Walter Spagerer 02.11.08

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Geburtstag: Walter Spagerer feiert am Sonntag seinen 90.
Immer an der Seite der Schwachen


Die vielen Freunde aus Politik, Gewerkschaft und Sport kommen am Sonntag alle in der "Krone" in Großsachsen zusammen, um mit Walter Spagerer dessen 90. Geburtstag zu feiern. Die Wahl des Gasthofs an der Bergstraße ist kein Zufall, hier hat der Jubilar zusammen mit seinem im Mai 2002 verstorbenen Freund Wilhelm Grüber in den Hinterzimmern so manche Schlacht für den SV Waldhof geschlagen. Ohne den damaligen Präsidenten des SVW und seinen Vize Spagerer gäbe es das Carl-Benz-Stadion nicht, das zurzeit mit der TSG 1899 Hoffenheim in der Bundesliga voll im Rampenlicht steht.

Doch nicht nur beim SV Waldhof hat Walter Spagerer "als Gewissen des Vereins" über Jahrzehnte Geschichte geschrieben. Als führender Gewerkschaftler der IG Metall (1951-1982), Mitglied im Gemeinderat (1968-1972) und SPD-Landtagsabgeordneter in Stuttgart (1972-1988) sowie als Mannemer Bloomaul 1987 prägte er in vielen Funktionen seine Heimatstadt bis heute.

Auf dem Waldhof ist er geboren, sein Vater war Arbeiter "beim Benz" und später bei Bopp & Reuther, seine Mutter führte das elterliche Lebensmittelgeschäft. Das Leben des kleinen Walter begann wie in vielen Familien im Mannheimer Norden in einfachen Verhältnissen - Schlafzimmer, Küche - und das Plumpsklo auf dem Gang. Das Volksbad musste das fehlende Badezimmer ersetzen. Lichtblick im tristen Alltag war schon damals der Fußball, die Kinder spielten auf dem Waldhof auf der Gass, zusammen mit späteren Größen wie Otto Siffling. Seit 1928 ist Spagerer Mitglied beim SV Waldhof und begann dort als rechter Läufer. Vom Krieg geprägt

Entscheidend geprägt haben Walter Spagerer die schweren Kindheitsjahre und der Zweite Weltkrieg, den er als Soldat fast von Beginn an bis zum bitteren Ende mitmachen musste. "Der Krieg bleibt einem ewig im Gedächtnis", so erinnert er sich heute. 1946 wurden er und Arbeiter von Bopp & Reuther von den Amerikanern zu Aufräumarbeiten im Wohlgelegen beordert -Spagerer wehrte sich als IG Metaller gegen die unzumutbaren Arbeitsbedingungen, die Laufbahn als Gewerkschaftler hatte damit so richtig begonnen. "Kein Arbeitskampf seit 1956, an dem Walter nicht dabei war", bemerkt Peter Toussaint, der heutige Erste Bevollmächtigte der IG Metall.

1945 hat Walter seine Ehefrau Karla (79) kennen und lieben gelernt. 1947 wurde geheiratet, und der Ehemann berichtet, dass er und seine Freunde die Kartoffeln für das Hochzeitsmahl auf einem Acker in Kirschgartshausen aufgelesen haben. Bis heute sind Walter und Karla unzertrennlich.

1952 trat Spagerer der SPD bei, engagierte sich später als Stadtrat und baden-württembergischer Landtagsabgeordneter wieder besonders für die sozial Schwachen in Stadt und Land. Und auch in seinen unzähligen ehrenamtlichen Tätigkeiten stand Spagerer immer auf der Seite der einfachen Menschen. Viele werden am Sonntag ganz besonders an Walter Spagerer denken.

Quelle: Mannheimer Morgen Martin Tangl



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