum blieb in der Bundesliga.

Trotz attraktiver Angebote aus Köln und Lyon blieb der bodenständige Leifeld dem VfL treu. In der Vorbereitung auf die Fußball-Weltmeisterschaft 1990 wurde auch Teamchef Franz Beckenbauer auf den Stürmer aufmerksam. Mehr als ein einmaliger Platz auf der Bank des Nationalteams war ihm aber nicht vergönnt: Kurz vor der WM zog sich Leifeld eine schwere Knieverletzung zu und verpasste das Turnier. Statt seiner fuhr Frank Mill mit nach Italien und wurde (wenn auch ohne eigenen Einsatz) Weltmeister.

Nach sechs Spielzeiten in Bochum wechselte Leifeld 1991 zum FC Schalke 04. Da er aber noch immer an seiner Knieverletzung laborierte, konnte er dort an seine Glanzzeiten nicht anknüpfen und kam über die Rolle des Jokers nie hinaus. Mit nicht einmal 27 Jahren musste er seine Profikarriere schließlich 1993 beenden. Leifeld kehrte in seine Heimatstadt zurück und spielte noch drei Jahre beim SC Preußen Münster in der Regionalliga, bevor er die Fußballschuhe 1996 endgültig an den Nagel hing.

Uwe Leifeld ist verheiratet und hat zwei Töchter. Seit 1994 betreibt er in Münsters Innenstadt ein Zeitschriftengeschäft mit Lotto-/Toto-Annahmestelle, in dem er auch Fußball-Fanartikel verkauft. Seine kurze Karriere als Jugendtrainer der Preußen musste er aus Zeitmangel beenden. Leifelds Plan, in Münster eine Fußballhalle aufzumachen, scheiterte vor einiger Zeit an der Finanzierung.

Am 2. August 2006 berichtete die Zeitschrift Sportbild, dass Uwe Leifeld seit einigen Wochen in einer psychiatrischen Klinik in Telgte wegen schwerer Depressionen behandelt werde. Seit Anfang des Jahres habe er bereits viermal versucht, sich umzubringen. Gründe seien unter anderem die Trennung von seiner Frau und ein Brand, der im Frühjahr sein Geschäft verwüstet hatte. Inzwischen hat er die Arbeit dort allerdings wieder aufgenommen.

Literatur

  • Hubert Dahlkamp, Dietrich Schulze-Marmeling: 100 Jahre Preußen Münster. Verlag Die Werkstatt, 2006. ISBN: 3895335193
  • "Tabakrauch und Tatendrang", in: STADTGEFLÜSTER MÜNSTER, Nr.7/2006
  • "Gute Fußballer machen nur Mädchen!", in: fussballperspektiven.de, Ausgabe 1/2005

Weblinks



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